Trumps Regel setzt Hunderttausende Asylfälle aufs Spiel
Wichtige Erkenntnisse
- •Die neue Regel betrifft rund 444.724 anhängige Asylfälle und leitet sie ohne vorherige öffentliche Stellungnahmen an Einwanderungsrichter weiter.
- •Nach der Regel können Richter Fälle ohne Anhörungen abweisen, was zu Abschiebungen führen könnte, bevor Asylanträge gehört werden.
- •Die Regel richtet sich an Antragsteller, die in den Vereinigten Staaten erst mehr als ein Jahr nach ihrer Ankunft Asyl beantragt haben.
- •Einwanderungsgerichte stellen keine Pflichtverteidiger bereit, sodass Asylsuchende das Verfahren selbst bewältigen müssen.
- •Die Regierung beendet außerdem den Temporary Protected Status für Haitianer und Syrer und erhöht damit den Abschiebungsdruck auf beide Gruppen.

Die Trump-Regierung hat eine neue Regel eingeführt, die ungefähr 444.724 anhängige Asylfälle betrifft.
Laut der Washington Post wird nun fast ein Drittel des 1,4 Millionen Fälle umfassenden USCIS-Rückstaus ohne vorherige öffentliche Stellungnahmen direkt an Einwanderungsrichter des Justizministeriums weitergeleitet.
Die Regel ermöglicht es Richtern, Fälle ohne Anhörungen abzuweisen, und könnte dazu führen, dass Asylsuchende aus dem Land entfernt werden, ohne die Möglichkeit zu erhalten, ihre Ansprüche vorzutragen.
Der Einwanderungsanwalt Ira Kurzban bezeichnete den Schritt als Teil einer Strategie, "take legal people and make them illegal."
"At a 30,000-foot level it sure looks like a deportation machine," fügte er hinzu.
Die Regel zielt besonders auf Asylsuchende ab, die mehr als ein Jahr nach ihrer Ankunft eingereicht haben, und nutzt technische Einreichungsfristen aus, die Richter normalerweise erlassen können.
Das ist bedeutsam, weil Asylfälle bereits durch ein System mit begrenzter rechtlicher Unterstützung laufen: Einwanderungsgerichte stellen keine Pflichtverteidiger, sodass besonders schutzbedürftige Antragsteller, darunter Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, das US-Verfahren auf eigene Faust bewältigen müssen.
Die Regel fällt zudem mit der Beendigung des Temporary Protected Status für Haitianer und Syrer zusammen und setzt beide Gruppen gleichzeitig Abschiebungsrisiken aus, was ein ohnehin überlastetes Einwanderungssystem weiter unter Druck setzt.
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