Ehemaliger CIA-Offizier enthüllt psychologisches Profil, das US-Feinde über Trump haben
Wichtige Erkenntnisse
- •Polymeropoulos sagte, dass Gespräche mit Gegnern ein normaler Bestandteil der Nachrichtendiensttätigkeit sind, selbst wenn es sich um bekannte Feinde handelt.
- •Ein Treffen zwischen einem amtierenden CIA-Direktor und russischen Geheimdienstvertretern ist ungewöhnlich, wurde aber bereits zuvor abgehalten, unter anderem 2021 bei einem Treffen mit William Burns.
- •Weiss stellte zwei Sichtweisen auf Trumps Außenpolitik dar: Entweder fehlt ihm eine klare Richtung, oder er verfolgt bewusst das Ziel, westliche Bündnisse zu schwächen.
- •Polymeropoulos beschrieb Trump als transaktional, ideologiefrei und auf unmittelbare Impulse sowie persönliche Bereicherung ausgerichtet.
- •In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass Nachrichtendienste seit Langem psychologische Profile von Führungspersonen erstellen, um Verhandlungen und politische Entscheidungen zu unterstützen.

Reporter Michael Weiss und der frühere CIA-Offizier Marc Polymeropoulos waren am späten Dienstagabend im Podcast The Bulwark zu Gast und sprachen darüber, warum CIA-Direktor John Ratcliffe plötzlich nach Moskau geflogen sein könnte. Gegen Ende des Gesprächs wandten sich die beiden einem anderen Thema zu: den Erkenntnissen, die US-Feinde — und wahrscheinlich auch Verbündete — über das psychologische Profil von Präsident Donald Trump gesammelt haben.
Polymeropoulos war 26 Jahre lang als Operationsoffizier der CIA tätig, bevor er 2019 in den Ruhestand ging, und kommentiert heute häufig Fragen der Nachrichtendienste, während Weiss ein erfahrener Außenpolitik-Reporter ist. The Bulwark, das Medium hinter dem Podcast, wurde 2018 von konservativen Trump-Kritikern gegründet.
Auf die Frage, was Ratcliffe in Moskau wohl vorhaben könnte, erklärte Polymeropoulos, dass der Austausch mit Gegnern zu den Kernaufgaben der amerikanischen Nachrichtendienste gehöre. Die eine Sache, die der US-Nachrichtendienst tue, sei, mit seinen Feinden zu sprechen, obwohl man genau wisse, dass es Feinde seien — daher sei es nicht ungewöhnlich, dass ein CIA-Direktor sich mit einem US-Gegner treffe.
Treffen zwischen einem amtierenden CIA-Direktor und russischen Geheimdienstvertretern sind selten, aber nicht beispiellos: William Burns, der vor seiner Zeit an der Spitze der Behörde US-Botschafter in Moskau war, traf im November 2021 in der russischen Hauptstadt den Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergey Naryshkin.
"Und, you know, I will say that these things come out," sagte Polymeropoulos über Ratcliffes Besuch. "We're going to, you know, there will be enough leaks because the one thing that CIA director Ratcliffe's and his PR team ... [are] really good at is leaking to reporters. Don't be surprised if you get an email saying, you know, behind the scenes this is is what we really talk about."
Weiss skizzierte zwei mögliche Denkrichtungen zu Trumps Außenpolitik. Die erste besagt, der Präsident gehe lediglich seinem eigenen Geschäft nach.
"Number one, Trump is just — his mind is rice pudding. He doesn't really know what he's doing. He just knows that he's angry. He's resentful. He wants things and he knows that he has a better chance of getting them from our friends and allies than he does from our adversaries because he treats our adversaries with utter deference, just utter abject, humiliating deference," sagte Weiss. "And then he treats our allies and friends like s——. Like they're our adversaries."
Die zweite Denkrichtung, fuhr er fort, stamme von jenen, die glauben, Trump verfolge eine Art "grand strategy" — oder, wie er es ausdrückte, er sei am "scheming".
"It's really to destroy the West or to destroy NATO, weaken our alliances, and basically bring the Russians in from the cold, and I don't know, establish these warm and fuzzy relationships with our historical adversaries," sagte Weiss. "And you know, admittedly, it's hard to figure out. I mean, I tend toward the former explanation."
"I just don't give him that much credit," bemerkte Weiss.
"I mean, again, he thought he could go to war with Iran, do regime change on the cheap, no boots on the ground, an air war, slot in Oman ... a few Kurds, and call it a day," sagte Weiss. "I just don't give him that much credit."
"This is not a guy to me that says, 'Grand Design' or 'Big strategic thinker, here," fügte er hinzu.
An diesem Punkt bat Weiss Polymeropoulos, das Profil für Trump zu skizzieren.
"That's a great question. I love this question. I can only imagine what the psychological profile of foreign intelligence services are," sagte Polymeropoulos. "They're probably short. It's probably a one — you know, our policymakers love a one-pager. This is an easy one-pager. He has no ideology. He believes in nothing. He is transactional in everything. And the final piece is that everything is right now. It's here and now, what he's feeling. Everything's based on a whim. And that's how you that's how you describe the crazy whiplashes."
Er fügte hinzu, dass man nicht zu viel Zeit darauf verwenden sollte, es zu entschlüsseln.
"He is a transactional, I guess you could call it, maybe apolitical is the wrong word but he — there is no ideology. There's no Trump doctrine. There's nothing other than, of course, personally enriching him and his family. To me, it's pretty easy. And that sounds a lot like Middle Eastern dictators I deal with all the time," schloss Polymeropoulos.
Quelle: Alternet