NachrichtenMakroTrump warnt Iran und Oman angesichts eskalierender Spannungen in der Straße von Hormuz

Trump warnt Iran und Oman angesichts eskalierender Spannungen in der Straße von Hormuz

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Trump forderte nach dem Ablauf einer Frist aus einem Memorandum of Understanding die Kapitulation Irans und warnte, dass Oman ins Visier geraten könnte, sollte es die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz behindern.
  • Die Straße von Hormuz passiert rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und einen erheblichen Anteil des weltweiten LNG; frühere Angriffe in der Region haben Kriegsrisikoversicherungsprämien und Umleitungskosten in die Höhe getrieben.
  • Oman, das historisch als neutraler Vermittler zwischen Washington und Teheran diente und die Kontakte vor dem Atomabkommen von 2015 beherbergte, hat nun eine öffentliche Warnung des US-Präsidenten erhalten.
  • Die Prognosemärkte preisen nur noch eine 10,5-%-Wahrscheinlichkeit für ein US-iranisches Abkommen an, das den normalen Verkehr durch die Straße von Hormuz bis zum 31. August wiederherstellt – nach 12 % vor einem Tag und 25 % vor einer Woche.
  • Die Marktpreise deuten auf eine bloße 3,5-%-Wahrscheinlichkeit hin, dass die 60-tägige US-iranische Verhandlungsfrist verlängert wird – im Einklang mit festgefahrenen Gesprächen angesichts des anhaltenden Konflikts.
Trump warnt Iran und Oman angesichts eskalierender Spannungen in der Straße von Hormuz

US-Präsident Donald Trump hat Iran nach dem Ablauf einer Frist aus einem Memorandum of Understanding aufgefordert, „die weiße Flagge der Kapitulation zu hissen“. Trump richtete zudem eine Warnung an Oman und erklärte, das Land gerate ins Visier, falls es die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz behindert.

Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen in der Region. Iran hat Angriffe auf Schiffe wieder aufgenommen, während die Vereinigten Staaten eine Seeblockade aufrechterhalten. Für die Schifffahrts- und Energiebranchen sind die Folgen einer Unterbrechung an der Straße von Hormuz struktureller Natur: Der schmale Engpass zwischen Iran und Oman passiert rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und einen erheblichen Anteil des weltweit verflüssigten Erdgases, einschließlich der Exporte Katars, und die Produzenten am Golf verfügen nur über begrenzte überländische Pipelinekapazitäten zur Umgehung der Meerenge. Historisch haben sich Angriffe auf Handelsschiffe in der Region in höheren Kriegsrisikoversicherungsprämien und Umleitungskosten für Tanker- und LNG-Betreiber niedergeschlagen, weshalb die Schifffahrtsrouten rund um die Meerenge als Frühindikator einer Eskalation genau beobachtet werden.

Die Einbeziehung Omans – eines nicht am Konflikt beteiligten Vermittlers – deutet auf eine Ausweitung des Konflikts hin und stellt eine bemerkenswerte Abkehr von der etablierten diplomatischen Position des Sultanats dar. Oman ist historisch einer der wenigen neutralen Gesprächspartner zwischen Washington und Teheran und beherbergte die diskreten US-iranischen Kontakte vor dem Atomabkommen von 2015, weshalb eine öffentliche Warnung an Maskat über einen einzelnen bilateralen Konflikt hinaus Gewicht hat.

Die Prognosemärkte, die die Wahrscheinlichkeit realer Ereignisse nahezu in Echtzeit bepreisen und in der Regel schnell auf geopolitische Schlagzeilen reagieren, haben auf diese Entwicklungen mit einem deutlichen Rückgang der Wahrscheinlichkeit eines US-iranischen Abkommens reagiert, das den normalen Verkehr durch die Straße von Hormuz bis Ende August wiederherstellen soll. Die Marktpreise weisen nun nur noch auf eine 10,5-%-Wahrscheinlichkeit (JA) für ein solches Abkommen bis zum 31. August hin, nach 12 % vor einem Tag und 25 % vor einer Woche. Die Wahrscheinlichkeit ist im Laufe der vergangenen Woche deutlich gefallen, was ein gestiegenes wahrgenommenes Risiko und eine weitere Verschlechterung der diplomatischen Kanäle widerspiegelt, wie das Ultimatum Trumps zeigt.

Auch der Markt für eine Verlängerung der 60-tägigen US-iranischen Verhandlungsfrist verzeichnet einen Rückgang des Vertrauens: Die aktuellen Preise deuten auf eine bloße 3,5-%-Wahrscheinlichkeit (JA) einer Verlängerung hin. Der anhaltende Konflikt und das Ausbleiben von Fortschritten in den Gesprächen decken sich mit Szenarien, in denen weder eine Verlängerung noch ein Abkommen erreicht wird.

Zusammengefasst deuten Trumps Erklärung und seine Warnung an Oman auf eine Eskalation des US-iranischen Konflikts hin, wobei sich die Marktwahrnehmung im Einklang mit den gestiegenen Spannungen und den Herausforderungen für die Diplomatie verschiebt.

Worauf zu achten ist

Beobachter sollten offizielle Erklärungen des Weißen Hauses oder des iranischen Außenministeriums auf Hinweise für diplomatische Fortschritte oder eine weitere Eskalation hin verfolgen. Eine neue Runde von Angriffen oder militärischen Auseinandersetzungen in der Region könnte die Marktwahrnehmung zusätzlich beeinflussen. Auch Vermittleraktionen oder Ankündigungen aus Oman, Katar oder Pakistan könnten Verschiebungen in der Verhandlungsdynamik signalisieren und die Marktpreise beeinflussen.