Haberman sagt, Trump ignoriere die Warnungen seines eigenen Teams vor Wählerärger vor den Midterms
Wichtige Erkenntnisse
- •Maggie Haberman sagte bei Morning Joe, Trumps Berater hätten ihn aufgefordert, sich vor den Midterms mit den Sorgen der Wähler zu befassen, doch er zeige bislang wenig Interesse.
- •Joe Scarborough verwies auf Umfragen, denen zufolge Trumps Zustimmungswerte in Georgia um 31 Punkte, in North Carolina um 25 Punkte und in Texas um 22 Punkte im Minus lägen.
- •Interne Umfragen von Trumps Meinungsforscher Tony Fabrizio, die Haberman und Jonathan Swan erhielten, hätten gewarnt, dass Präsident und Republikaner offen über die Lage der Wähler bei der Wirtschaft sprechen müssten.
- •Haberman sagte, parteipolitisches Taktieren im Inland und Gespräche über die Wirtschaft langweilten Trump, und er habe gesagt, Republikaner schnitten ohne ihn auf dem Stimmzettel schlechter ab.
- •Im November stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und mehr als 30 Sitze im Senat zur Wahl; die Kontrolle über das Repräsentantenhaus bringt Ausschussvorsitze und Vorladungsbefugnisse mit sich.

Am Montagmorgen bei MS NOW sagte die Journalistin und Autorin Maggie Haberman, die Berater von Präsident Donald Trump hätten ihn eindringlich aufgefordert, auf die Sorgen der Wähler einzugehen, doch der Präsident scheine sie bislang zu ignorieren, während die Midterms näher rücken — Wahlen, bei denen im November alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und mehr als 30 Sitze im Senat zur Abstimmung stehen, während die Republikaner in beiden Kammern knappe Mehrheiten verteidigen.
Haberman, leitende politische Korrespondentin der The New York Times und gerade frisch vom Erfolg ihres Trump-Regierungs-Enthüllungsbuchs Regime Change zurück, das sie gemeinsam mit ihrem Times-Kollegen Jonathan Swan verfasst hat, war zu Gast in der neuesten Ausgabe von Morning Joe, wo Moderator Joe Scarborough sie auf das offensichtliche Desinteresse des Präsidenten an den Anliegen der Wähler ansprach — obwohl Umfragen darauf hindeuten, dass seine Zustimmungswerte selbst im traditionell konservativen Süden einbrechen.
"What I don't get is you look at those numbers in the Deep South, -31 in Georgia, -25 in North Carolina, that's just for a guy from the Deep South, that's staggering to me that he's that low, even -22 in Texas. I didn't think I would ever see that," sagte Scarborough. "And yet the president seems so oddly disinterested. He's, as you said a couple of weeks ago, he's focused on construction projects and vengeance. He never got out and campaigned for the big, beautiful bill, as republicans called it. He doesn't talk about affordability without mocking and ridiculing it. The thing that I mean right now, my big question is why is he so disengaged from the fact there's an election coming up?"
Das von Scarborough erwähnte "big, beautiful bill" ist das umfassende Steuer- und Ausgabengesetz, das Trump im Juli 2025 unterzeichnete.
Als Antwort verwies Haberman auf interne Umfragen, die sie und Swan während der Arbeit an ihrem Buch erhalten hatten. Die Erhebung, durchgeführt von Trumps "main pollster" Tony Fabrizio — der auch für Trumps Präsidentschaftskampagnen 2016 und 2020 umfragte — und an viele seiner Berater verteilt, sei "very clear on where the voters are on the economy" gewesen.
"And it was... a warning that Republicans and the president need to be honest, 'HONEST' in all caps, about where things are," erklärte Haberman. "It's the end of August. I don't think that the president has really turned that honest view around."
Haberman fügte hinzu, dass Trump zwar wirtschaftliche Erfolge gern betone, Diskussionen über die Wirtschaft ihn jedoch "bores" — eine Tatsache, die nach ihren Worten denjenigen, die während seiner Zeit in Washington, D.C. mit ihm gearbeitet haben, wohlbekannt sei. Trotz der bevorstehenden Schwierigkeiten für die Republikaner bei den Midterms — die Partei des Präsidenten hat in fast jeder Nachkriegs-Midterm-Sitzung Sitze im Repräsentantenhaus verloren, darunter etwa 40 Sitze, die die Republikaner abgaben, als die Demokraten die Kammer 2018 übernahmen — interessiere sich Trump eher dafür, das zu tun, was er tun will, statt das, was er tun sollte, sagte sie.
"This politicking, domestic politicking bores him," fügte Haberman hinzu. "It was more interesting to him when it was rallies that were about him. It was more interesting to him when he was fighting for what he would say was survival, when he was very realistically facing prison time during the first campaign, if he did not win, which he was open about with people in private conversations. And now this is the part where he wants to do what he wants to do. You know, you and I both know, Joe, that often the question with him that people will ask is, why does he do X, Y, Z? And the answer is often because he can."
Haberman sagte weiter: "He has told people, and we wrote about this in the book, that he is proud Republicans don't do as well when he's not on the ballot. He doesn't want to get impeached again. They don't want a lot of oversight. He's not looking at this the way they did in 2018 or 2019. In 2018, he was sort of indifferent to the fact that Democrats were probably going to take the House and what that could mean for him. He has made very clear he's going to pardon any number of people who have come within a certain number of feet of the Oval Office. I don't expect we are going to see this government comply with subpoenas in any meaningful way. And so the intensity of it for him is very different than it is, you know, for other people in his government who don't necessarily have the same protections."
Trump wurde während seiner ersten Amtszeit zweimal angeklagt, 2019 und 2021, beide Male durch ein von den Demokraten kontrolliertes Repräsentantenhaus. Die Kontrolle über diese Kammer — samt der damit verbundenen Ausschussvorsitze und Vorladungsbefugnisse — gehört zu den Dingen, über die bei den Midterm-Wahlen im November entschieden wird.