Trump-Familie könnte in 10-Milliarden-Dollar-Klage gegen BBC aussagen müssen, sagen Anwälte
Wichtige Erkenntnisse
- •Trump reichte eine 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage gegen die BBC vor einem Bundesgericht in Florida wegen deren Dokumentation aus dem Jahr 2024 über die Kapitol-Unruhen vom 6. Januar ein und behauptete erhebliche wirtschaftliche Schäden für seine Marken.
- •Rechtsexperten sagen, dass Mitglieder der Familie Trump aussagen und Kommunikationen mit dem Präsidenten im Rahmen der Beweisaufnahme herausgeben müssten.
- •Ein Bundesrichter setzte einstweilen eine Anordnung aus, die Trump zur Offenlegung von Geschäftsinteressen gezwungen hätte, die über seinen Familien-Trust gehalten werden.
- •Das Ausmaß der Beweisaufnahme wird maßgeblich davon abhängen, ob Trumps geänderte Klageschrift Reputationsschäden von wirtschaftlichen Schäden trennt oder weiterhin persönliche Reputation mit Geschäftswert verknüpft.
- •Die Klage ist Teil eines umfassenderen Musters von Verleumdungsklagen, die Trump gegen große Medienorganisationen führt, einschließlich einer 15-Millionen-Dollar-Einigung mit ABC News im Jahr 2024.

Mitglieder der Familie von Präsident Donald Trump könnten im Rahmen der bevorstehenden 10-Milliarden-Dollar-Klage gegen die BBC zur Aussage gezwungen werden und Kommunikationen herausgeben müssen, berichteten Rechtsexperten Newsweek.
Trump verklagte die BBC wegen Verleumdung und unlauterer Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit deren Dokumentation aus dem Jahr 2024 über die Kapitol-Unruhen vom 6. Januar 2021. Die BBC hat die Vorwürfe des Präsidenten bestritten. Die vor einem Bundesgericht in Florida eingereichte Klage fordert einen der höchsten Schadensersatzbeträge, die je von einer öffentlichen Person in den USA gegen ein großes Medienunternehmen angestrengt wurden.
In seiner Klageschrift argumentierte Trump, die Dokumentation habe seinen verschiedenen Marken „erhebliche wirtschaftliche Schäden" zugefügt. Die BBC entgegnete, sie benötige Zugang zu seinen Finanzunterlagen, um zu beurteilen, ob die Klage begründet sei. Dieser Austausch verdeutlicht eine wiederkehrende Spannung in prominenter Verleumdungsprozessen: Kläger, die Geschäftsschäden geltend machen, sehen sich oft weitreichenden Beweisaufnahmepflichten gegenüber, die private Finanzdetails offenlegen können.
In der vergangenen Woche setzte US-Bezirksrichter Roy Altman einstweilen eine Anordnung aus, die Trump zur Offenlegung von Geschäftsinteressen gezwungen hätte, die über seinen Familien-Trust gehalten werden.
Die Medienanwältin Deanna Shullman sagte Newsweek, dass Mitglieder der Familie Trump möglicherweise verpflichtet werden könnten, Kommunikationen mit dem Präsidenten vorzulegen und Aussagen machen müssten. „Ich halte das für zulässig", sagte sie.
Howard Wasserman, Rechtsprofessor an der Florida International University, stimmte dieser Einschätzung zu. „Es sollte nichts Unantastbares an ihnen geben", sagte Wasserman. „Sie sind potenzielle Zeugen, die keine Parteien sind, aber über Kenntnisse des Geschäfts verfügen, genau wie viele andere Menschen, darunter auch Familienmitglieder der Parteien."
Der Fall hängt nun davon ab, ob eine bevorstehende geänderte Klageschrift Trumps angebliche Reputationsschäden von seinen Geschäftsinteressen trennen kann, so Shullman und Wasserman gegenüber Newsweek.
„Wenn die Änderung alle wirtschaftlichen Schäden ausschließt und sich wirklich auf Schäden wegen psychischer Gesundheit oder emotionaler Belastung konzentriert, könnte der Präsident erfolgreich diese Beweisaufnahme vermeiden", sagte Shullman.
Allerdings fügte sie hinzu, dass es „sehr schwierig" für Trump wäre, seine Finanzen abzuschirmen, falls die geänderte Klageschrift seine persönliche Reputation in irgendeiner Weise mit seiner Marke verknüpft.
„Ich halte es für durchaus möglich, dass die Familienmitglieder nach wie vor sehr relevante Informationen über die Schäden von Präsident Trump haben", sagte sie. „Sie könnten auch relevante Informationen zu anderen Fragen des Falls haben, wobei die Wahrheit eine davon ist."
Die Klage ist Teil eines umfassenderen Musters von Rechtsstreitigkeiten, die Trump gegen große Medienhäuser führt. Im Jahr 2024 einigte sich ABC News auf eine Zahlung von 15 Millionen Dollar zur Beilegung einer Verleumdungsklage, die Trump wegen eines Fernsehinterviews eingereicht hatte. Zudem reichte er Klagen gegen CBS News und das Des Moines Register ein. Verleumdungsklagen öffentlicher Personen in den USA erfordern grundsätzlich, dass Kläger nachweisen, dass ein Verlag mit „tatsächlicher Böswilligkeit" handelte – also mit Kenntnis der Falschheit oder rücksichtsloser Missachtung der Wahrheit –, ein Standard, der vom Obersten Gerichtshof in New York Times Co. v. Sullivan festgelegt wurde. Rechtsexperten werden genau beobachten, ob die geänderte Klageschrift Trumps Schadensersatztheorie eingrenzt und wie weitgehend das Gericht die Beweisaufnahme zu familiären Geschäftskommunikationen zulässt.