Trump fordert den Kongress auf, vor der Senatsabstimmung am 15. September eine „faire Version“ des CLARITY Act zu verabschieden
Wichtige Erkenntnisse
- •Trump forderte auf einem Treffen im Weißen Haus mit Vertretern der Kryptobranche und der Aufsichtsbehörden den Kongress auf, eine faire Version des CLARITY Act zu verabschieden, und argumentierte, dass klarere Regeln die globale Führungsrolle der USA gegenüber China bewahren würden.
- •Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Gesetzentwurf im Juli 2025, doch die Verhandlungen im Senat stockten wegen Streitpunkten zu tokenisierten Aktien, Stablecoin-Belohnungsprogrammen, illegaler Finanzierung und Ethikfragen.
- •Senatsmehrheitsführer John Thune hat für den 15. September eine Cloture-Abstimmung angesetzt, die 60 Stimmen erfordert und daher Unterstützung von Seiten der Demokraten benötigt, um das Gesetz voranzubringen.
- •Trumps Einsatz fällt mit Kritik wegen möglicher Interessenkonflikte zusammen, da laut Reuters seine Krypto-Unternehmungen im Jahr 2025 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten und die Demokraten strengere Ethik-Garantien fordern.
- •Bitcoin stieg am Mittwoch über 68.000 US-Dollar, und auch die Aktien von Coinbase, Strategy und Circle legten zu, da Anleger auf regulatorischen Optimismus reagierten.

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seine Bemühungen um den CLARITY Act erneuert und den Kongress aufgefordert, eine „faire Version“ des Gesetzentwurfs zur Marktstruktur für Kryptowährungen zu verabschieden. In einer Rede im Weißen Haus, bei der Vertreter der Kryptobranche und der Aufsichtsbehörden anwesend waren, argumentierte Trump, dass klarere Regulierungen die weltweite Führungsposition der Vereinigten Staaten gegenüber China bewahren würden.
Der Gesetzentwurf würde einen Bundesrahmen für die Regulierung digitaler Vermögenswerte schaffen und die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klar definieren. Diese Abgrenzung wird seit Jahren kontrovers diskutiert, denn ob ein digitaler Vermögenswert als Wertpapier oder als Ware eingestuft wird, bestimmt, welche Registrierungs-, Offenlegungs- und Handelsregeln für Emittenten und Plattformen gelten. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Entwurf im Juli 2025, doch die Verhandlungen im Senat stockten wegen Streitpunkten, darunter die Regulierung tokenisierter Aktien, Belohnungsprogramme für Stablecoins, Fragen illegaler Finanzierung sowie Ethikprobleme.
Der Senat befindet sich derzeit in seiner Augustpause, doch der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, wird die Verfahrensabstimmung für den 15. September ansetzen. Für einen Cloture-Antrag sind 60 Stimmen erforderlich, was Unterstützung von Teilen der Demokraten voraussetzt. Coinbase-CEO Brian Armstrong erklärte, der Entwurf könne mehr als 60 Stimmen erhalten, und bezeichnete ihn als entscheidend für die Entwicklung der Branche. Der CLARITY Act ist die Marktstruktur-Komponente einer zweiteiligen Bundesagenda für Kryptowährungen, die mit dem GENIUS Act begann – dem Stablecoin-Gesetz, das Trump im Juli 2025 unterzeichnete.
Politischer Druck um den CLARITY Act wächst
Trumps Unterstützung fällt mitten in eine Debatte über mögliche Interessenkonflikte, da die Familie Trump zahlreiche Krypto-Projekte betreibt. Laut Reuters brachten ihm Trumps Krypto-Unternehmungen im Jahr 2025 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar ein. Die Demokraten fordern die Verankerung strengerer ethischer Garantien. Wie Ruben Gallego argumentiert, sollte der Kongress und nicht der Präsident über die notwendigen Beschränkungen entscheiden.
Das Treffen im Weißen Haus zeigte, wie einflussreich die Kryptobranche in Washington geworden ist. Führungskräfte von Coinbase, Ripple, Robinhood, Kraken und anderen Unternehmen haben bei den Abgeordneten auf klare Regeln gedrängt, während Branchenverbände und politische Komitees hohe Summen für Interessenvertretung ausgaben. Das Ergebnis könnte Börsen, Token-Emittenten, Investoren und Blockchain-Entwickler betreffen.
Aufsichtsbehörden handeln ohne den Kongress weiter
Die Aufsichtsbehörden warten nicht auf die Abgeordneten. Die SEC hat Vorschläge zu Krypto-Token-Emissionen und zu einer möglichen Schonfristen-Regelung (Safe Harbor) vorangetrieben, während die CFTC über ihren Innovationsbeirat Technologie, Märkte und die Politik zu digitalen Vermögenswerten untersucht. Diese Initiativen könnten vorübergehend Klarheit schaffen, würden aber keinen umfassenden Rahmen des Kongresses ersetzen.
Für die Märkte ist das politische Vorhaben von Bedeutung. Bitcoin stieg am Mittwoch über 68.000 US-Dollar, während auch die Aktien von Coinbase, Strategy und Circle zulegten, da Anleger auf regulatorischen Optimismus reagierten. Der nächste große Test folgt am 15. September, wenn der Senat zurückkehrt und vor der 60-Stimmen-Schwelle steht; sollte der Senat eine eigene Version verabschieden, müsste diese noch mit dem Entwurf des Repräsentantenhauses abgeglichen werden, bevor das Gesetz Trump zur Unterzeichnung vorgelegt werden könnte. Bis dahin werden die Verhandlungen über den CLARITY Act, Ethikregelungen und regulatorische Zuständigkeiten im Mittelpunkt der US-Kryptodebatte stehen.