Trumps Antrag auf 1,5 Billionen Dollar für das Militärbudget: Eine Belastung von 4.600 Dollar pro Haushalt
Wichtige Erkenntnisse
- •Präsident Trumps beantragtes Militärbudget von 1,5 Billionen Dollar entspricht einer Erhöhung von rund 600 Milliarden Dollar gegenüber dem verabschiedeten Verteidigungshaushalt des Geschäftsjahres 2025 in Höhe von etwa 895 Milliarden Dollar.
- •Die vorgeschlagene Erhöhung der Verteidigungsausgaben beläuft sich auf rund 4.600 Dollar pro Haushalt und entspricht etwa 8 Prozent des gesamten Bundeshaushalts.
- •Das Pentagon hat sieben aufeinanderfolgende Finanzprüfungen nicht bestanden, was Fragen zur fiskalischen Rechenschaftspflicht innerhalb des Verteidigungsministeriums vor einer umfassenden Haushaltserweiterung aufwirft.
- •Die Abschaffung der USAID sparte rund 35 Milliarden Dollar pro Jahr, was weniger als 6 Prozent der geforderten Militärausgabenerhöhung entspricht.
- •Der Haushaltsantrag bedarf der Zustimmung des Kongresses und wird voraussichtlich eine kontroverse Debatte auf dem Capitol Hill auslösen.

Präsident Donald Trump fordert 1,5 Billionen Dollar an Militärausgaben für das kommende Geschäftsjahr. Dies entspricht einer Steigerung von rund 600 Milliarden Dollar (inflationsbereinigt) gegenüber dem Verteidigungshaushalt des Geschäftsjahres 2025 in Höhe von etwa 895 Milliarden Dollar, der verabschiedet wurde, bevor er sein Amt antrat.
Die vorgeschlagene Erhöhung ist nach nahezu jedem Maßstab in ihrem Ausmaß beispiellos. Sie beläuft sich auf rund 4.600 Dollar pro Haushalt und entspricht etwa 8 Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Die Vereinigten Staaten bestreiten bereits rund 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben und übertreffen die kombinierten Verteidigungshaushalte der nächstgrößeren Nationen – eine Lücke, die sich unter diesem Antrag erheblich vergrößern würde. Um das Ausmaß dieses Antrags einzuordnen: Er übertrifft Ausgabenbeträge, die in Washington Gegenstand intensiver Debatten waren, bei Weitem.
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr setzten sich die Demokraten für eine Verlängerung der erhöhten Subventionen für die Versicherungsbörsen des Affordable Care Act ein – eine Maßnahme, die 30 Milliarden Dollar pro Jahr gekostet hätte, also ein Zwanzigstel der Militärerhöhung, die Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth anstreben. Hintergrundinformationen des Congressional Research Service zum Verteidigungshaushalt finden Sie hier.
Die Zerschlagung der US Agency for International Development (USAID), die Elon Musk im vergangenen Frühjahr öffentlich feierte, wird voraussichtlich in den nächsten vier Jahren zu 4 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen, so Forschungsergebnisse, die in The Lancet veröffentlicht wurden00281-5/fulltext). Doch die Abschaffung dieses Programms sparte lediglich rund 35 Milliarden Dollar pro Jahr – weniger als 6 Prozent der Militärausgabenerhöhung, die Trump fordert.
Weitere inländische Programme veranschaulichen das Ausmaß der vorgeschlagenen Verteidigungserhöhung. Die jährlichen Kosten für eine Verlängerung der erweiterten Kindersteuergutschrift, die Kinderarmut halbierte, lagen bei rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr – weniger als ein Fünftel von Trumps vorgeschlagener Erhöhung. Die jährliche Zuwendung an die Corporation for Public Broadcasting betrug 550 Millionen Dollar, weniger als ein Tausendstel der geforderten zusätzlichen Militärausgaben.
Der Antrag wirft eine zentrale Frage auf: Hat sich das globale Sicherheitsumfeld in den 18 Monaten seit Trumps Amtsübernahme so erheblich verschlechtert, dass eine Zweidrittel-Erhöhung des Verteidigungshaushalts gerechtfertigt ist? Die Vereinigten Staaten kamen mit dem bisherigen Niveau der Militärausgaben aus, das nahezu alle Beobachter – einschließlich Trump während seiner ersten Amtszeit – als angemessen betrachteten. Das Pentagon hat bei seiner jüngsten Überprüfung sieben aufeinanderfolgende Finanzprüfungen nicht bestanden, was Fragen zur fiskalischen Rechenschaftspflicht innerhalb des Verteidigungsministeriums aufwirft, und dies bereits vor einer derart massiven Haushaltserweiterung.
Kritiker weisen darauf hin, dass die Umwandlung ehemaliger Verbündeter in Gegner erhebliche finanzielle Kosten mit sich bringt, und dass die zitierten Zahlen aus Trumps eigenem Haushaltsantrag und nicht aus den Schätzungen seiner Gegner stammen. Der Antrag bedarf der Zustimmung des Kongresses und stellt die Weichen für eine voraussichtlich heftige Haushaltsdebatte auf dem Capitol Hill. Weitere Haushaltsanalysen des Center for Economic and Policy Research finden Sie hier.
Quelle: AlterNet