Zinskurve vor und nach den Rückkäufen: Gesamte Kurve steigt nach anfänglichen Fortschritten bei den Langfristzinsen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind gegenüber Freitag gestiegen; nahezu die gesamte Zinskurve liegt inzwischen höher.
- •Das Rückkaufprogramm des Finanzministeriums für ältere, nicht mehr im Umlauf befindliche Wertpapiere startete 2024 mit dem Ziel, die Liquidität am Sekundärmarkt zu verbessern.
- •Die anfänglichen Rückgänge der Renditen längerlaufender Anleihen im Zusammenhang mit den Rückkäufen sind über die Laufzeiten hinweg weitgehend wieder verloren gegangen.
- •Renditebewegungen spiegeln multiple Einflüsse wider, darunter Fed-Politikerwartungen, Wirtschaftsdaten und Emissionen des Treasury, weshalb wöchentliche Schwankungen kaum einem einzelnen Faktor zuzuschreiben sind.

Wie steht es aktuell? Die Zehnjahresrenditen sind gegenüber Freitag gestiegen. Tatsächlich ist nach anfänglichen Fortschritten bei der Senkung der Langfristzinsen inzwischen nahezu die gesamte Zinskurve angestiegen.
Gemeint ist das Programm des US-Finanzministeriums zu regelmäßigen Rückkäufen älterer, nicht mehr im Umlauf befindlicher Wertpapiere, das 2024 mit dem erklärten Ziel startete, die Liquidität am Sekundärmarkt für Staatsanleihen zu verbessern. Beobachter verfolgten das Programm auch im Hinblick auf mögliche Effekte auf Renditen mit längeren Laufzeiten, da konzentrierte Käufe längerlaufender Papiere – bei sonst gleichen Bedingungen – dort Nachfrage schaffen könnten, wo der Angebotsdruck am größten ist. Die anfängliche Abwärtsbewegung der Langfristrenditen deutete auf gewisse Fortschritte in dieser Hinsicht hin; die neuesten Daten zeigen, dass dieser Gewinn über die Laufzeiten hinweg weitgehend wieder abgegeben wurde.
Abbildung 1: Zinskurve Stand 18.8. (blau), Stand 19.8. (orange), Stand 28.8. (grün), jeweils in %. Quelle: Treasury.
Die Renditen entlang der Kurve spiegeln zahlreiche Einflussfaktoren jenseits der Rückkaufoperationen wider, darunter die Erwartungen zur Politik der Federal Reserve, anstehende Wirtschaftsdaten und das Tempo der Anleiheemissionen, weshalb sich wöchentliche Schwankungen wie die gegenwärtige kaum einem einzelnen Faktor zuordnen lassen. Das Muster veranschaulicht dennoch das Ausmaß der Herausforderung: Die Zinsstruktur dauerhaft zu verschieben ist schwierig, wenn andere Kräfte in die entgegengesetzte Richtung wirken. Künftige Ergebnisse der Rückkaufoperationen und weitere Momentaufnahmen der Zinskurve werden zeigen, ob die früheren Fortschritte bei den Langfristzinsen zurückkehren.