NachrichtenKryptoThailands aktualisierte Krypto-Travel-Rule bringt Self-Custodial-Wallets in das Compliance-System

Thailands aktualisierte Krypto-Travel-Rule bringt Self-Custodial-Wallets in das Compliance-System

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Thailands Travel Rule für digitale Vermögenswerte tritt am 27. Februar 2027 in Kraft und verpflichtet lizenzierte Anbieter digitaler Vermögenswerte, Absender- und Empfängerdaten bei Kryptotransfers zu erheben und zu übermitteln.
  • Anbieter müssen Eigentum oder Kontrolle von Self-Custodial-Wallets verifizieren; bei Transfers ab 30.000 thailändischen Baht gelten zusätzliche Prüfungen.
  • Anbieter müssen Transaktionsdaten mindestens fünf Jahre aufbewahren und für regulatorische Prüfungen verfügbar machen.
  • SEC-Generalsekretärin Pornanong Budsaratragoon erklärte, die Regeln sollen das Risiko verringern, dass Anbieter digitaler Vermögenswerte für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht werden.
  • Der Rahmen folgt der Travel Rule der FATF, die 2019 auf virtuelle Vermögenswerte ausgeweitet wurde und bereits von Rechtsgebieten wie den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Singapur und dem Vereinigten Königreich umgesetzt wurde.
Thailands aktualisierte Krypto-Travel-Rule bringt Self-Custodial-Wallets in das Compliance-System

Thailand verschärft die Aufsicht über Kryptowährungstransfers und bindet Self-Custodial-Wallets stärker in das finanzielle Compliance-System des Landes ein.

Die Securities and Exchange Commission (SEC) teilte mit, dass die neue „Travel Rule für digitale Vermögenswerte“ am 27. Februar 2027 in Kraft treten wird. Nach diesen Vorschriften müssen lizenzierte Anbieter digitaler Vermögenswerte Informationen über Absender und Empfänger von Kryptotransfers erheben und übermitteln sowie Due-Diligence-Prüfungen bei Transaktionspartnern durchführen.

Eine wesentliche Änderung betrifft den Umgang mit Self-Custodial-Wallets – Wallets, bei denen Nutzer ihre eigenen privaten Schlüssel verwalten, anstatt sich auf eine Börse oder einen anderen Verwahrer zu verlassen. Thailändische Krypto-Anbieter müssen Eigentum oder Kontrolle solcher Wallets überprüfen, wann immer Kunden digitale Vermögenswerte senden oder empfangen. Bei Transfers ab 30.000 thailändischen Baht gelten zusätzliche Prüfungen zu Eigentum oder Kontrolle.

Anbieter müssen zudem Transaktionsdaten mindestens fünf Jahre aufbewahren und für regulatorische Prüfungen verfügbar machen. Die Anforderungen sollen den Behörden größere Einblicke in Krypto-Ströme ermöglichen und die Nutzung regulierter Plattformen für Finanzkriminalität eindämmen.

Die Generalsekretärin der thailändischen SEC, Pornanong Budsaratragoon, erklärte, die Regeln zielten darauf ab, „das Risiko zu verringern, dass Anbieter digitaler Vermögenswerte für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht werden“.

Damit reiht sich Thailand in die wachsende Zahl der Rechtsgebiete ein, die den globalen Travel-Rule-Rahmen umsetzen. Er soll Kryptotransfers nachvollziehbarer machen, indem identifizierende Informationen mit den Transaktionen mitgeführt werden müssen. Der Rahmen stammt von der Financial Action Task Force (FATF), der zwischenstaatlichen Organisation, die Standards gegen Geldwäsche festlegt. Die FATF hatte ihre langjährige Travel Rule – ursprünglich für Überweisungen im traditionellen Finanzwesen – im Jahr 2019 auf virtuelle Vermögenswerte ausgeweitet. Rechtsgebiete wie die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, Singapur und das Vereinigte Königreich haben seitdem eigene Umsetzungen mit unterschiedlichen Schwellenwerten und Behandlungen von Self-Custodial-Wallets eingeführt.

Für Nutzer geht die Bedeutung über eine weitere Compliance-Prüfung der Börsen hinaus: Transaktionen zwischen regulierten Plattformen und privat verwalteten Wallets werden künftig zunehmend verlangen, dass Nutzer nachweisen, dass sie das Wallet kontrollieren, von dem die Gelder gesendet oder empfangen werden. Der Eigentumsnachweis erfolgt üblicherweise durch eine signierte Nachricht aus dem Wallet oder eine kleine Testtransaktion – eine Praxis, die Nutzern in Rechtsgebieten mit ähnlichen Regeln bereits vertraut ist.

Die Vorschriften folgen zwei öffentliche Konsultationsrunden, die zu Beginn dieses Jahres stattfanden, und geben thailändischen Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte knapp sechs Monate Zeit, die für die Compliance erforderlichen Systeme aufzubauen.

Verwandte Entwicklungen: Thailand hat vorgeschlagen, „Funding Source Providers“ für Krypto-Unternehmen einzuführen (REGULIERUNG); die Regeln zur Identifikation von Krypto-Wallets im Vereinigten Königreich haben Compliance- und Durchsetzungsrisiken für Nutzer erhöht (REGULIERUNG); und die Bank of Thailand bereitet eine regulatorische Maßnahmenkampagne gegen Transaktionen mit USDT vor (REGULIERUNG).

Quelle: BitcoinKE