NachrichtenKryptoThailand führt Travel Rule für Krypto-Transfers mit neuen Prüfungen von Self-Custodial-Wallets ein

Thailand führt Travel Rule für Krypto-Transfers mit neuen Prüfungen von Self-Custodial-Wallets ein

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die thailändische SEC erließ am 2. September Travel-Rule-Anforderungen für Geschäftsbetreiber digitaler Assets; diese treten am 27. Februar 2027 in Kraft.
  • Betreiber müssen das Eigentum oder die Kontrolle von Kunden über Self-Hosted-Wallets verifizieren, wenn Assets an solche Wallets gesendet oder von ihnen empfangen werden.
  • Transaktionsbezogene Informationen müssen mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden; in den ersten zwei Jahren sind sie für die Aufseher unmittelbar zugänglich zu halten.
  • Die Regeln wurden gemeinsam mit der thailändischen Anti-Geldwäsche-Behörde entwickelt und folgen FATF-Standards, die unter anderem in Japan, Singapur und Südkorea bereits übernommen wurden.
  • Die SEC erwartet, dass der Rahmen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und technologiebezogene Kriminalität verhindert und das Vertrauen in Thailands Markt für digitale Assets stärkt.
Thailand führt Travel Rule für Krypto-Transfers mit neuen Prüfungen von Self-Custodial-Wallets ein

Thailand hat neue Travel-Rule-Anforderungen für Transfers digitaler Assets verabschiedet, wodurch die Aufsicht über Kryptowährungstransaktionen verschärft und der regulatorische Rahmen des Landes stärker an internationale Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche angeglichen wird.

Die Securities and Exchange Commission (SEC) erließ die Regeln am Mittwoch, dem 2. September. Die Anforderungen gelten für Geschäftsbetreiber digitaler Assets und treten am 27. Februar 2027 in Kraft. Der Rahmen soll die Überwachung von Transaktionen verbessern und die Nutzung von Kryptodiensten für Geldwäsche und technologiebezogene Kriminalität reduzieren.

Die sogenannte Travel Rule stammt aus Empfehlungen der Financial Action Task Force (FATF), der zwischenstaatlichen Organisation, die globale Standards zur Geldwäschebekämpfung festlegt. Die FATF hatte die Regel – lange auf klassische Banküberweisungen angewendet – im Jahr 2019 erstmals auf virtuelle Assets ausgeweitet; Jurisdiktionen wie Japan, Singapur und Südkorea haben inzwischen eigene Versionen umgesetzt. Mit der Übernahme reiht sich Thailand in diese breitere internationale Bewegung für mehr Transparenz bei Transfers ein.

Self-Custodial-Wallets unterliegen neuen Prüfungen

Ein zentrales Element der Regeln ist die Aufsicht über Transfers mit Self-Hosted-Wallets. Betreiber digitaler Assets müssen das Eigentum oder die Kontrolle eines Kunden über ein Self-Hosted-Wallet verifizieren, sobald der Kunde Assets an solche Wallets sendet oder von ihnen empfängt.

Betreiber müssen außerdem Informationen über Kunden und Transaktionsgegenparteien erheben, diese Gegenparteien verifizieren und die an einem Transfer beteiligten Geschäftsbetreiber digitaler Assets oder Dienstleister bewerten.

Darüber hinaus sind Betreiber verpflichtet, transaktionsbezogene Informationen mindestens fünf Jahre aufzubewahren. In den ersten zwei Jahren müssen die Unterlagen für die Aufseher unmittelbar zugänglich bleiben.

Travel Rule erweitert die Transparenz von Transfers

Der Rahmen schreibt zudem vor, dass Informationen über Absender und Empfänger Transfers zwischen Betreibern digitaler Assets begleiten müssen. Sind Vermittler an einer Transaktion beteiligt, müssen Betreiber diese verifizieren und zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Sichtbarkeit über die gesamte Transferstrecke hinweg zu gewährleisten.

Die SEC entwickelte den Rahmen in Zusammenarbeit mit der thailändischen Anti-Geldwäsche-Behörde (Anti-Money Laundering Office); vor der Finalisierung der Anforderungen hatten die Aufseher in diesem Jahr bereits Marktteilnehmer konsultiert.

Laut SEC werden die Regeln die Rückverfolgbarkeit digitaler Assets stärken und dazu beitragen, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und technologiebezogene Straftaten zu verhindern. Die Behörde erwartet zudem, dass die Maßnahmen das Vertrauen in Thailands Markt für digitale Assets verbessern und Verbindungen zu internationalen Märkten unterstützen. Dieser Vertrauensfaktor ist für Thailands Kryptosektor relevant, in dem lizenzierte Börsen und Broker unter einem Regulierungsregime arbeiten, das die Regierung auszubauen sucht – zuletzt durch Schritte zur Regulierung von Stablecoins und Pilotprojekte zur Aufsicht über digitale Assets für institutionelle Anleger.

Der verzögerte Inkrafttretenszeitpunkt gibt Kryptounternehmen Zeit, Systeme für Informationserhebung, -übermittlung, Wallet-Verifizierung und Transaktionsüberwachung aufzubauen – eine Compliance-Anstrengung, die für kleinere Betreiber wohl belastender sein dürfte als für größere, international vernetzte Plattformen. Sobald die Regeln gelten, unterliegen Nutzer zusätzliche Prüfungen bei Transfers mit Self-Custodial-Wallets – eine Veränderung, die beeinflussen könnte, wie Privatkunden Gelder zwischen Börsen und persönlichen Wallets bewegen.