NachrichtenKryptoFALLSTUDIE | Diese Bitcoin-Mining-Wette zeigt, warum erneuerbare Energie allein kein tragfähiges Geschäftsmodell ist

FALLSTUDIE | Diese Bitcoin-Mining-Wette zeigt, warum erneuerbare Energie allein kein tragfähiges Geschäftsmodell ist

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Tether startete 2023 sein erstes großes Bitcoin-Mining-Projekt in Südamerika in Uruguay und errichtete zwei Standorte im Departamento Florida.
  • Ein früherer Auftragnehmer schätzte die Investitionen auf rund 120 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 60 Millionen US-Dollar pro Standort.
  • Der Streit drehte sich darum, ob der Vertrag mit UTE Tethers Stromzuteilung als Mindest- oder Höchstmenge festlegte; zeitweise fehlte den Standorten tagelang ausreichend Strom.
  • Nach gescheiterten Neuverhandlungen stellte Tethers lokale Einheit die Zahlung der Stromrechnungen ein, und UTE kappte am 25. Juli 2025 die Stromversorgung.
  • Der Fall zeigt, dass erneuerbare Energie allein kein tragfähiges Bitcoin-Mining-Geschäft garantiert, wenn Versorgung, Preis und Vertragsbedingungen nicht stabil sind.
FALLSTUDIE | Diese Bitcoin-Mining-Wette zeigt, warum erneuerbare Energie allein kein tragfähiges Geschäftsmodell ist

Tethers gescheitertes Bitcoin-Mining-Projekt in Uruguay bietet eine lehrreiche Warnung für eine Branche, die auf einer einfachen Gleichung basiert: günstigen, zuverlässigen Strom in Bitcoin umzuwandeln.

Im Jahr 2023 wählte Tether Uruguay als erstes großes Mining-Vorhaben in Südamerika und bezeichnete das Land wegen seiner reichlich vorhandenen erneuerbaren Energie, des zuverlässigen Stromnetzes und der politischen Stabilität als „perfekte Plattform“. Das Unternehmen errichtete zwei Standorte im ländlichen Departamento Florida; ein früherer Auftragnehmer schätzte die Investitionen auf rund 120 Millionen US-Dollar, also etwa 60 Millionen US-Dollar pro Standort.

Das Projekt sollte als Sprungbrett für eine Expansion nach Brasilien, Paraguay und Argentinien dienen.

Doch das Vorhaben stieß auf ein Problem, das auch erneuerbare Energie nicht lösen konnte: Auf wie viel Strom konnte Tether tatsächlich zählen?

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Im Zentrum des Streits stand Tethers Vertrag mit Uruguays staatlichem Versorger UTE. Tether verstand die vereinbarte Stromzuteilung als Mindestmenge, die mit der Erweiterung der Mining-Standorte erhöht werden konnte. UTE interpretierte sie als Obergrenze. Mit dem steigenden Strombedarf blieben die Anlagen zeitweise tagelang ohne ausreichend Strom.

Ende 2024 hatte sich der Streit bereits zu einem ernsthaften operativen Problem entwickelt.

Versuche, die Vereinbarung neu zu verhandeln, scheiterten. Im Jahr 2025 stellte Tethers lokale Einheit Microfin die Zahlung der Stromrechnungen ein und teilte UTE mit, dass sie beabsichtige, die Verträge zu kündigen. UTE kappte die Stromversorgung der Standorte schließlich am 25. Juli 2025. Tether teilte den Arbeitsbehörden später mit, dass es den Betrieb einstellen und den Großteil der lokalen Belegschaft entlassen werde.

Das ist bedeutsam, weil Bitcoin-Mining nicht einfach nur erneuerbaren Strom benötigt. Es braucht planbaren Strom zu einem Preis, der es den Maschinen ermöglicht, dauerhaft zu laufen.

Uruguay verfügt über eines der stärksten Profile für erneuerbare Energien weltweit, doch das macht das Land nicht automatisch zu einem günstigen Standort für Bitcoin-Mining. Von Reuters zitierte Analysten sagten, dass die relativ hohen Stromkosten des Landes es für eine Aktivität weniger attraktiv machen, deren Wirtschaftlichkeit stark von billigem Strom abhängt. Das zuverlässige Stromnetz und die Konnektivität des Landes könnten stattdessen für Rechenzentren und KI-Computing wertvoller sein, wo die Wirtschaftlichkeit höhere Stromkosten tragen kann.

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Auch das Timing verschärfte das Problem. Die Wirtschaftlichkeit des Bitcoin-Minings ist seit dem Halving im April 2024 schwieriger geworden, da die Blockbelohnung gesenkt wurde und Änderungen beim Bitcoin-Preis sowie steigende Betriebskosten den Druck auf Miner erhöht haben, günstigeren und effizienteren Strom zu sichern.

Der Fall Uruguay verdeutlicht daher einen Unterschied, der in Diskussionen über nachhaltiges Bitcoin-Mining leicht übersehen wird: Erneuerbare Energie ist eine Stromquelle. Für sich genommen ist sie kein tragfähiges Geschäftsmodell für Mining.

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Miner benötigen

klare vertragliche Rechte auf Strom,

verlässliche Kapazitäten,

wettbewerbsfähige Tarife,

planbares Wachstum und

eine Wirtschaftlichkeit, die auch dann tragfähig bleibt, wenn sich Bitcoin-Preise oder Mining-Belohnungen ändern.

Tethers Erfahrung zeigt, dass ein Land über reichlich saubere Energie verfügen und dennoch ein schwieriger Ort für Bitcoin-Mining sein kann.

Für Miner lautet die eigentliche Frage nicht: „Ist der Strom erneuerbar?“ Sondern: „Kann ich genug davon zu einem vorhersehbaren Preis und unter Bedingungen sichern, die es mir erlauben, profitabel zu bleiben?“

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