Arthur Hayes sagt anhaltende Krypto-Rally voraus und bezeichnet Bitcoin als den „globalen Liquiditäts-Rauchmelder“, während das Treasury die 5%-Renditemarke verteidigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Hayes führt die Bewegung bei Bitcoin auf einen verdeckten Anstieg der Dollar-Liquidität unter Finanzminister Scott Bessent zurück.
- •Er sagt, länger laufende Rückkäufe von Staatsanleihen sollten die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen begrenzen, die er als zentrale Kennzahl des Finanzsystems betrachtet.
- •Hayes vergleicht Bessents Ansatz mit Janet Yellens Emissionsverschiebung im Jahr 2023, die das Reverse-Repo-Programm der Fed von $2.5 trillion auf etwa $100 billion reduzierte.
- •Seiner Ansicht nach reagiert Bitcoin auf die Mechanik von Treasury-Emissionen und Bankreserven als Signal für die allgemeine Liquiditätslage, nicht als eigenständige Marktnarrative.
- •Maelstrom hat sich über Bitcoin, Ether, Ethena und Ether.fi hinweg auf maximum risk positioniert, während Hayes vor höherer Volatilität warnt.

Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX und Chief Investment Officer von Maelstrom, hat erklärt, dass ein neuer Bitcoin-Bullenmarkt im Gange sei. Als Grund nennt er eine seiner Darstellung nach verdeckte Ausweitung der Dollar-Liquidität unter dem US-Finanzminister Scott Bessent.
In seinem jüngsten Essay „Same Same But Different“ argumentiert Hayes, dass Bessents aggressiver Einsatz von Rückkäufen länger laufender US-Staatsanleihen einer Form monetärer Stimulierung gleichkomme, die überproportional in Bitcoin und breitere Risikoanlagen fließen werde.
Nach Ansicht von Hayes signalisiert die jüngste Entscheidung des Treasury, Rückkäufe am langen Ende der Zinskurve auszuweiten – wenn auch zunächst in begrenztem Umfang – ein breiteres Bekenntnis dazu, die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen zu drücken, die er als den wichtigsten Preis im amerikanischen Finanzsystem bezeichnet. Sowohl Verbraucherkredite für Hypotheken als auch die Finanzierungskosten von Unternehmen orientieren sich an diesem Referenzwert, sodass Maßnahmen des Treasury in diesem Bereich die Finanzierungsbedingungen weit über den Anleihemarkt hinaus beeinflussen können. Behörden hätten die Marke von 5% historisch als harte Obergrenze behandelt, die ein entschlossenes Eingreifen erfordere.
Als die Renditen Ende 2023 dieser Schwelle nahe kamen, inszenierte die damalige Finanzministerin Janet Yellen eine erhebliche Liquiditätsspritze, indem sie die Emission auf kurzlaufende Treasury Bills verlagerte und damit das Reverse-Repo-Programm der Federal Reserve von $2.5 trillion auf rund $100 billion reduzierte. Hayes merkt an, dass dieser später als „Activist Treasury Issuance“ bezeichnete Schritt ungenutztes Geld in das Bankensystem zurückführte und den Nasdaq 100 sowie Bitcoin deutlich nach oben trieb, obwohl die Federal Reserve die Leitzinsen auf erhöhtem Niveau beließ und gleichzeitig ihre Bilanz verkleinerte.
Zur Ankündigung des Essays auf X schrieb Hayes:
"Same Same But Different" is an essay on why you should back up the truck and buy crypto with both hands. "Bad Gurl Yellen and Buffalo Bill Bessent are the same whether their rhetoric before taking office differed. They both suffered under the yoke of politicians who couldn’t… pic.twitter.com/JVduhAnS8S
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) August 25, 2026
Monetarisierungsmechanik: T-Bill-Strategie, Renditekontrolle und Bitcoins Liquiditätssignal
Hayes zieht eine direkte Parallele zwischen Yellens Strategie bei der Emission von Bills und Bessents aktuellem Ansatz. Durch eine Ausweitung der T-Bill-Emission kann Bessent nach Hayes’ Darstellung auf das Reserves Management Program der Federal Reserve zurückgreifen, um Bankreserven zu schaffen und die Papiere aufzunehmen, wodurch Fiskaldefizite effektiv monetarisiert werden, ohne dass eine neue Zustimmung des Kongresses erforderlich wäre.
Die Erlöse könnten dann für Rückkäufe länger laufender Schuldtitel verwendet werden, wodurch die Renditen gedeckelt und Liquidität in die Finanzmärkte eingespeist würde. Hayes zufolge könnte Bessent bei einem Anstieg der 10-jährigen Rendite über 5% zu einer de facto Yield-Curve-Control oder zum Abbau des Treasury General Account übergehen, der derzeit etwa $1 trillion umfasst.
Bitcoin fungiert nach Hayes’ Ansicht als der „global liquidity smoke alarm“ und steigt in Erwartung solcher Liquiditätsspritzen. Er erwartet weiteren Aufwärtsdruck, warnt aber vor höherer Volatilität und rät zu ungehebelten, langfristigen Positionierungen statt spekulativer Hebelwirkung.
Maelstrom, sein Investmentfonds, hat sich über Bitcoin, Ether, Ethena und Ether.fi hinweg auf „maximum risk“ positioniert. Auch wenn ein alternatives Szenario fiskalischer Zurückhaltung theoretisch möglich bleibe, hält Hayes es vor den anstehenden Wahlen politisch für unwahrscheinlich. Er kommt zu dem Schluss, dass die Richtung für Dollar-sensitive Vermögenswerte unabhängig davon klar nach oben zeigt, ob sich die Liquidität schrittweise über zusätzliche Rückkäufe oder abrupt durch aggressivere Eingriffe ausweitet.
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