NachrichtenAktienApple-Aktie gibt um 1,8 Prozent nach: CEO-Wechsel rückt KI-Strategie in den Fokus

Apple-Aktie gibt um 1,8 Prozent nach: CEO-Wechsel rückt KI-Strategie in den Fokus

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • John Ternus, Apples Leiter der Hardware-Entwicklung, soll Tim Cook als CEO nachfolgen; die Apple-Aktie reagierte mit einem Rückgang von 1,8 Prozent.
  • Unter Cook gab Apple über 1 Billion US-Dollar an die Aktionäre zurück, und die Aktie legte um mehr als 2.200 Prozent zu; die iPhone-Verkäufe stiegen von rund 72 Millionen Einheiten im Jahr 2011 auf geschätzte 255 Millionen in diesem Jahr.
  • Ternus steht unter Druck, Apples KI-Strategie zu verbessern, da das Unternehmen bei der breiten Verfügbarkeit generativer KI-Funktionen hinter Google, Microsoft und Samsung zurückliegt.
  • Apple wird mit rund dem 33-Fachen der Gewinne des nächsten Jahres gehandelt gegenüber etwa dem 20-Fachen beim S&P 500, während zugleich Bauteilkosten steigen und die Abhängigkeit von der Produktion in China anhält.
  • Bei Ternus' erster großer Launch-Veranstaltung wird ein faltbares iPhone erwartet; IDC schätzt, dass es bis Ende 2027 rund 40 Prozent des Marktes für faltbare Smartphones erobern könnte.
Apple-Aktie gibt um 1,8 Prozent nach: CEO-Wechsel rückt KI-Strategie in den Fokus

Die Apple-Aktie (AAPL) gab am Montag um 1,8 Prozent nach, während John Ternus sich darauf vorbereitet, Tim Cook als Chief Executive Officer (CEO) nachzufolgen. Ternus leitete die Hardware-Entwicklung von Apple – eine Rolle, die ihn ins Zentrum der Produktentwicklung des Unternehmens über iPhone, Mac und neuere Geräteserien stellte. Der Führungswechsel fällt in eine Zeit, in der sich Apple einer Bewertung von 5 Billionen US-Dollar nähert und unter wachsendem Druck steht, jenseits des iPhone und des Services-Geschäfts neue Wachstumsquellen zu finden. Anleger beobachten genau, wie der Übergang die Strategie, die Ausgaben und die Produkt-Roadmap des Unternehmens prägen könnte.

Ein deutlich größeres Unternehmen, als Cook es übernahm

Ternus erbt ein Unternehmen, das unter Cooks Führung dramatisch gewachsen ist. Als Cook 2011 CEO wurde, verkaufte Apple jährlich rund 72 Millionen iPhones. Counterpoint Research schätzt nun, dass das Unternehmen in diesem Jahr etwa 255 Millionen Einheiten absetzen wird.

Cook baute zudem Apples Services-Geschäft aus – das den App Store, iCloud, Apple Music und Werbung umfasst – und hielt einen stabilen Produktzyklus aufrecht. Während seiner Amtszeit gab das Unternehmen über 1 Billion US-Dollar durch Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Die Aktie hat seit seinem Amtsantritt mehr als 2.200 Prozent zugelegt.

KI und Siri unter den wichtigsten Prioritäten

Ternus steht unmittelbar unter Druck, Apples Strategie im Bereich der künstlichen Intelligenz zu stärken. Das Unternehmen hat neue Siri-Funktionen angekündigt, die mehr Aufgaben übernehmen sollen, obwohl frühe Tests zeigten, dass einige Antworten langsamer blieben als die konkurrierender Assistenten. Apple ist bei der breiten Verfügbarkeit generativer KI-Funktionen hinter einigen Wettbewerbern zurückgeblieben – ein Bereich, in dem Konkurrenten wie Google, Microsoft und Samsung schneller darin waren, Assistenten in ihre Produkte zu integrieren.

Daniel Newman, CEO der Futurum Group, sagte, Apple müsse die nächste große Computerplattform nach dem Smartphone identifizieren. Er wies darauf hin, dass Nutzer bereits Dienste wie ChatGPT und Claude über Apple-Geräte nutzen, was dem Unternehmen eine starke Position im Bereich der Consumer-KI verschafft.

Bewertungs- und Lieferkettenrisiken bestehen weiter

Die Apple-Aktie wird mit rund dem 33-Fachen der Gewinne des nächsten Jahres gehandelt, verglichen mit etwa dem 20-Fachen beim S&P 500. Das Gewinnwachstum Apples fällt zudem nur etwa halb so hoch aus wie das des breiteren Markts, was der Bewertung zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft.

Apple sieht sich zudem steigenden Lieferkettenkosten gegenüber. KI-Unternehmen konkurrieren um Speicher-, Storage- und Logikchips, was die Bauteilpreise nach oben treiben kann. Das Unternehmen bleibt bei der Produktion stark von China abhängig, während die Handelsspannungen zwischen den USA und China weiterhin ein Risiko darstellen – eine Abhängigkeit, die Apple durch den Ausbau der Montage in Indien und Vietnam zu verringern versucht.

Dennoch zieht Apple weiterhin Nachfrage aus seinen Kernprodukten. Das iPhone 17 Pro profitierte von Verbesserungen bei Kamera und Akku, und die Mac-Nachfrage hat sich verbessert, da Apples eigene Chips große Sprachmodelle direkt auf den Geräten unterstützen.

Bei Ternus' erster großer iPhone-Launch-Veranstaltung wird ein faltbares iPhone erwartet – Apples Eintritt in eine Kategorie, in der bereits Samsung und chinesische Hersteller konkurrieren. IDC schätzt, dass das Gerät bis Ende 2027 rund 40 Prozent des Marktes für faltbare Smartphones erobern könnte. Ternus wird zudem Apples Suche nach neuen Produktkategorien begleiten, während der Wettbewerb im Bereich KI und Consumer-Hardware intensiver wird.