David Teppers Appaloosa reduziert Alibaba, steigt bei SanDisk aus und baut Amazon und CoreWeave laut 13F für das zweite Quartal 2026 aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Appaloosa verkleinerte seine Alibaba-Position um rund 12 %, stieg bei JD.com, PDD Holdings und dem KraneShares CSI China Internet ETF vollständig aus und erhöhte zugleich seine Baidu-Position um etwa 14 %.
- •Tepper kaufte 680.000 zusätzliche Amazon-Aktien und erreichte damit insgesamt 5 Millionen Aktien, wodurch Amazon zum größten offengelegten Bestand des Fonds wurde; zudem baute er eine neue CoreWeave-Position über 1.078.248 Aktien im Wert von rund 107 Millionen US-Dollar auf.
- •Der Fonds erhöhte seine Beteiligungen an den unabhängigen Stromerzeugern Vistra und NRG Energy, die mit etwa dem 16- bzw. 14-fachen des erwarteten Gewinns notieren – deutlich unter den Multiples der Chipdesigner.
- •Die Zahl der offengelegten Positionen sank von 31 auf 27, während der gemeldete Portfoliowert von 5,9 auf 7,7 Milliarden US-Dollar stieg.
- •Die Einreichung zeigt die Bestände zum Stand vom 30. Juni 2026; die nächste, bis Mitte November fällige 13F-Einreichung wird zeigen, ob sich die China-Reduktionen und der Ausbau im Stromsektor im dritten Quartal fortgesetzt haben.

Der Milliardär und Investor David Tepper hat mit Appaloosa Management, dem von ihm 1993 gegründeten Hedgefonds, am 14. August seine 13F-Einreichung für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die eine umfassende Umstrukturierung des offengelegten Aktienportfolios des Fonds offenlegt. Das vierteljährlich einzureichende Formular, das die Securities and Exchange Commission von institutionellen Managern mit mehr als 100 Millionen US-Dollar an in den USA gehandelten Wertpapieren verlangt, zeigt, dass Appaloosa im Laufe des Quartals mehrere auf China und Halbleiter fokussierte Positionen verkleinerte oder vollständig verkaufte und gleichzeitig sein Engagement in KI-Infrastrukturwerten und bei Stromerzeugern ausbaute.
Tepper wird bei China selektiver
Tepper verkleinerte die Alibaba-Position des Fonds um rund 12 % und verkaufte JD.com und PDD Holdings vollständig. Zudem stieg er beim KraneShares CSI China Internet ETF (KWEB) aus und beseitigte damit die breite Exposition des Portfolios gegenüber chinesischen Internetunternehmen. Die Reduktionen markieren einen Tonwechsel bei einem Manager, der zu den lautesten China-Bullen an der Wall Street zählte und Ende 2024 öffentlich erklärte, nach den von Peking aufgelegten Konjunkturimpulsen breit chinesische Aktien zu kaufen.
Der Rückzug stellte jedoch keine vollständige Abkehr vom Land dar. Appaloosa erhöhte seine Baidu-Position um etwa 14 %, wodurch Baidu zum herausragenden China-Engagement im Portfolio wurde. Zusammengenommen zeigen die Schritte, dass Tepper einzelne Unternehmen auswählt, statt pauschal auf China als Ganzes zu setzen.
Insgesamt sank die Zahl der offengelegten Positionen von 31 auf 27, während der gemeldete Portfoliowert von 5,9 auf 7,7 Milliarden US-Dollar stieg.
Rotation aus Chips – tiefer in die KI-Infrastruktur
Auf der Technologieseite stieg Tepper bei SanDisk vollständig aus und beendete damit eine Position, nachdem die Aktie seit seinem Einstieg um 591 % gestiegen war. Er reduzierte Micron um 690.000 Aktien, hält jedoch weiterhin 975.000 Micron-Aktien im Wert von über 1,1 Milliarden US-Dollar. Auch die Bestände an Advanced Micro Devices und Qualcomm wurden verkleinert.
Das Geld verließ das KI-Thema nicht – es floss tiefer hinein. Tepper kaufte 680.000 Amazon-Aktien hinzu, wodurch die Position auf 5 Millionen Aktien anwuchs und Amazon zu seinem größten offengelegten Bestand wurde. Außerdem erwarb er zusätzliche Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing und erhöhte seine Nvidia-Position.
Die Einreichung zeigt darüber hinaus eine völlig neue Position in CoreWeave, dem GPU-Cloud-Anbieter, der Rechenkapazität für KI-Workloads bereitstellt und im März 2025 an die Nasdaq gegangen ist. Appaloosa kaufte 1.078.248 Aktien im Wert von rund 107 Millionen US-Dollar. CoreWeave verfügt über einen gemeldeten, bereits gebuchten Auftragsbestand von 104 Milliarden US-Dollar.
Die Strompositionen hinter dem KI-Handel
Der womöglich am häufigsten übersehene Teil der Einreichung ist das wachsende Gewicht des Fonds im Stromsektor. Tepper erhöhte seine Positionen in Vistra und NRG Energy, zwei unabhängige Stromerzeuger, die Rechenzentren mit Elektrizität versorgen. Vistra liegt seit Jahresbeginn rund 8 % im Minus und NRG fast 20 % im Minus – obwohl Chipaktien im selben Zeitraum stark gestiegen sind.
Vistra hat kürzlich gemeinsam mit Nvidia, KKR und der Kuwait Investment Authority ein neues Unternehmen namens Helix Digital Infrastructure gegründet. NRG wiederum hat 3,2 Milliarden US-Dollar für den Bau einer 1,2-Gigawatt-Anlage in Texas für einen großen Hyperscaler zugesagt, ein Projekt mit einem angestrebten jährlichen EBITDA von 500 Millionen US-Dollar.
Das US-Energieministerium prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2028 rund 12 % der gesamten Stromnachfrage in den USA ausmachen könnten. Bewertungsseitig notiert Vistra bei etwa dem 16-fachen des erwarteten Gewinns und NRG beim 14-fachen – beide deutlich unter den Multiples der Chipdesigner.
Tepper setzt offenbar darauf, dass – wer auch immer das Rennen um die KI-Chips gewinnt – alle Strom benötigen werden, um sie zu betreiben.
Da 13F-Einreichungen bis zu 45 Tage nach Quartalsende erfolgen können und ausschließlich Long-Positionen offenlegen, bieten sie eine Momentaufnahme und keine Strategievorlage. Diese Einreichung zeigt die Bestände zum Stand vom 30. Juni 2026; die Positionen können sich seither geändert haben. Die nächste, bis Mitte November fällige Einreichung wird zeigen, ob sich die China-Reduktionen und der Ausbau im Stromsektor im dritten Quartal fortgesetzt haben.