Telegram will native Gram-Wallet mit gebührenfreien Krypto-Transfers starten
Wichtige Erkenntnisse
- •Telegram wird die nicht-verwahrende Krypto-Wallet Gram direkt in seine Messaging-App integrieren und damit mehr als einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer Zugang zu selbst verwahrten digitalen Vermögenswerten geben, ohne dass ein separater Download erforderlich ist.
- •Gründer Pavel Durov erklärte, dass Nutzer Kryptowährungen sofort und ohne Transaktionsgebühren versenden können sollen, mit dem Ziel, Krypto-Transfers so unkompliziert zu machen wie das Versenden einer Nachricht.
- •Die Ankündigung nannte weder ein genaues Startdatum noch unterstützte Vermögenswerte, regionale Verfügbarkeit, Wiederherstellungsfunktionen oder die technische Umsetzung gebührenfreier Transfers.
- •Der Name Gram greift die Kryptowährungsidentität aus Telegrams aufgegebenem Blockchain-Projekt von 2018 wieder auf und spiegelt einen erneuten Vorstoß im TON-Ökosystem wider, mit Telegram verbundene Web3-Dienste zu fördern.
- •Telegram hat bislang nicht erläutert, wie die Wallet-Einführung Compliance-, Verbraucherschutz- und Betrugspräventionsfragen in mehreren Rechtsräumen adressieren wird.

Telegram bereitet die Einführung einer nativen, nicht-verwahrenden Krypto-Wallet namens Gram in seiner Messaging-App in diesem Sommer vor. Damit erhalten mehr als eine Milliarde Nutzer direkten Zugang zu selbst verwahrten digitalen Vermögenswerten, wie Gründer Pavel Durov ankündigte.
Die geplante Einführung könnte zu einer der größten verbraucherorientierten Krypto-Integrationen der vergangenen Jahre werden. Laut Durov wird die Wallet in jeder Telegram-App verfügbar sein, sodass Nutzer keine separate Wallet herunterladen müssen, um digitale Vermögenswerte zu senden, zu empfangen oder zu verwalten.
Durov nennt es eine große Einführung von Self-Custody
In einem Telegram-Beitrag beschrieb Durov den geplanten Start als „the largest rollout of a non-custodial crypto wallet in human history.“ Er sagte außerdem, dass Nutzer Kryptowährungen sofort und ohne Transaktionsgebühren versenden können sollen, mit dem Ziel, Krypto-Transfers so einfach zu machen wie das Versenden einer Nachricht.
Eine nicht-verwahrende Wallet gibt Nutzern direkte Kontrolle über ihre Vermögenswerte und privaten Schlüssel. Im Gegensatz dazu liegt die Kontrolle über private Schlüssel bei verwahrenden Wallets bei einem Dritten. Self-Custody gilt als ein Kernprinzip des Kryptosektors, weil Nutzer ihre Mittel verwalten können, ohne auf zentralisierte Intermediäre angewiesen zu sein. Zugleich überträgt es die Verantwortung für Schlüsselverwaltung und Kontowiederherstellung auf die Nutzer statt auf einen Plattformbetreiber.
Die Ankündigung enthielt keine detaillierten technischen Parameter und kein konkretes Veröffentlichungsdatum über das erwartete Startfenster im Sommer hinaus. Auch unterstützte Vermögenswerte, regionale Verfügbarkeit, Wiederherstellungsfunktionen oder die technische Umsetzung gebührenfreier Transfers wurden nicht genannt. Dennoch markiert die Integration einen weiteren Schritt in Telegrams Bemühungen, blockchainbasierte Dienste in alltägliche Kommunikationstools zu bringen.
Krypto-Zahlungen innerhalb von Telegram
Durch die direkte Einbettung von Gram in Telegram will das Unternehmen die Hürden senken, die üblicherweise mit der Nutzung von Krypto-Wallets verbunden sind. Nutzer müssten die Messaging-App nicht verlassen oder eine eigenständige Wallet installieren, um mit digitalen Vermögenswerten zu interagieren.
Bei breiter Akzeptanz würde die Funktion es Nutzern ermöglichen, Krypto zu senden, zu empfangen und zu verwalten, während sie in ihren Unterhaltungen bleiben. Die Möglichkeit schneller, gebührenfreier Transfers könnte Anwendungsfälle wie Peer-to-Peer-Zahlungen, Trinkgelder und internationale Überweisungen innerhalb des Telegram-Ökosystems unterstützen.
Zahlungsfunktionen in Messaging-Apps können auch Fragen zu Compliance, Verbraucherschutz und Betrugsprävention aufwerfen, insbesondere wenn sie in mehreren Rechtsräumen eingeführt werden. Telegram hat bislang nicht erläutert, wie die Einführung der Gram-Wallet diese operativen Fragen adressieren wird.
Gram rückt wieder in den Fokus
Die Wallet-Ankündigung unterstreicht auch Telegrams erneutes Engagement für die Gram-Identität. Der Name verweist auf die Kryptowährung, die ursprünglich mit Telegrams Blockchain-Vorschlag aus dem Jahr 2018 verbunden war, der später aufgrund regulatorischer Probleme aufgegeben wurde.
In jüngerer Zeit hat das breitere TON-Ökosystem den Fokus darauf verlagert, die Gram-Identität wiederherzustellen und Web3-Dienste rund um das Telegram-Ökosystem zu fördern. Die native Wallet ist eines der sichtbarsten verbraucherorientierten Produkte, die mit dieser Strategie verbunden sind.
Eine große potenzielle Nutzerbasis
Telegram hat mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer erreicht, wodurch die Gram-Wallet ein potenzielles Publikum erhält, mit dem nur wenige eigenständige Krypto-Anwendungen mithalten können.
Wenn Telegram Wallet-Funktionen in seiner gesamten App aktiviert, könnte bereits eine teilweise Nutzung durch die Nutzer die Verbreitung von Self-Custody-Wallets deutlich ausweiten. Die Einführung erfolgt zudem zu einer Zeit, in der große Technologieunternehmen weiterhin blockchainbasierte Finanzdienstleistungen erkunden.
Indem Telegram die Wallet zu einem Teil des zentralen Messaging-Erlebnisses macht, positioniert das Unternehmen Krypto als integrierte App-Funktion und nicht als separates Produkt. Durovs Ankündigung erzielte in den ersten 10 Stunden mehr als 935.000 Aufrufe, was auf erhebliches Interesse an dem geplanten Start hindeutet.
Telegram hat die Gram-Wallet als eine der größten realen Implementierungen von Krypto-Infrastruktur für Mainstream-Nutzer dargestellt, die in diesem Sommer erwartet werden.