NachrichtenMakroNeue Erkenntnisse zu den Auswirkungen der jüngsten Zölle

Neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen der jüngsten Zölle

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die US-Zollsätze erreichten 2025 ihre höchsten Werte seit der Weltwirtschaftskrise, doch die Importe nahmen dennoch zu.
  • Die Autoren entwickelten ein neukeynesianisches Modell offener Volkswirtschaften mit Zollheterogenität, Lagerbeständen und einem KI-Boom-bedingten Investitionsschock.
  • Ihr Modell bildet die beobachteten Pfade von Importen, Produktion und Inflation ab und dient dazu, die Effekte der Zölle von denen des Investitionsbooms zu trennen.
  • Ohne den Investitionsboom wären die Importe laut Studie um 10 Prozent gesunken und die Wirtschaftsaktivität um 0,7 Prozent niedriger ausgefallen.
  • Zölle auf Konsumgüter und Vorprodukte werden als Angebotsschocks modelliert, während Zölle auf Investitionsgüter eher wie Nachfrageschocks wirken.
Neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen der jüngsten Zölle

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Die US-Zollsätze stiegen 2025 auf ein Niveau, das seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr erreicht worden war, dennoch nahmen die Importe zu. Um das ausgebliebene Einbrechen des Handels zu erklären, entwickeln die Autoren ein neukeynesianisches Modell offener Volkswirtschaften mit Zollheterogenität, Lagerbeständen und Investitionsschocks, die den KI-getriebenen Boom abbilden. Das Modell bildet die unadressierten Pfade von Importen, Produktion und Inflation ab und wird anschließend genutzt, um die Effekte der Zölle und des Investitionsbooms zu zerlegen.

Laut der Studie wären ohne den Investitionsboom die Importe um 10 Prozent gesunken und die Wirtschaftsaktivität hätte sich um 0,7 Prozent verringert. Die Wirkungen von Zöllen hängen davon ab, welche Güter verzollt werden: Zölle auf Konsumgüter und Vorprodukte wirken wie Angebotsschocks, während Zölle auf Investitionsgüter eher wie Nachfrageschocks wirken. Diese Unterscheidung ist für die Interpretation der Daten von 2025 relevant, da die Konzentration der Zollerhöhungen auf Konsumgüter bei gleichzeitiger relativer Verschonung von Investitionsgütern den Schaden für die Produktion begrenzte und zugleich den inflationären Impuls verstärkte. Mit anderen Worten: Derselbe Zollschock kann in den makroökonomischen Daten unterschiedlich ausfallen – je nachdem, wo er in der Lieferkette ansetzt und in welchem Umfang die Unternehmen weiterhin für Investitionen kaufen.

Das stammt aus einem neuen NBER Working Paper von Francesco Ferrante, Andrea Prestipino, Andrea Raffo und Michael E. Waugh.