HSBC und Standard Chartered schließen erste grenzüberschreitende Live-Tokenized-Deposit-Abwicklung über SWIFT ab
Wichtige Erkenntnisse
- •HSBC und Standard Chartered haben die erste grenzüberschreitende Live-Zahlung abgewickelt, bei der tokenisierte Einlagen in Echtzeit über SWIFTs Blockchain-Infrastruktur settlementiert wurden.
- •Eine tokenisierte Einlage repräsentiert das Geld einer Bank auf einer Blockchain und ist 1:1 durch die eigenen Reserven der Bank gedeckt; damit unterscheidet sie sich von öffentlich betriebenen Stablecoins.
- •SWIFT verband die Systeme der beiden Banken ohne gemeinsames Ledger unter den Teilnehmern und fungierte damit als Interoperabilitätsschicht zwischen Distributed-Ledger-Technologie und bestehenden Zahlungsrails.
- •Die Live-Transaktion erweitert SWIFTs Blockchain-Ledger-Pilot mit 17 Banken, parallel zu weiteren tokenisierten Interbanken-Abwicklungsinitiativen wie Partior, J.P. Morgans Kinexys und dem von der BIS koordinierten Projekt Agorá.
- •Regulierungsbehörden im Vereinigten Königreich, in der Europäischen Kommission und in Hongkong haben tokenisierte Einlagen durch Bankvorschriften unterstützt und damit die rechtliche Unsicherheit verringert.

SWIFT hat seinen Blockchain-Pilot von der Testphase in die Live-Abwicklung überführt. HSBC und Standard Chartered haben die ersten live grenzüberschreitenden Zahlungen abgeschlossen, die über die SWIFT-Infrastruktur ermöglicht wurden, und die Tokenisierung von Einlagen in Echtzeit abgewickelt. SWIFT, die mitgliedereigene Genossenschaft, deren globales Messaging-Netzwerk seit Jahrzehnten grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Banken trägt — und mehr als 11.000 Banken, Marktinfrastrukturen und Unternehmenskunden in über 200 Ländern und Gebieten verbindet — testet Wege, Distributed-Ledger-Technologie mit diesen bestehenden Rails zu verknüpfen.
SWIFT ermöglicht Tokenisierung
Bei der Transaktion wurden tokenisierte Einlagen, die zwischen HSBC und Standard Chartered auf einem permissioned Ledger gehalten wurden, über die SWIFT-Plattform übertragen, die zum Auslösen von Nachrichten und zur Abwicklung verwendet wurde. Tokenisierung unterscheidet sich von öffentlich betriebenen Stablecoin-Transfers: Eine tokenisierte Einlage repräsentiert das Geld der Bank auf einer Blockchain und ist 1:1 durch die eigenen Reserven der Bank gedeckt.
🚨 SWIFT, HSBC and Standard Chartered just completed the FIRST live cross-border tokenised deposit transaction on Swift’s blockchain ledger. Bank money is starting to move onchain, 24/7, effectively copying the blockchain tech. The financial system is being rebuilt in and SWIFT… pic.twitter.com/ag0u0MskyI
— ALLINCRYPTO (@RealAllinCrypto) August 20, 2026
SWIFT erleichterte die Verbindung der Systeme der Banken, ohne dass ein gemeinsames Ledger für alle Teilnehmer erforderlich war, und fungierte damit faktisch als Interoperabilitätsschicht zwischen ihnen. Der Pilot findet in einem Markt statt, in dem grenzüberschreitende Zahlungen typischerweise über Ketten von Korrespondenzbanken mit Cut-off-Zeiten und mehreren Übergaben laufen — Reibungsverluste, die die G20 in ihrer Roadmap zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen ausdrücklich adressiert hat.
Brücke zwischen traditioneller Finanzwelt und Blockchain
Die Initiative baut auf SWIFTs zuvor angekündigtem Blockchain-Ledger-Pilot mit 17 Banken auf. Sie soll als Brücke zwischen der konventionellen Finanzindustrie und der Distributed-Ledger-Technologie dienen und sowohl der Branche als auch den Regulierungsbehörden neue Möglichkeiten eröffnen. SWIFT ist nicht allein an dieser Schnittstelle zwischen Bankgeld und Blockchains: Das Interbanken-Abwicklungsnetzwerk Partior — gegründet von DBS, J.P. Morgan und Temasek und später durch Standard Chartered ergänzt —, J.P. Morgans Kinexys-Plattform sowie das von der BIS koordinierte Projekt Agorá, das sieben Zentralbanken mit Dutzenden privaten Finanzfirmen zusammenbringt, um tokenisierte Korrespondenzbankgeschäfte zu testen, arbeiten ebenfalls an tokenisierten Formen der Interbankenabwicklung.
Für Finanzinstitute können tokenisierte Einlagen 24/7 programmierbare Abwicklung bieten und gleichzeitig innerhalb regulierter Bankstrukturen bleiben, wodurch sie sich als Alternative zu Stablecoins und Central Bank Digital Currencies (CBDCs) positionieren.
Krypto-Börsen und Unternehmen haben nun einen institutionellen Maßstab für Zahlungsrails. Wenn der Testlauf erfolgreich ist, können sie sehen, auf welche Weise On-Chain-FX- und Treasury-Flows innerhalb des regulierten Perimeters implementiert werden können.
Regulierungsbehörden unterstützen Tokenisierung
Tokenisierung und Abwicklung im Wholesale-Markt waren angesichts der Tokenisierung von Real-World Assets in 2025-2026 ein zentrales Thema (Quelle: yellow.com).
Regulierungsbehörden im Vereinigten Königreich, in der Europäischen Kommission (EC) und in Hongkong haben sich im Rahmen von Bankvorschriften offen gegenüber tokenisierten Einlagen gezeigt und damit die rechtliche Unsicherheit rund um unbesicherte Stablecoins verringert. Die offenen Fragen betreffen vor allem die Umsetzung: ob weitere der 17 Pilotbanken HSBC und Standard Chartered in die Live-Abwicklung folgen, welche Währungen und Korridore ergänzt werden und wie die Abgrenzung zwischen tokenisierten Einlagen und Stablecoins in den Bankregeln festgeschrieben wird.
Verwandte Entwicklungen
Auch anderswo in der Branche hat die Bank of England HSBC Orion für den UK Digital Securities Sandbox genehmigt, während der CFTC-Vorsitzende erklärt hat, dass Kryptoregeln auch ohne den CLARITY Act voranschreiten werden.