Sundance Resources gewinnt Schiedsspruch über 616 Millionen Dollar im Eisenerzstreit mit Kamerun
Wichtige Erkenntnisse
- •Ein ICC-Tribunal sprach Sundance Resources in seinem Schiedsverfahren gegen Kamerun über das Eisenerzprojekt Mbalam-Nabeba 616 Millionen Dollar zu.
- •Das Tribunal stellte fest, dass Kamerun die Bergbaurechte von Sundance rechtswidrig entzogen und die Mbalam-Genehmigung später an einen anderen Entwickler vergeben hatte.
- •Kamerun wurde außerdem für die Verletzung einer Schiedsvereinbarung verantwortlich gemacht, weil es während des Streits eine ICC-Notanordnung vom März 2022 missachtete.
- •Die Entscheidung folgt auf die Niederlage von Sundance im Januar in einem separaten Schiedsverfahren gegen die Republik Kongo über den Nabeba-Teil des Projekts.
- •Die Beitreibung des zugesprochenen Betrags hängt davon ab, ob Kamerun freiwillig zahlt oder Sundance Vollstreckungsverfahren einleitet.

Sundance Resources hat einen Schiedsspruch über 616 Millionen Dollar erwirkt, nachdem ein Tribunal der International Chamber of Commerce festgestellt hatte, dass Kamerun seine rechtlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Eisenerzprojekt Mbalam-Nabeba verletzt hat.
Das in Perth ansässige Bergbauunternehmen erklärte, das ICC-Tribunal habe zugunsten von Sundance und seiner Tochtergesellschaft Cam Iron SA entschieden und sei zu dem Schluss gekommen, dass Kamerun die Bergbaurechte des Unternehmens rechtswidrig entzogen habe, bevor es die Mbalam-Genehmigung an einen anderen Entwickler vergab. Sundance machte die Entscheidung in einer Aktualisierung zu den Verfahren in Kamerun bekannt.
Das Tribunal stellte außerdem fest, dass die kamerunische Regierung eine Schiedsvereinbarung verletzt habe, indem sie eine im März 2022 erlassene ICC-Notanordnung missachtete. Diese Anordnung untersagte Kamerun, die Genehmigung während des laufenden Streits an eine andere Partei zu vergeben.
Der Schiedsspruch schließt einen sechsjährigen Rechtsstreit über eine der größten unerschlossenen Eisenerzlagerstätten Afrikas ab. Er stellt zugleich eine bedeutende Wende für Sundance dar, nachdem das Unternehmen im Januar ein separates Schiedsverfahren gegen die Republik Kongo verloren hatte, als ein Tribunal seine Forderung über 8,8 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Nabeba-Teil des Projekts abwies. Mining.com berichtete zuvor hier über diese Entscheidung.
Der Schiedsspruch verschafft Sundance einen finanziellen Anspruch im Streit mit Kamerun, löst für sich genommen jedoch nicht die praktische Frage der Beitreibung. Kamerun muss den Schiedsspruch nun entweder freiwillig erfüllen oder mit Vollstreckungsverfahren von Sundance rechnen; ein solcher Prozess kann darüber entscheiden, wie schnell und in welcher Form das Unternehmen die Summe einziehen kann.
Historisches Projekt
Das kamerunische Bergbauministerium reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme. Im Juli sagte der Bergbauminister des Landes, Mbalam gehöre zu den neuen Projekten, die dazu beitragen sollen, die jährlichen Bergbaueinnahmen auf 1 Billion CFA-Francs zu erhöhen, was 1,75 Milliarden Dollar entspricht.
Dieser Hintergrund macht den Streit über die Bilanz von Sundance hinaus bemerkenswert: Mbalam bleibt mit Kameruns umfassenderen Bemühungen verbunden, unerschlossene Mineralvorkommen in Staatseinnahmen umzuwandeln, während das Ergebnis des Schiedsverfahrens die rechtlichen Risiken hervorhebt, denen Regierungen und Entwickler ausgesetzt sind, wenn Bergbaurechte in umstrittenen Genehmigungsverfahren aufgehoben oder neu vergeben werden.
Sundance entwickelte das grenzüberschreitende Eisenerzprojekt im Jahr 2010, als ein Flugzeug mit dem gesamten Vorstand des Unternehmens in der Republik Kongo abstürzte. Elf Menschen starben bei dem Absturz, darunter Direktor und Großaktionär Ken Talbot, der damals zu den bekanntesten Bergbauunternehmern Australiens zählte. Sundance veröffentlichte nach dem Vorfall eine Aktualisierung zum vermissten Flugzeug.