Stablecoin-Reserven auf Börsen sinken um 20 % vom Höchststand – Binance-Konzentration steigt auf 68,5 %
Wichtige Erkenntnisse
- •Die auf Börsen gehaltenen Stablecoin-Reserven sind laut Daten von CryptoQuant von ihrem Höchststand im Jahr 2025 bis 2026 um 20 % auf rund 64 Milliarden US-Dollar geschrumpft.
- •Binances Anteil an der verbleibenden Stablecoin-Liquidität auf Börsen stieg auf 68,5 %, da die Bestände bei Coinbase, Bybit, OKX und kleineren Plattformen schneller zurückgingen.
- •Das Spot-Handelsvolumen der zehn größten zentralisierten Börsen sank im zweiten Quartal im Quartalsvergleich um 27,9 % auf 1,95 Billionen US-Dollar; Binance hielt einen Marktanteil von 38,7 %, während Bybit MEXC mit 10,0 % überholte.
- •Das gesamte Stablecoin-Angebot ging lediglich um 4,5 % zurück – von rund 315 Milliarden US-Dollar im Mai auf 300,86 Milliarden US-Dollar im August –, eine Lücke, die darauf hindeutet, dass einige Token von den Börsen abgezogen wurden, statt das Krypto-Ökosystem zu verlassen.
- •Sinkende Bestände auf Börsen deuten auf eine dünnere Handelsliquidität und eine größere Empfindlichkeit gegenüber großen Orders hin, während die wachsende Konzentration auf Binance die Abhängigkeit des Marktes von einer einzigen Plattform erhöht.

Die auf zentralisierten Börsen gehaltenen Stablecoin-Reserven sind laut Daten von CryptoQuant von ihrem Höchststand im Jahr 2025 bis 2026 um 20 % auf rund 64 Milliarden US-Dollar gesunken, während Binances Anteil an der verbleibenden Liquidität auf 68,5 % gestiegen ist.
Diese Entwicklung verdeutlicht eine breitere Verknappung der Börsenliquidität, wobei Binance relativ an Marktanteil gewinnt, obwohl seine eigenen absoluten Reserven sinken. Auf Börsen gehaltene Stablecoins werden vielfach als Indikator für potenzielle Kaufkraft beobachtet, da diese Bestände nur einen Schritt davon entfernt sind, in Kryptokäufe umgesetzt zu werden. Dadurch verbleibt weniger Stablecoin-Kapital auf den Börsen, das Verkäufe abfedern oder neue Käufe stützen könnte, was die Märkte möglicherweise empfindlicher gegenüber großen Transaktionen macht.
Warum konzentriert sich die Stablecoin-Liquidität auf Binance?
Der Bericht von CryptoQuant zeigt, dass die Reserven bei Coinbase, Bybit, OKX und kleineren Börsen stärker gesunken sind, wodurch Binances Anteil von etwas über 60 % Ende 2025 auf 68,5 % steigen konnte. CryptoQuant erklärte, die Divergenz zeige, dass Binance Marktanteile gewinnt, selbst während die gesamte Börsenliquidität schrumpft.
Der Rückgang der Stablecoin-Reserven fällt zudem mit einer schwächeren Handelstätigkeit zusammen. Das Spot-Handelsvolumen der zehn größten zentralisierten Börsen sank im zweiten Quartal im Quartalsvergleich um 27,9 % auf 1,95 Billionen US-Dollar, laut CoinGecko.
Trotz des Abschwungs baute Binance seine Führung mit einem Spot-Marktanteil von 38,7 % aus, während Bybit 10,0 % erreichte und MEXC überholte. Binance gilt seit Jahren als größte zentralisierte Börse nach Spot-Volumen, und Liquidität an Handelsplätzen zieht in der Regel weitere Orderströme an – eine Dynamik, die die Kluft zwischen der liquidesten Plattform und dem Rest vergrößern kann. Die verfügbaren Daten allein belegen allerdings nicht, was die aktuelle Verschiebung antreibt.
Das gesamte Stablecoin-Angebot bleibt stabiler
Der Rückgang der auf Börsen gehaltenen Stablecoins war deutlich stärker als der Einbruch des gesamten Stablecoin-Marktes. Das gesamte Stablecoin-Angebot sank laut Daten von DeFiLlama von rund 315 Milliarden US-Dollar im Mai auf 300,86 Milliarden US-Dollar im August – ein Rückgang von etwa 4,5 %.
Dieses stabilere Gesamtangebot spiegelt die Rolle von Stablecoins über den Börsenhandel hinaus wider: Sie werden vielfach für Zahlungen, Überweisungen, grenzüberschreitende Abwicklungen und als Sicherheiten in On-Chain-Kreditmärkten verwendet. Die größten Emittenten, Tether (USDT) und Circle (USDC), decken ihre Token laut ihren veröffentlichten Bestätigungsberichten mit Reserven ab, die überwiegend aus Bargeld und kurzfristigen US-Staatsanleihen bestehen.
Diese Lücke deutet darauf hin, dass einige Stablecoins möglicherweise von zentralisierten Börsen abgezogen wurden, statt das Krypto-Ökosystem vollständig zu verlassen. Die verfügbaren Daten belegen jedoch nicht, wie viel des Rückgangs auf eine On-Chain-Migration, Self-Custody (Eigenverwahrung) oder den Abzug von Kapital aus den Kryptomärkten zurückzuführen ist.
Warum das wichtig ist
Sinkende Stablecoin-Bestände auf Börsen deuten auf eine dünnere Handelsliquidität hin, was die Märkte potenziell empfindlicher gegenüber großen Kauf- oder Verkaufsorders machen könnte. Zugleich bedeutet Binances wachsender Anteil, dass sich die Stablecoin-Liquidität zunehmend auf eine einzige Plattform konzentriert, was die Abhängigkeit des Marktes von Binance für Handelsliquidität erhöht. Die Indikatoren, die den künftigen Trend klären würden, sind jene, die Analysten über Zyklen hinweg verfolgen: ob sich die Börsenreserven parallel zu den Handelsvolumina stabilisieren oder wieder aufbauen sowie die Emissions- und Rücknahmeströme auf Emittentenebene, die zeigen, ob Kapital insgesamt in Stablecoins hinein- oder aus ihnen herausfließt.