Technische Analyse von S&P 500 und Nasdaq Composite: Breite Indizes gemischt nach starkem Arbeitsmarktbericht
Wichtige Erkenntnisse
- •US-Aktien notierten nach einem stärker als erwarteten Arbeitsmarktbericht gemischt: Der S&P 500 gab marginal nach, der Nasdaq Composite verzeichnete einen moderaten Anstieg.
- •Gemäßigte Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller, einem stimmberechtigten FOMC-Mitglied, beschleunigten die Gewinne und hoben diese Woche beide Indizes über ihre 100-Stunden-Durchschnitte.
- •Der S&P 500 notiert nahe 7.730,65, über seinem 100-Stunden-Durchschnitt bei 7.693,88, mit Widerstand an den Swing-Hochs vom August zwischen 7.771 und 7.816 – die obere Grenze ist das Allzeithoch.
- •Die erste wichtige Unterstützung des Nasdaq ist der 100-Stunden-Durchschnitt nahe 26.295,87; der große Widerstand liegt zwischen 26.707 und 26.875, mit dem Allzeithoch bei 27.190,21 als nächstem Ziel, falls diese Zone bricht.
- •Ein starker Arbeitsmarkt könnte die Fed zu höheren Zinsen oder einer weiteren Straffung bewegen, was besonders Wachstums- und Technologieaktien durch höhere Kreditkosten und sinkende künftige Gewinnwerte belastet.

Die breiten US-Aktienindizes bewegen sich gemischt, während Anleger den stärker als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktbericht verarbeiten. Der S&P 500 gibt marginal nach, der Nasdaq Composite verzeichnet einen moderaten Anstieg. Die Reaktion unterstreicht einen Markt, der weiterhin hochsensibel auf Arbeitsmarktdaten reagiert – einen der genau beobachteten Indikatoren der Federal Reserve für die Zinspolitik.
Ein starker Beschäftigungsbericht wirkt für Aktien in beide Richtungen. Positiv unterstützt anhaltendes Stellenwachstum den Konsum, die wirtschaftliche Aktivität und Unternehmensgewinne. Negativ können eine starke Wirtschaft und ein angespannter Arbeitsmarkt den Lohn- und Inflationsdruck hochhalten. Das könnte die Federal Reserve dazu veranlassen, höhere Zinsen beizubehalten – oder die Politik sogar weiter zu straffen. Höhere Zinsen erhöhen die Kreditkosten und können den Gegenwartswert drücken, den Anleger für künftige Unternehmensgewinne zu zahlen bereit sind – insbesondere bei Wachstums- und Technologieunternehmen. Deshalb belasten Zinserwartungen den technologie lastigen Nasdaq meist am stärksten.
Sendet das fundamentale Bild gemischte Signale, gewinnen technische Niveaus an Bedeutung. Gleitende Durchschnitte und frühere Swing-Niveaus helfen Tradern, drei Dinge zu bestimmen: die Richtungsneigung des Marktes, wo das Risiko begrenzt werden kann und wo die nächsten Kursziele liegen.
Diese Woche stiegen beide Indizes an, wobei die Gewinne gestern nach den gemäßigteren Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller an Tempo zunahmen. Waller ist stimmberechtigtes Mitglied des Federal Open Market Committee, und seine Aussagen haben Gewicht bei Tradern, die die Richtung der nächsten Politikentscheidung einschätzen wollen. Diese Anstiege hoben beide Indizes über ihre jeweiligen 100-Stunden-Durchschnitte und verschoben die kurzfristige technische Neigung deutlicher zugunsten der Käufer.
Beim S&P 500 stieg der Kurs über seinen 100-Stunden-Durchschnitt bei 7.693,88 und notiert derzeit nahe 7.730,65. Solange der Index über diesem Durchschnitt bleibt, behalten die Käufer kurzfristig die Kontrolle. Es bedürfte eines Rückfalls unter den 100-Stunden-Durchschnitt – und anschließend unter den 200-Stunden-Durchschnitt bei 7.665,09 –, um die kurzfristige Neigung wieder nach unten zu drehen. Die beiden Durchschnitte geben Tradern damit eine technische Wegkarte: Ein Verbleib darüber hält die bullische Neigung intakt, ein Bruch unter beiden würde signalisieren, dass die Käufer die Kontrolle verlieren.
Nach oben liegt der Widerstand an den Swing-Hochs vom August zwischen 7.771 und 7.816, wobei 7.816 das Allzeithoch darstellt. Swing-Hochs ziehen oft Gewinnmitnahmen an, weil Trader sich an diese früheren Kursextreme erinnern. Ein anhaltender Ausbruch über diesen Bereich wäre ein weiterer bullischer technischer Bruch und würde die Tür zu neuen Rekordhochs öffnen.
Beim Nasdaq Composite stieg der Kurs nach Wallers Äußerungen ebenfalls über seinen 100-Stunden-Durchschnitt. Dieser Durchschnitt liegt derzeit nahe 26.295,87 und bleibt das erste wichtige Unterstützungsniveau. Nach oben sind die Swing-Hochs vom August zwischen 26.707 und 26.875 die nächsten großen Ziele. Der Nasdaq muss über diesen Widerstandsbereich steigen – und dort bleiben –, um die bullische Neigung zu stärken. Gelingt das, würde das Allzeithoch bei 27.190,21 zum nächsten großen Ziel.
Umgekehrt würde ein Rückgang unter den 100-Stunden-Durchschnitt bei 26.295,87 das bullische Momentum schwächen. Ein weiterer Bruch unter den 200-Stunden-Durchschnitt bei 26.161,20 würde die kurzfristige Neigung entschiedener zu den Verkäufern verschieben.
Die technische Botschaft ist eindeutig: Die Käufer haben derzeit in beiden Indizes die Oberhand, weil die Kurse über ihren wichtigen stündlichen Gleitenden Durchschnitten bleiben. Die August-Hochs müssen jedoch noch gebrochen werden, um die nächste Aufwärtsbewegung freizusetzen. Bis dahin können Trader die Durchschnitte darunter und die Swing-Hochs darüber nutzen, um das Kampfgebiet zu definieren, Risiken zu steuern und den nächsten Richtungsbruch zu identifizieren. Weitere Fed-Aussagen und anstehende Wirtschaftsdaten dürften darüber entscheiden, ob diese Niveaus halten oder weichen.