Südkorea verschärft Krypto-Überweisungen an ausländische Börsen nach App-Entfernungen
Wichtige Erkenntnisse
- •Lokale Börsen können vor der Abwicklung von Überweisungen an ausländische Krypto-Plattformen oder selbstverwaltete Wallets zusätzliche Unterlagen verlangen.
- •Börsen können den Nachweis der Kontoinhaberschaft, den Zweck der Überweisung und die Herkunft der Mittel anfordern.
- •Überweisungen ab 10 Millionen Won, etwa 7.000 $, unterliegen einer verstärkten Überwachung verdächtiger Transaktionen.
- •Die Änderungen folgen der Entfernung der Bybit-, MEXC- und HTX-Apps aus dem südkoreanischen Google Play Store.
- •Südkoreas Finanzbehörden verlangen seit 2021 von Anbietern virtueller Vermögensdienstleistungen die Registrierung und Einhaltung von AML-Verpflichtungen.

Südkorea hat strengere Anforderungen für Kryptowährungsüberweisungen an ausländische Handelsplattformen eingeführt, nachdem die Anwendungen von Bybit, MEXC und HTX aus dem Google Play Store des Landes entfernt worden waren. Die Entfernung der Apps entspricht den Anordnungen der Korea Communications Standards Commission, die zuvor nicht registrierte ausländische Börsen wegen des Betriebs ohne ordnungsgemäße lokale Registrierung nach dem Gesetz über die Meldung und Verwendung bestimmter Finanztransaktionsinformationen markiert hatte.
Nach dem überarbeiteten Rahmenwerk können lokale Kryptowährungsbörsen von Nutzern verlangen, vor der Abwicklung von Überweisungen an ausländische Börsen oder selbstverwaltete Wallets zusätzliche Unterlagen vorzulegen. Die Maßnahmen sollen die Aufsicht über grenzüberschreitende Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten stärken und die Einhaltung der Geldwäschevorschriften verbessern. Sie bauen auf Südkoreas Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Anlagegüter auf, das im Juli 2024 in Kraft trat und das erste umfassende Rechtsrahmenwerk des Landes für den Schutz von Anlegern digitaler Vermögenswerte und die Marktaufsicht schuf.
Verschärfte Prüfungen bei Überweisungen ins Ausland
Die aktualisierten Regeln erlauben es Börsen, vor der Genehmigung von Überweisungen den Nachweis der Kontoinhaberschaft, den Zweck der Transaktion und die Herkunft der Mittel anzufordern. Wenn die bereitgestellten Informationen als unvollständig oder unzureichend gelten, können Börsen die Transaktion verzögern oder ablehnen.
Darüber hinaus unterliegen Überweisungen von 10 Millionen Won (etwa 7.000 $) oder mehr an ausländische Krypto-Börsen oder selbstverwaltete Wallets einer verstärkten Überwachung verdächtiger Transaktionen. Die Schwelle von 10 Millionen Won entspricht bestehenden Meldepflichten nach dem koreanischen Gesetz über die Meldung und Verwendung bestimmter Finanztransaktionsinformationen, das Finanzinstitute verpflichtet, Transaktionen in dieser Höhe zu melden, wenn der Verdacht besteht, dass sie aus illegalem Geld stammen. Die strengeren Anforderungen sollen die Transparenz verbessern und die Risiken von Finanzkriminalität im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten verringern.
South Korea Tightens Crypto Transfers After Bybit, MEXC and HTX Apps Pulled From Google Play
South Korea is tightening transfers to offshore crypto platforms after Bybit, MEXC and HTX apps were removed from local Google Play. Under revised rules, exchanges may require proof of… pic.twitter.com/mXEmfXwqzK
— Wu Blockchain (@WuBlockchain), August 13, 2026
Wachsender Fokus auf Krypto-Compliance
Das neue Rahmenwerk unterstreicht Südkoreas anhaltenden Schwerpunkt auf der Stärkung der Aufsicht über Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten. Die Financial Intelligence Unit des Landes verlangt seit 2021 von allen Anbietern virtueller Vermögensdienstleistungen, die in Korea tätig sind, dass sie sich registrieren und AML-Verpflichtungen einhalten – ein Prozess, den viele ausländische Börsen nicht abgeschlossen haben. Südkorea zählt zu den weltweit größten Krypto-Einzelhandelsmärkten, und die sogenannte Kimchi-Premium – ein Phänomen, bei dem digitale Vermögenswerte auf koreanischen Börsen zu höheren Preisen gehandelt werden – hat historisch gesehen Anreize für Arbitragegeschäfte geschaffen, um Gelder auf ausländische Plattformen zu überweisen und von diesen zurückzuholen. Da Aufsichtsbehörden weltweit die Compliance-Standards für grenzüberschreitende Krypto-Transaktionen verschärfen, werden Börsen und Nutzer voraussichtlich mit erhöhten Überprüfungsanforderungen konfrontiert. Marktteilnehmer werden beobachten, wie sich die neuen Regeln auf den Handel über ausländische Plattformen und die Akzeptanz von Kryptowährungen in einem der aktivsten digitalen Vermögensmärkte Asiens auswirken.