NachrichtenKryptoSüdkorea verschärft die Krypto-Aufsicht, Bybit- und OKX-Apps aus Google Play entfernt

Südkorea verschärft die Krypto-Aufsicht, Bybit- und OKX-Apps aus Google Play entfernt

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Anwendungen von Bybit und OKX wurden im Juli aufgrund fehlender Registrierung bei der Korea Financial Intelligence Unit aus dem südkoreanischen Google Play Store entfernt.
  • Ab dem 20. August müssen inländische Anbieter virtueller Vermögenswerte alle Transfers von 10 Millionen Won oder mehr an ausländische Handelsplattformen melden, unabhängig vom Risikoniveau der Transaktion.
  • Verschärfte Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden erweitern die Überprüfungsverantwortlichkeiten der Anbieter, wobei strengere Kontrollen für Kunden und Dienstleistungen mit höherem Risiko gelten.
  • Der regulatorische Rahmen orientiert sich an den Standards der FATF Travel Rule und spiegelt eine parallele Verschärfung der grenzüberschreitenden Krypto-Aufsicht in Japan, Singapur und der Europäischen Union wider.
  • Die Beschränkungen stellen kein umfassendes Verbot dar, da Nutzer weiterhin über Webbrowser oder alternative Kanäle auf einige ausländische Plattformen zugreifen können.
Südkorea verschärft die Krypto-Aufsicht, Bybit- und OKX-Apps aus Google Play entfernt

Südkorea verschärft die Aufsicht über Kryptowährungstransfers mit Beteiligung ausländischer Plattformen und führt zusätzliche Compliance-Anforderungen für inländische Nutzer digitaler Vermögenswerte ein, während die Behörden die Kontrollen gegen Geldwäsche ausbauen und den Zugang zu nicht registrierten ausländischen Handelsplattformen einschränken. Die Maßnahmen bauen auf der im März 2021 beschlossenen Änderung des Gesetzes über die Meldung und Nutzung bestimmter finanzieller Transaktionsinformationen auf, die erstmals alle in dem Land tätigen Anbieter virtueller Vermögenswerte verpflichtete, sich bei der Korea Financial Intelligence Unit (KoFIU) zu registrieren und Anti-Geldwäsche-Verpflichtungen einzuhalten.

Google-Play-Beschränkungen werden ausgeweitet

Die Anwendungen von Bybit und OKX wurden aus dem südkoreanischen Google Play Store entfernt. Bybit war ab Juli nicht mehr für Neuinstallationen verfügbar, OKX folgte noch im selben Monat. Die Beschränkungen richten sich gezielt gegen ausländische Anbieter virtueller Vermögenswerte, die sich nicht bei der Financial Intelligence Unit Südkoreas registriert haben.

Die Entfernungen fallen unter einen umfassenderen Google-Play-Richtlinienrahmen, der verhindern soll, dass nicht registrierte ausländische Handelsplattformen neue Downloads in Südkorea anbieten. Bestehende Nutzer können in bestimmten Fällen weiterhin Zugriff behalten, jedoch könnten App-Updates eingeschränkt sein.

Diese Maßnahmen stellen kein umfassendes Verbot ausländischer Handelsplattformen dar. Nutzer können weiterhin über Webbrowser oder alternative Kanäle auf einige Plattformen zugreifen, abhängig von regulatorischen Entscheidungen und der Verfügbarkeit der Plattformen. Südkorea gehört historisch zu den weltweit größten Retail-Märkten für Kryptowährungen nach Handelsvolumen, sodass die Einhaltung seines Registrierungssystems für globale Handelsplattformen, die Zugang zu lokalen Nutzern suchen, eine bedeutende Rolle spielt.

Meldeschwelle bei 10 Millionen Won

Südkorea bereitet zudem strengere Meldepflichten für Transfers vor, die ausländische Handelsplattformen und digitale Wallet-Anbieter einbeziehen.

Nach den überarbeiteten Vorschriften, die am 20. August in Kraft treten sollen, müssen inländische Anbieter virtueller Vermögenswerte alle Transfers von 10 Millionen Won oder mehr an ausländische Handelsplattformen oder Wallet-Dienste der Korea Financial Intelligence Unit melden. Diese Verpflichtung gilt unabhängig vom eingeschätzten Risikoniveau der Transaktion.

Die Regierung erklärt, dass die Maßnahme die Überwachung ausländischer Transaktionen stärken und Geldwäscherisiken mindern soll. Die Schwelle von 10 Millionen Won – ungefähr 7.500 $ – entspricht den bestehenden Meldepflichten für grenzüberschreitende Bargeldtransaktionen, die koreanische Banken bereits nach dem Foreign Exchange Transactions Act anwenden. Dies signalisiert das Bestreben, Kryptowährungstransfers stärker an traditionelle Finanzmeldungsstandards anzugleichen.

Verschärfte Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden

Der neue regulatorische Rahmen wird zudem die Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden verstärken. Anbieter virtueller Vermögenswerte übernehmen erweiterte Verantwortlichkeiten bei der Überprüfung der Richtigkeit von Kundeninformationen, während Kunden und Dienstleistungen mit höherem Risiko strengeren Kontrollen unterliegen können.

Dies kann zu zusätzlichen Fragen oder Dokumentationsanforderungen bei bestimmten Transaktionen führen. Die verfügbaren offiziellen Leitlinien schreiben jedoch keine universelle Verpflichtung fest, nach der Nutzer bei jedem Transfer über 10 Millionen Won den Nachweis erbringen müssen, dass sie Inhaber eines Kontos bei einer ausländischen Handelsplattform sind.

Die verschärften Sorgfaltspflichten spiegeln zudem Südkoreas Umsetzung der Travel Rule der Financial Action Task Force wider, die Anbieter virtueller Vermögenswerte dazu verpflichtet, Informationen über Auftraggeber und Begünstigten für qualifizierte Transfers zu übermitteln. Südkoreas Vorgehen ist Teil eines breiteren internationalen Trends, da auch Rechtsgebiete wie Japan, Singapur und die Europäische Union ihre grenzüberschreitende Krypto-Aufsicht im Einklang mit den sich weiterentwickelnden FATF-Standards verschärft haben. Für lokale Händler werden die praktischen Auswirkungen voraussichtlich je nach involvierter Handelsplattform, Transaktionsvolumen, individuellem Risikoprofil und den von inländischen Plattformen angewandten Compliance-Verfahren variieren.