NachrichtenKryptoSüdkorea: Bericht fordert vorläufige Stablecoin-Regeln vor umfassender Krypto-Gesetzgebung

Südkorea: Bericht fordert vorläufige Stablecoin-Regeln vor umfassender Krypto-Gesetzgebung

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Hashed Open Research und das Solana Policy Institute veröffentlichten am 29. Juli einen Bericht, der Südkorea empfiehlt, vor der Verabschiedung des vollständigen Digital Asset Basic Act gestufte Lizenzierungsregeln für Stablecoins einzuführen.
  • Der Bericht verweist auf die EU-MiCA als Beispiel, bei dem die Stablecoin-Regeln rund sechs Monate vor dem restlichen Kryptorahmen in Kraft traten.
  • Abgeordneter Ahn Do-geol schlug ein Kompromissmodell vor, bei dem Banken mehr als 50 % der Stablecoin-Emittenten halten und Fintech-Partner 34 % sowie Managementrechte behalten.
  • Die Financial Services Commission will zehn ausstehende Vorschläge zu digitalen Vermögenswerten und Stablecoins zu einem einzigen Gesetzentwurf im Jahr 2026 zusammenführen, ein Einreichungsdatum wurde jedoch nicht genannt.
  • Das derzeitige Virtual Asset User Protection Act deckt nur Verwahrung und unlauteren Handel ab; Regeln für Stablecoin-Emittenten und die Marktstruktur fehlen weiterhin.
Südkorea: Bericht fordert vorläufige Stablecoin-Regeln vor umfassender Krypto-Gesetzgebung

Ein am 29. Juli veröffentlichter Policy-Bericht von Hashed Open Research — dem Forschungsarm von Hashed, einem der bekanntesten Kryptowährungs-Investmentunternehmen Südkoreas — und dem Solana Policy Institute fordert Südkorea auf, vor der Finalisierung des vollständigen Digital Asset Basic Act vorläufige Leitlinien für die Lizenzierung von Stablecoins einzuführen. Der Bericht fasst die Diskussionen eines Symposiums vom 23. Juni zusammen, an dem Abgeordnete, Juristen und Branchenvertreter teilnahmen, und empfiehlt einen gestuften Regulierungsansatz.

Die Empfehlungen sind unverbindlich und ändern das bestehende südkoreanische Recht nicht.

Gestufter Stablecoin-Rahmen vorgeschlagen

Der Bericht argumentiert, dass ein Warten auf den vollständigen Digital Asset Basic Act Unternehmen ohne klare Regeln zurücklassen könnte. Unternehmen, die an den Won gekoppelte Stablecoins emittieren oder nutzen, benötigen nach Ansicht des Berichts früher statt später regulatorische Leitlinien. Südkorea gehört beim Handelsvolumen zu den größten Retail-Kryptomärkten der Welt, was die Regulierungslücke für in- und ausländische Marktteilnehmer besonders bedeutsam macht.

Kim Hyo-bong von Bae, Kim & Lee verwies auf die Europäische Union als Präzedenzfall. Im Rahmen der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) der EU traten die Stablecoin-Regeln am 30. Juni 2024 in Kraft — sechs Monate bevor der übrige Rahmen angewendet wurde. Dieser gestaffelte Zeitplan, so Kim, stütze die Idee, Stablecoin-Regeln zuerst einzuführen und den breiteren Kryptorahmen später folgen zu lassen.

Streit um Eigentumsstruktur hält an

Ein zentraler ungelöster Punkt betrifft die Eigentumsstruktur von Stablecoin-Emittenten. Der Abgeordnete der Demokratischen Partei Ahn Do-geol skizzierte einen möglichen Kompromiss, bei dem Banken die Mehrheit an Stablecoin-Emittenten halten, während Fintech-Partner den täglichen Betrieb steuern.

Nach einem derzeit diskutierten Modell würden Banken mehr als 50 % der Eigentumsanteile halten, während ein Fintech-Unternehmen 34 % sowie Managementrechte behalten könnte. Befürworter argumentieren, dieses Modell verbinde Aufsicht aus dem Bankensektor mit technologischer Expertise. Kritiker warnen hingegen, dass eine strikte Bankkontrolle den Wettbewerb hemmen könnte.

Die Bank of Korea unterstützt den bankgeführten Ansatz. Beamte haben gewarnt, dass ein reibungsloser Umtausch zwischen dem Koreanischen Won und Stablecoins in US-Dollar die Steuerung von Kapitalflüssen erschweren könnte.

Zusammengefasster Gesetzentwurf für 2026 geplant

Die Financial Services Commission (FSC) teilte der Nationalversammlung am 29. Juli mit, dass sie in Zusammenarbeit mit der regierenden Demokratischen Partei einen einzigen zusammengefassten Gesetzentwurf vorbereiten will. Derzeit liegen zehn separate Vorschläge zu digitalen Vermögenswerten und Stablecoins vor.

Ein Einreichungsdatum oder eine endgültige Fassung wurde noch nicht bekannt gegeben, und die FSC hat nicht angegeben, wann der zusammengeführte Gesetzentwurf fertig sein wird.

Der geplante Rahmen würde die Emission von Stablecoins, das Verhalten an Börsen, Offenlegungspflichten, interne Kontrollen und Systemresilienz abdecken. Das bestehende Virtual Asset User Protection Act Südkoreas befasst sich derzeit nur mit Verwahrung, unlauterem Handel und Kundenschutz — Regelungen für Emittenten und Marktstruktur fehlen also weiterhin. Der Bericht bezeichnet diese Lücke als Priorität für den Gesetzgeber.

Fragen zu ausländischen Stablecoins bleiben offen

Der Bericht wirft außerdem ungeklärte Fragen zu ausländisch emittierten Stablecoins auf, die koreanischen Nutzern angeboten werden. Er fragt, ob ausländische Emittenten eine lokale Niederlassung einrichten, Reserveanforderungen erfüllen oder eine inländische Genehmigung einholen müssen, bevor sie Token in Südkorea anbieten. Diese Punkte sind noch nicht entschieden.

Breiterer Fahrplan für digitale Vermögenswerte

Über Stablecoins hinaus hat Südkorea einen breiteren Fahrplan für digitale Vermögenswerte skizziert, der neben dem Stablecoin-Plan auch Reformen des Devisenmarkts, Pilotprojekte für digitale Zentralbankwährungen und tokenisierte Staatsanleihen umfasst.

Eine Parlamentsabstimmung oder eine Umsetzungsfrist wurde nicht festgelegt. Die FSC hat lediglich bestätigt, dass sie die zehn ausstehenden Vorschläge im Laufe des Jahres 2026 zu einem staatlich unterstützten Gesetzentwurf zusammenführen will.