Südkorea plant 22,3-Milliarden-Dollar-Gaskraftwerk in Texas zur Stromversorgung von KI-Rechenzentren
Wichtige Erkenntnisse
- •Südkorea hat Berichten zufolge zugestimmt, 22,3 Milliarden US-Dollar in ein 6,3-GW-Gaskraftwerk in Texas zu investieren – die erste Investition im Rahmen des Handelsabkommens mit den USA.
- •Das geplante Kraftwerk soll Rechenzentren in Texas mit Strom versorgen, wo der Netzbetreiber ERCOT einen stark steigenden Bedarf durch Großverbraucher wie KI-Anlagen prognostiziert.
- •Seoul hat insgesamt rund 350 Milliarden US-Dollar an US-Investitionen zugesagt; ein Teil könnte in ein Kernkraftwerksprojekt oder Alaska LNG fließen.
- •Im Rahmen des im Juli verkündeten Handelsabkommens gelten für Südkorea 15 Prozent Zoll auf US-Importe statt der ursprünglich angedrohten 25 Prozent; zudem verpflichtete es sich zu LNG- und Energiekäufen in den USA im Wert von 100 Milliarden US-Dollar.
- •Die asiatischen LNG-Spotpreise stiegen auf knapp 26 US-Dollar pro Million British Thermal Units, da die Feindseligkeiten zwischen den USA und Iran im Persischen Golf wieder aufflammten, und Katar verlängerte die höhere Gewalt für seine Exporte.

Südkorea hat Berichten zufolge zugestimmt, im Rahmen seines Handelsabkommens mit der Regierung Trump 22,3 Milliarden US-Dollar in ein Gas-Kraftwerk in Texas zu investieren.
Es wäre die erste Investition Südkoreas unter diesem Handelsabkommen, berichtete Reuters unter Berufung auf südkoreanische Medien. Das geplante Kraftwerk soll eine Kapazität von 6,3 GW haben und Rechenzentren im Bundesstaat mit Strom versorgen. Texas ist zu einem wichtigen Zentrum für den Bau von Rechenzentren geworden: Der Netzbetreiber ERCOT prognostiziert einen stark steigenden Strombedarf durch Großverbraucher wie KI-Anlagen – ein Trend, der Entwickler dazu veranlasst hat, für neue Projekte auf Gasenergie zu setzen.
Wie andere asiatische Länder auch, hat Südkorea Milliardeninvestitionen in den USA zugesagt – im Gegenzug für günstigere Einfuhrzollbedingungen von Präsident Trump. Insgesamt hat Seoul Investitionen von rund 350 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten versprochen. Einen Teil dieser Mittel könnten nach Angaben südkoreanischer Medien in ein Kernkraftwerksprojekt oder in Alaska LNG fließen.
Im Juli vergangenen Jahres kündigte Präsident Trump ein Abkommen an, das einen 15-prozentigen Zoll auf Einfuhren aus Südkorea vorsieht und damit die ursprünglich von Washington angedrohte, deutlich höhere Abgabe von 25 Prozent abwendete. Im Rahmen des Handelsabkommens verpflichtete sich Südkorea zum Kauf von US-Flüssiggas und anderen Energierohstoffen im Wert von 100 Milliarden US-Dollar – ein Schritt, den Präsident Trump als Erfolg für amerikanische Arbeitnehmer und Energieproduzenten feierte.
Anfang 2026 signalisierte Südkorea zudem, künftig mehr Rohöl aus den Vereinigten Staaten einzuführen – eine Entscheidung, die durch den Krieg der USA und Israels gegen Iran und die dadurch verursachte Verknappung von Energieexporten nach Asien beschleunigt wurde.
Unterdessen stiegen die Spotpreise für Flüssiggas in Asien in der vergangenen Woche auf fast 26 US-Dollar pro Million British Thermal Units, da die USA und Iran im Persischen Golf erneut Gefechte austrugen. Dies nährt neue Zweifel daran, dass der normale Tankerverkehr durch die Wasserstraße in absehbarer Zeit wieder aufgenommen wird. Südkorea ist nach China und Japan der drittgrößte Importeur von Flüssiggas weltweit. Katar wiederum hat die höhere Gewalt für seine Exporte verlängert. Für Seoul kommt das gemeldete Texaskraftwerk und die umfassenderen US-Energiezusagen in einer Zeit, in der die koreanische Industrie im Inland mit Einschränkungen beim Bau neuer Kraftwerke konfrontiert ist – was der Verlagerung von Energieinvestitionen ins Ausland eine praktische Dimension verleiht.
Von Charles Kennedy für Oilprice.com