NachrichtenKryptoSüdkorea peilt Start tokenisierter Wertpapiere 2027 an – mit Vision einer Abwicklung über Stablecoins

Südkorea peilt Start tokenisierter Wertpapiere 2027 an – mit Vision einer Abwicklung über Stablecoins

Autor: Crypto Ninjas·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Roadmap der südkoreanischen FSC wird tokenisierte Wertpapiere ab dem 4. Februar 2027 im Rahmen der Änderungen des Elektronischen Registrierungsgesetzes rechtlich anerkennen.
  • Die erste Phase umfasst Geldmarktfonds, Anleihen, über Treuhandstrukturen handelbare nicht gelistete Aktien sowie große fraktionierte Aktienverkäufe und baut auf früheren Inlands-Pilotprojekten auf.
  • Die zweite Stufe würde die Tokenisierung auf alle gelisteten Aktien, Anleihen und Investmentfonds ausweiten und damit über frühere Projekte zum fraktionierten Eigentum hinausgehen.
  • Zum Anlegerschutz gehören Obergrenzen für individuelle Zeichnungen beim kleineren Betrag von 30 Millionen KRW oder 5 % der Gesamtemission sowie reservierte Anteile für Privatanleger bei öffentlichen Emissionen.
  • Die Stablecoin-basierte Abwicklung ist für die letzte Phase geplant, hängt jedoch von der Marktbereitschaft und der noch in der Nationalversammlung diskutierten Stablecoin-Gesetzgebung ab.
Südkorea peilt Start tokenisierter Wertpapiere 2027 an – mit Vision einer Abwicklung über Stablecoins

Südkorea beschleunigt sein Vorgehen im Blockchain-basierten Finanzwesen. Die Financial Services Commission (FSC) hat eine politische Roadmap vorgestellt, die die Ausgabe und den Handel von Wertpapieren durch Tokenisierung modernisieren soll – ein bedeutender Schritt in Richtung digitaler Kapitalmärkte. Nach dem dreistufigen Plan sollen Aktien, Anleihen und Fonds auf Blockchain-Infrastruktur überführt werden, wobei neue Gesetze zur Anerkennung tokenisierter Wertpapiere ab 2027 in Kraft treten und eine Onchain-Abwicklung mit Stablecoins langfristig integriert werden soll.

Damit reiht sich Südkorea neben andere Finanzzentren wie Singapur, Hongkong und die Schweiz ein, die in den vergangenen Jahren regulierte Initiativen für tokenisierte Wertpapiere gestartet haben, während das globale institutionelle Interesse daran wächst, traditionelle Finanzwerte auf verteilte Ledger zu überführen.

Ausbau tokenisierter Wertpapiere beginnt 2027

Die Roadmap ist an Änderungen des Elektronischen Registrierungsgesetzes geknüpft, die tokenisierte Wertpapiere ab dem 4. Februar 2027 offiziell als digitale Form traditioneller Wertpapiere anerkennen.

Die erste Phase richtet sich auf Geldmarktfonds, Anleihen, über Treuhandstrukturen handelbare nicht gelistete Aktien (EUSTs) sowie öffentlich große fraktionierte Aktienverkäufe. Diese Phase soll Marktstrukturen und operative Prozesse bewerten, bevor die Tokenisierung breiter auf verschiedene Finanzprodukte ausgeweitet wird. Sie baut auf früheren Pilotprojekten im Inland auf, etwa tokenisierten, Won-gedeckten Commercial Papers und Fondsverteilungstests großer koreanischer Banken und Broker unter der regulatorischen Sandbox des Landes sowie einem 2023 gestarteten gemeinsamen Branchenprojekt zur Tokenisierung.

Aktien, Anleihen und Fonds gehen Onchain

Die neue Roadmap gilt für Hauptwertpapiere und grenzt sich damit von früheren Tokenisierungsprojekten ab, die primär auf fraktioniertem Eigentum beruhten.

In der zweiten Stufe sollen alle gelisteten Aktien-, Anleihen- und Investmentfonds-Wertpapiere durch Tokenisierung abgedeckt werden. Blockchain-Infrastruktur könnte durch effizientere Ausgabe und Nachverfolgung der Eigentumskette Mehrwert schaffen und dennoch regulatorische Kontrolle ermöglichen.

Neue Maßnahmen zum Anlegerschutz

Die Behörden haben zudem Modellstandards für fraktionierte Anlageprodukte herausgegeben, um die Marktentwicklung zu unterstützen.

Nach dem vorgeschlagenen Rahmen können individuelle Zeichnungen auf den kleineren Betrag von (i) 30 Millionen KRW oder (ii) 5 % des gesamten Emissionsvolumens begrenzt werden. Die Regulierer schlagen außerdem vor, einen kleinen Teil der öffentlichen Emissionen für Privatanleger zu reservieren, um eine faire Beteiligung sicherzustellen.

Sofern ein ausreichender Anlegerschutz besteht, könnten künftig auch Forderungen in tokenisierte Strukturen integriert werden.

Stablecoins in der Langfriststrategie

Ein herausragendes Merkmal der Roadmap ist die Einbindung einer Stablecoin-basierten Abwicklungsinfrastruktur in der letzten Stufe.

Die FSC strebt ein System an, in dem Ausgabe, Handel, Buchführung und Abwicklung auf ineinander verzahnten Blockchain-Systemen stattfinden. Die Umsetzung hängt jedoch von der Marktakzeptanz, der Bereitschaft der Infrastruktur und künftiger Stablecoin-Gesetzgebung ab – Gesetze, die in der Nationalversammlung noch diskutiert werden und zu denen mehrere konkurrierende Stablecoin-Entwürfe eingebracht wurden.

Der Zeitplan für die späteren Phasen bleibt flexibel, sodass die Regulierer die Ergebnisse der ersten Phase bewerten können, bevor sie den Rahmen ausweiten.

Infrastrukturentwicklung schreitet voran

Zu verteilten Ledger-Standards, Cybersicherheitsstandards, operativer Resilienz und der Planung von Geschäftskontinuität liegen neue Leitlinien vor. Von Einrichtungen, die Konten für tokenisierte Wertpapiere führen, werden zudem Kapital, Personal und Technologie erforderlich sein.

Bis Ende September wird die FSC aktualisierte Fassungen der einschlägigen Vorschriften veröffentlichen, um dem Markt vor Beginn der ersten Phase Anfang 2027 Klarheit zu verschaffen. Die Marktteilnehmer werden diese Entwürfe aufmerksam verfolgen, denn die Detailregeln werden bestimmen, wie Banken, Broker und Börsen sich im Vorfeld des Starts 2027 positionieren.

Quelle: Ankündigung der FSC; via CryptoNinjas