Sky und ITV verteidigen £1.6bn-Fusion, während CMA Regulierungsprüfung einleitet
Wichtige Erkenntnisse
- •Die CMA hat bis zum 6 August öffentliche Stellungnahmen zur geplanten Übernahme der Media and Entertainment-Sparte von ITV durch Sky erbeten; dies markiert den ersten Schritt vor Einleitung einer formellen Phase-1-Untersuchung.
- •Sky und ITV wollen argumentieren, dass das fusionierte Unternehmen etwa 20 per cent der gesamten britischen Werbeausgaben ausmacht, wenn alle Medienplattformen berücksichtigt werden, gegenüber rund 70 per cent nach einer ausschließlich auf Fernsehen bezogenen Marktdefinition.
- •Analysten von Enders Analysis bezeichneten eine nur auf Rundfunkanbieter bezogene Marktdefinition als überholt, da Werbebudgets weiter auf Online-Plattformen wie YouTube, Netflix, Amazon und Meta verlagert werden.
- •Die Transaktion im Volumen von £1.6bn würde ITV Studios als separat börsennotiertes Produktionsunternehmen mit einer langfristigen Vereinbarung zur Lieferung von Inhalten bestehen lassen; der Abschluss wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigung in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.
- •Die Fusion könnte zudem einer Prüfung des öffentlichen Interesses durch Ofcom und den DCMS Secretary of State unterliegen, der befugt ist, aus Gründen der Medienpluralität eine Public Interest Intervention Notice zu erlassen.

Sky und ITV bereiten sich darauf vor zu argumentieren, dass ihre geplante Fusion im Volumen von £1.6bn nur rund ein Fünftel des gesamten britischen Werbemarkts kontrollieren würde, während sie versuchen, Wettbewerbsbehörden von der Genehmigung einer der größten Medientransaktionen seit Jahrzehnten zu überzeugen, wie City AM berichtet.
Die Competition and Markets Authority (CMA) hat am Mittwoch öffentliche Stellungnahmen zur geplanten Übernahme der Media and Entertainment-Sparte von ITV durch Sky erbeten — der erste Schritt ihrer Prüfung, bevor eine formelle Phase-1-Untersuchung eingeleitet wird. Die Fallseite der CMA ist hier verfügbar.
Nach Angaben von Personen, die mit der Position der Unternehmen vertraut sind, wollen Sky und ITV argumentieren, dass die Transaktion vor dem Hintergrund der breiteren modernen Werbelandschaft bewertet werden sollte und nicht allein anhand von Fernsehwerbung. City AM berichtet, dass Sky und ITV zusammen etwa 20 per cent der gesamten britischen Werbeausgaben ausmachen, wenn Rundfunkfernsehen, Streamingdienste, soziale Medien und digitale Plattformen einbezogen werden.
Diese Zahl steht in starkem Gegensatz zu einer traditionellen Definition des Fernsehwerbemarkts, nach der das fusionierte Unternehmen rund 70 per cent der Umsätze ausmachen würde — eine Diskrepanz, die voraussichtlich zu einem der zentralen Streitpunkte in der Bewertung der CMA wird.
Ein Sprecher von ITV sagte: "We welcome the CMA's decision to open its public case page. This invitation to comment is the first part of the CMA's information gathering process and the start of the regulatory review for the sale of ITV's M&E division."
"Together with Sky we are working closely with the CMA, Ofcom and DCMS to support their respective processes and we are confident that regulators will recognise the fundamental changes that have taken place in our markets as they examine the proposed transaction."
Sky reagierte nicht unmittelbar auf eine Bitte um Stellungnahme.
Definition des Werbemarkts im Zentrum der Prüfung
Die CMA erklärte, sie hole Einschätzungen dazu ein, ob die Übernahme den Wettbewerb verringern könnte, bevor sie ihre Untersuchung formell einleitet.
"The TV industry contributes billions to our economy so it's important we assess the impact of this deal on competition," sagte ein Sprecher der CMA. "Strong competition helps make sure businesses can buy advertising on fair terms and viewers can continue to enjoy a wide choice of high-quality TV programmes."
Die Aufsichtsbehörde nimmt Stellungnahmen bis zum 6 August entgegen, nachdem sie die Informationen erhalten hat, die erforderlich sind, um Vorabgespräche mit den Unternehmen aufzunehmen. Medienfusionen dieser Größenordnung im Vereinigten Königreich unterliegen zudem einer separaten Prüfung des öffentlichen Interesses: Ofcom berät dazu, ob eine Transaktion gegen das öffentliche Interesse wirken könnte, insbesondere mit Blick auf Medienpluralität, und der Secretary of State im DCMS verfügt über Befugnisse, eine Public Interest Intervention Notice zu erlassen, die neben der wettbewerbsrechtlichen Prüfung der CMA einen zusätzlichen Prüfungsstrang auslösen könnte.
Es wird weithin erwartet, dass die regulatorische Prüfung davon abhängt, wie der Werbemarkt definiert wird.
Analysten von Enders Analysis erklärten, die zentrale Wettbewerbsfrage sei, ob die Regulierungsbehörden Fernsehwerbung weiterhin als eigenständigen Markt behandeln oder stattdessen den wachsenden Wettbewerbsdruck durch YouTube, Netflix, Amazon, Meta und andere digitale Plattformen berücksichtigen. Sie argumentierten, dass eine ausschließlich auf Rundfunkanbieter bezogene Marktdefinition inzwischen "anachronistic" sei, angesichts der fortgesetzten Verlagerung von Werbebudgets auf Online-Plattformen.
Giao Pacey, Partnerin bei Simkins, bezeichnete die Transaktion als "one of the most significant developments in the UK media sector for many years."
"The deal feels less like opportunistic consolidation and more like an acknowledgement of market reality," sagte sie. "The key question now is whether regulators are prepared to accept that creating a stronger UK media champion can be achieved without compromising competition, consumer choice or media plurality."
Sky, das dem US-amerikanischen Medien- und Telekommunikationskonzern Comcast gehört, hat Anfang dieses Monats vereinbart, das Rundfunk- und Streaminggeschäft von ITV für bis zu £1.6bn zu übernehmen. City AM hatte zuvor über die Transaktion berichtet. Die Transaktion würde ITV Studios als separat börsennotiertes Produktionsunternehmen bestehen lassen, gestützt durch eine langfristige Vereinbarung zur Lieferung von Inhalten — eine strukturelle Trennung, die ITV geprüft hat, um den eigenständigen Wert seiner globalen Produktionssparte hervorzuheben. Der Abschluss wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigung in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.