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Singapurer Studie zufolge ist die bestehende Flotte großer Hafenfahrzeuge bereit für die Umstellung auf B100

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die MESD-Studie kam zu dem Schluss, dass die bestehende große Hafenfahrzeugflotte Singapurs bei ordnungsgemäßer Anwendung von Treibstoffhandhabungs-, Lagerungs- und Zusatzstoffpraktiken eine eingeschränkte Bereitschaft zur Umstellung auf B100 zeigt.
  • Die Motoren behielten über 200 Stunden Seetests hinweg eine stabile Leistung ohne signifikanten Leistungsverlust oder kritische Störungen bei und erreichten einen Bremswirkungsgrad vergleichbar mit konventionellem Diesel.
  • B100 produzierte niedrigere Kohlenmonoxid- und Feinstaubemissionen als Diesel, jedoch erfordert ein moderater Anstieg der Stickoxidemissionen eine Überwachung gemäß den Grenzwerten von MARPOL Anhang VI.
  • Antioxidationszusätze verbesserten die Oxidationsstabilität von B100 und wandten sich damit einem bekannten Abbausiko bei Biokraftstoffen in hohen Konzentrationen während der Lagerung.
  • Ab 2030 schreibt die MPA vor, dass alle neuen Hafenfahrzeuge in den Hafengewässern Singapurs vollständig elektrisch, B100-tauglich oder mit netto-null-Marinetreibstoffen kompatibel sein müssen.
Singapurer Studie zufolge ist die bestehende Flotte großer Hafenfahrzeuge bereit für die Umstellung auf B100

Die bestehenden großen Hafenfahrzeuge in Singapur sind technisch darauf vorbereitet, B100-Marinebiotreibstoff zu verwenden, sofern angemessene Verfahren zur Treibstoffhandhabung und -lagerung eingehalten werden. Dies geht aus einer in dieser Woche veröffentlichten neuen Studie hervor.

Die vom Maritime Energy & Sustainable Development Centre of Excellence (MESD) durchgeführte Untersuchung bewertete die Eignung von B100 durch Labortests und Seetests mit einem Schlepper und einem Bunkerschiff.

Ergebnisse der Seetests

Die Motoren behielten über 200 Stunden Seetests hinweg eine stabile Leistung bei, ohne signifikanten Leistungsverlust, ungewöhnliche Kraftstoffverbrauchstrends oder kritische Betriebsstörungen.

B100 erreichte eine Bremswirkungsgrad, der mit dem von konventionellem Diesel vergleichbar ist. Der Biotreibstoff produzierte zudem niedrigere Kohlenmonoxid- und Feinstaubemissionen. Allerdings wurde während der Tests ein moderater Anstieg der Stickoxidemissionen (NOx) verzeichnet — ein Faktor, den Betreiber im Hinblick auf die NOx-Emissionsgrenzwerte gemäß MARPOL Anhang VI für Schiffsdieselmotoren überwachen müssen.

Lagerstabilität

Die Studie ergab, dass Antioxidationszusätze die Oxidationsstabilität von B100 verbesserten und dazu beitrugen, das Risiko eines Abbauen des Treibstoffs während der Lagerung zu verringern — eine bekannte Herausforderung bei Biokraftstoffen in hohen Konzentrationen.

Das MESD bezeichnete die Ergebnisse als Nachweis für die „eingeschränkte Bereitschaft" der bestehenden großen Hafenfahrzeugflotte Singapurs zur Umstellung auf B100, abhängig von der Anwendung angemessener Praktiken bei Treibstoffhandhabung, -lagerung und Zusatzstoffen.

Projektpartner und Beteiligung der Aufsichtsbehörde

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit KST Maritime, V-Bunkers Tankers, Alpha Biofuels, Aderco, Maritec Naias und IHI Power Systems durchgeführt. Die Maritime and Port Authority of Singapore (MPA) und das Singapore Maritime Institute unterstützten das Projekt und steuerten Beiträge bei.

Regulatorischer Rahmen

Die MPA schreibt vor, dass alle neuen Hafenfahrzeuge, die ab 2030 in den Hafengewässern Singapurs operieren, entweder vollständig elektrisch, B100-tauglich oder mit netto-null-Treibstoffen kompatibel sein müssen. Als weltweit größter Bunkerhafen nach verkauftem Treibstoffvolumen werden die Anforderungen Singapurs zur Dekarbonisierung von Hafenfahrzeugen im gesamten maritimen Sektor aufmerksam beobachtet, um Hinweise darauf zu erhalten, wie hafenbezogene Vorschriften für saubere Treibstoffe Entscheidungen zur Flottenerneuerung beeinflussen könnten. Die Ergebnisse könnten Betreibern, die sich auf die bevorstehenden regulatorischen Anforderungen vorbereiten, technische Gewissheit bieten. Das Multi-Partner-Design der Studie — das Treibstofflieferanten, Zusatzstoffhersteller, Motorenproduzenten und Schiffsbetreiber umfasst — spiegelt die Koordination entlang der Lieferkette wider, die für eine flächendeckende Einführung von B100 erforderlich wäre.

Quelle: Ship & Bunker