Singapur schlägt 100-%-Reserven und Verbot von Erträgen für Stablecoin-Emittenten vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Monetary Authority of Singapore konsultiert Änderungen zur Umsetzung eines Stablecoin-Regulierungsrahmens.
- •Emittenten müssten jede umlaufende Stablecoin-Einheit vollständig im Verhältnis 1:1 mit Reserven decken.
- •Der Vorschlag würde Emittenten verbieten, Erträge anzubieten oder an Stablecoin-Halter weiterzugeben.
- •Die Regeln richten sich direkt an Stablecoin-Emittenten, nicht an nachgelagerte Wallets oder Börsen.
- •Die Konsultation ist noch kein Gesetz, daher kann sich der endgültige Rahmen nach Branchenfeedback noch ändern.

Singapurs Zentralbank hat vorgeschlagen, dass Stablecoin-Emittenten ihre Token zu 100% mit Reserven unterlegen und den Inhabern keine Erträge mehr anbieten, ein Vorschlag, der die Emittenten dazu zwingen würde, eher über Sicherheit als über Renditen zu konkurrieren.
Was Singapur für Stablecoin-Emittenten vorschlägt
Die Monetary Authority of Singapore konsultiert zu gesetzlichen Änderungen, um ihren Stablecoin-Regulierungsrahmen umzusetzen. Die beiden zentralen Anforderungen sind eine vollständige Reserveunterlegung und ein Verbot von durch den Emittenten bereitgestellten Erträgen, so die MAS media release. Für verwandte Berichterstattung siehe Ethereum Staking Reaches 34% as Proposal Targets Validator Rewards.
Die regulierte Partei ist der Stablecoin-Emittent, nicht die nachgelagerte Wallet oder Börse. Nach dem Vorschlag muss ein Emittent jeden im Umlauf befindlichen Token im Verhältnis 1:1 mit Reserveaktiva unterlegen und darf den Haltern seiner Stablecoins keine Zinsen oder Erträge weitergeben, wie im MAS consultation paper beschrieben. Für verwandte Berichterstattung siehe DeFi Market Update: TVL, Liquidity and Protocol Activity Overnight | September 1, 2026.
Wie volle Reserven und ein Yield-Verbot die Ökonomie von Emittenten verändern könnten
Eine 100%-Reservevorgabe zieht eine klare Grenze zwischen der Absicherung der Bindung eines Tokens an den Preis und der Erzielung einer Rendite darauf. Reserven sollen die Rücknahme zum Nennwert sichern, und die Vorgabe lässt keinen Spielraum für Fraktionaldeckung oder Reserveaktiva, die über das vom Rahmen erlaubte Maß hinaus Laufzeit- oder Kreditrisiken tragen. Für verwandte Berichterstattung siehe DeFi Market Update: TVL, Liquidity and Protocol Activity | Evening, August 31, 2026.
Das Yield-Verbot zielt auf den wichtigsten Hebel zur Nutzergewinnung, auf den viele Emittenten angewiesen sind. Wenn ein Emittent keine durchgereichte Rendite bewerben darf, bleibt die Reserveeinnahme, die sonst Halterprämien finanzieren würde, beim Emittenten, und Nachfrage muss über die Zuverlässigkeit der Rücknahme und den Zahlungsnutzen gewonnen werden, nicht über die beworbene APY.
Für DeFi-Nutzer ist der Unterschied wichtig, weil ein konformer Singapore Stablecoin als Abwicklungssicherheit dienen würde und nicht als natives Ertragsinstrument. Erträge, falls vorhanden, müssten auf Protokollebene durch Kreditvergabe oder Liquiditätsbereitstellung entstehen und nicht vom Emittenten in den Token eingebaut sein.
Warum der Vorschlag für den breiteren Stablecoin-Markt wichtig ist
Das Signal hier ist jurisdiktional. Da die Regeln aus Singapur kommen, einem Zentrum, das Aufseher und Emittenten genau beobachten, setzt die sicherheitsorientierte Haltung bei Reserven und Erträgen einen Referenzpunkt dafür, wie ein großer asiatischer Finanzplatz Stablecoins positionieren will. Über die Konsultation berichtete CoinDesk am 1. September 2026.
Die Einordnung steht neben parallelen Aktivitäten in der Region, darunter der HKDAP-Stablecoin-Rollout von Anchorpoint in Hongkong, wo die Emission ebenfalls unter formelle Aufsicht gebracht wird. Singapurs politische Ausrichtung ist zudem für die Fintech-Community relevant, die sich auf dem Fintech Revolution Summit in Singapore 2026 trifft.
Da es sich um eine Konsultation und nicht um bereits in Kraft getretenes Recht handelt, bleiben die Reserve- und Ertragsvorgaben offen für Rückmeldungen aus der Branche, bevor eine Änderung des Payment Services Act wirksam wird. Das macht den aktuellen Text zu einem nützlichen Hinweis auf die regulatorische Richtung, lässt die endgültigen Anforderungen aber weiterhin vom Ergebnis des Konsultationsprozesses abhängen. Emittenten, die einen in Singapur regulierten Stablecoin erwägen, sollten den aktuellen Text als vorläufige Grundlage und nicht als endgültiges Regelwerk behandeln.