Seouler Polizei: Gefälschte Flare-Network-Staking-Website erbeutete 8,5 Millionen US-Dollar in XRP
Wichtige Erkenntnisse
- •Zwei 29-jährige Männer wurden wegen schweren Betrugs an die Staatsanwaltschaft verwiesen, weil sie eine gefälschte Kryptowährungs-Staking-Website betrieben, über die im Oktober innerhalb von acht Tagen rund 8,5 Millionen US-Dollar von 71 Anlegern erbeutet wurden.
- •Die Betrüger gaben sich als Flare Network und dessen FXRP-Token aus und stärkten ihre Glaubwürdigkeit durch platzierte Falschinformationen in Blogs, Nachrichtenartikeln, auf Wikipedia und in YouTube-Videos.
- •Die Behörden froren Vermögenswerte im Wert von 17,3 Milliarden Won auf ausländischen Börsen ein, doch rund 10 Milliarden Won wurden während der Ermittlungen verschoben und blieben aufgrund jurisdiktioneller Grenzen unauffindbar.
- •Ermittler verfolgten 27,3 Milliarden Won über mit der Gruppe verbundene Wallets nach, was den bestätigten Verlust von 12,3 Milliarden Won deutlich übersteigt und auf weitere Opfer hindeutet.
- •Ein vierter Verdächtiger, ebenfalls 29, befindet sich im Ausland und unterliegt einer Interpol-Rotnotice; der Fall ist Teil der breiteren Krypto-Durchsetzung in Südkorea nach dem im Juli 2024 in Kraft getretenen Virtual Asset User Protection Act.

Die Seouler Polizei hat eine betrügerische Kryptowährungs-Staking-Operation zerschlagen, die im vergangenen Oktober innerhalb von acht Tagen 71 Anleger um 3,4 Millionen XRP im Wert von rund 12,3 Milliarden Won (8,5 Millionen US-Dollar) brachte.
Zwei Männer, beide 29 Jahre alt, wurden wegen schweren Betrugs an die Staatsanwaltschaft verwiesen, berichtete Chosun am Donnerstag. Nach Angaben der Behörden hatten die Betreiber die gefälschte Website Fxrpntwork.com erstellt, die Flare Network und dessen FXRP-Token — beides legitime Projekte — imitierte und die Opfer mit der Zusage monatlicher Renditen zwischen 1,5 % und 1,8 % bei angeblich garantiertem Kapitaleinsatz köderte.
Wie das Schema funktionierte
Den Ermittlern zufolge wurden die Anleger angewiesen, ihre XRP-Bestände von inländischen Börsen abzuziehen, über ausländische Handelsplattformen zu leiten und schließlich in Wallets einzuzahlen, die von der Betrügergruppe kontrolliert wurden. Die gefälschte Website war etwa eine Woche lang aktiv, bevor sie am 23. Oktober abgeschaltet wurde, woraufhin die Betreiber verschwanden.
Das Vorgehen begann kurz nach dem offiziellen Start von FXRP im Vormonat. Der Zeitpunkt verdeutlicht ein wiederkehrendes Muster bei Kryptobetrug, bei dem Täter die Aufmerksamkeit rund um echte Produkteinführungen ausnutzen, um gefälschten Plattformen Glaubwürdigkeit zu verleihen, bevor Opfer legitime von betrügerischen Kanälen unterscheiden können. Die Polizei erklärte, die Gruppe habe systematisch falsche Informationen in Portal-Blogs, Online-Nachrichtenartikeln und auf Wikipedia platziert, um den Anschein von Legitimität zu erzeugen. Außerdem produzierten sie YouTube-Videos mit einem bezahlten Darsteller, 34, gegen den inzwischen wegen Betrugs Anklage erhoben wurde. Die koordinierte Desinformationskampagne stellte sicher, dass jeder, der das Projekt online recherchierte, auf vermeintlich unabhängige Bestätigungen stieß.
Ausmaß der Verluste und Ermittlungen
Die Polizei bezifferte die durchschnittlichen Verluste während der Woche, in der die betrügerische Website online war, auf 173 Millionen Won (119.000 US-Dollar) pro Opfer. Ermittler verfolgten insgesamt 27,3 Milliarden Won (18,8 Millionen US-Dollar), die über Wallets mit Bezug zur Gruppe liefen — deutlich mehr als die 12,3 Milliarden Won, die bei den 71 bekannten Opfern als gestohlen bestätigt wurden, was nach Angaben der Behörden auf weitere, bislang nicht identifizierte Betroffene hindeutet.
Nach der Entdeckung des Schemas fror die Polizei 17,3 Milliarden Won an Vermögenswerten auf ausländischen Börsen ein. Weitere 10 Milliarden Won wurden jedoch im Verlauf der Ermittlungen verschoben und gelten weiterhin als unauffindbar, wie Khan berichtete. Die Schwierigkeiten bei der Rückführung der restlichen Gelder verdeutlichen die jurisdiktionellen Herausforderungen für südkoreanische Behörden, wenn Krypto-Vermögenswerte über Offshore-Plattformen außerhalb ihres direkten Zugriffs geleitet werden.
Die Ermittlungen wurden im vergangenen Oktober ausgelöst, als eine ausländische Börse die Behörden auf einen Anstieg von Staking-Betrug aufmerksam machte. Anschließend vollzogen die Ermittler 54 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse. Ein Verdächtiger wurde nach seiner Rückkehr aus dem Ausland in einem Versteck festgenommen, die übrigen Mitglieder wurden nacheinander aufgegriffen. Ein vierter Mann, ebenfalls 29, befindet sich im Ausland und ist Gegenstand einer Interpol-Rotnotice. Keiner der vier wurde bislang vor Gericht gestellt, und die Polizei hat ihre Identitäten nicht veröffentlicht.
Breitere Durchsetzung
Südkoreanische Behörden haben in diesem Jahr eine Reihe von Fällen im Zusammenhang mit Kryptowährungen verfolgt. Im Juni erhob die Polizei gegen 23 Personen Anklage wegen der Geldwäsche von 11,1 Millionen US-Dollar in USDT für eine in Kambodscha ansässige Phishing-Operation. Die Maßnahmen folgen der Einführung des Virtual Asset User Protection Act in Südkorea im Juli 2024, der unfaire Handelspraktiken unter Strafe stellte und den Anlegerschutz stärkte.
Die Ermittler erklärten, sie würden Kryptobetrug mit "zero tolerance" behandeln, und riefen Anleger dazu auf, Informationen vor jeder Geldüberweisung über offizielle Quellen zu überprüfen.