CLARITY Act fehlt im Senatsplan für Montag vor der Augustpause
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Senat hat keine Plenarabstimmung für den CLARITY Act angesetzt, was dem Krypto-Regulierungsgesetz wenig Zeit vor der Pause am 10. August lässt.
- •Die Gesetzgebung würde einen bundesweiten Rahmen schaffen, der die regulatorische Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte definiert – eine Grenze, die die Krypto-Branche seit Jahren anstrebt.
- •Mehrere demokratische Senatoren haben strengere Bestimmungen gefordert, während Senatorin Elizabeth Warren die überarbeitete Vorlage ablehnt, was die Stimmenzahl ungewiss macht.
- •Mehrheitsführer John Thune gab an, dass er vor der Pause nur dann eine Verfahrensabstimmung ansetzen würde, wenn ausreichend Unterstützung von den Demokraten für das Voranbringen des Gesetzes vorhanden ist.
- •Sollte der Kongress das Gesetz nicht verabschieden, könnte die SEC ihr eigenes Krypto-Regelwerk ohne die gesetzliche Klarstellung zur Agentur-Zuständigkeit verfolgen, die das Gesetz bieten würde.

Der US-Senat wird am Montag ohne geplante Plenarabstimmung für den CLARITY Act wieder zusammentreten, was dem Gesetz zur Marktstruktur von Kryptowährungen ein immer kleiner werdendes legislatorisches Zeitfenster vor der Pause am 10. August lässt.
Der CLARITY Act, offiziell das Digital Asset Market Clarity Act, soll einen bundesweiten Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte schaffen, indem die Aufteilung der Aufsicht zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) definiert wird – eine jurisdictionale Grenze, die die Krypto-Branche angesichts einer durchsetzungsorientierten Regulierung seit Jahren anstrebt.
Gemäß dem veröffentlichten Plenarplan und dem Cloture-Verzeichnis des Senats ist die einzige geplante Aktion eine Verfahrensabstimmung über H.R. 6500. Für H.R. 3633 oder das Digital Asset Market Clarity Act ist kein Antrag eingegangen, was der Führung des Senats eingeschränkte verfahrenstechnische Optionen lässt, falls sie das Gesetz diese Woche voranbringen will.
Senatskalender bietet wenige Wege nach vorne
Der Plan für Montag beruft die Senatoren um 15:00 Uhr wieder ein, gefolgt von einer geplanten Cloture-Abstimmung gegen 17:30 Uhr über den Antrag auf Überweisung an H.R. 6500. Das aktualisierte Cloture-Verzeichnis bis zum 31. Juli zeigt jedoch keinen Antrag für den CLARITY Act.
Nach Senate Rule XXII benötigt ein Standard-Cloture-Antrag 16 Unterschriften. Wenn die Fraktionsführer den Antrag am Mittwoch, den 5. August, einreichen, könnte die Cloture-Abstimmung am Freitag, den 7. August, stattfinden. Diese Abstimmung würde nur entscheiden, ob das Parlament mit dem Gesetzespaket fortfährt – nicht über die endgültige Verabschiedung.
Wird die Cloture beantragt, könnte die Debatte über den Antrag auf Überweisung bis zu 30 zusätzliche Stunden dauern. Danach müssten die Abgeordneten immer noch über das Gesetz selbst debattieren und potenziell eine weitere Cloture-Hürde vor der finalen Abstimmung überwinden.
Die Führung verfügt jedoch über schnellere verfahrenstechnische Instrumente. Ein überparteilicher Cloture-Antrag würde die Unterschriften beider Fraktionsführer sowie zusätzlicher Senatoren von beiden Seiten des Parlaments erfordern. Einstimmige Zustimmung (Unanimous Consent) könnte den Prozess ebenfalls beschleunigen, obwohl jeder einzelne Senator Einspruch erheben kann.
Gesetzgebungsvehikel und Stimmenzahl bleiben ungewiss
Der Senat hat nicht angegeben, welches gesetzgeberische Vehikel er verwenden wird. H.R. 3633 bleibt die vom Repräsentantenhaus verabschiedete Version des CLARITY Act, während Senatorin Cynthia Lummis ihren zusammengeführten Banking-Agriculture-Vorschlag zuvor als aktualisierten Text von H.R. 3633 bezeichnet hatte. Der zusammengeführte Vorschlag spiegelt monatelange Verhandlungen zwischen den Ausschüssen für Bankwesen und Landwirtschaft des Senats wider, die sich die Zuständigkeit für Derivate- und Spot-Commodity-Märkte teilen, die für digitale Vermögenswerte relevant sind.
Die Stimmenzahl bleibt ebenfalls ungewiss. Die Senatoren Catherine Cortez Masto, Angela Alsobrooks, Cory Booker, Ruben Gallego, John Hickenlooper, Mark Warner und Raphael Warnock haben angedeutet, dass die Verhandlungen andauern, weil der aktuelle Entwurf nicht weit genug geht. Senatorin Elizabeth Warren lehnt die überarbeitete Vorlage ebenfalls ab.
Laut Axios ging Mehrheitsführer John Thune davon aus, dass es vor der Pause nur dann eine Verfahrensabstimmung geben würde, wenn genügend Unterstützung von den Demokraten für das Voranbringen des Gesetzes vorhanden wäre.
Märkte zeigen verhaltene Reaktion, während sich die Frist nähert
Die Verzögerung im Gesetzgebungsverfahren hat kaum sichtbare Marktreaktionen hervorgerufen. Am 3. August wurde Bitcoin mit 63.079 $ gehandelt, was einem Rückgang von etwa 0,4 % am Tag und rund 3 % in der vergangenen Woche entspricht. Ether fiel in den vorangegangenen 24 Stunden um 0,4 %, während der Fear and Greed Index bei 35 stand.
Frühere Berichte wiesen darauf hin, dass die SEC ihr eigenes Regelwerk für Kryptowährungen verfolgen könnte, wenn der Kongress das Gesetz nicht verabschiedet – ein Weg, der wahrscheinlich ohne die gesetzliche Klarstellung zur Agentur-Zuständigkeit stattfinden würde, die durch den CLARITY Act geschaffen werden soll.
Die Aufmerksamkeit konzentriert sich nun darauf, ob die Führung des Senats einen Cloture-Antrag stellen wird, einen alternativen Verfahrensweg verfolgen oder den CLARITY Act vor der Pause am 10. August in die Plenardebatte einbringen wird.