SEC zieht geplante Abstimmung über Krypto-Verwahrungsregel zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •Die SEC hat eine geplante Abstimmung über die Krypto-Verwahrungsregel zurückgezogen und sie vom kurzfristigen Abstimmungskalender genommen.
- •Der Vorschlag trägt die Aktenzeichen-Nummer S7-04-23 und den Titel „Safeguarding Advisory Client Assets“ und wurde ursprünglich im Februar 2023 vorgelegt.
- •Die Regel würde die Anforderungen an qualifizierte Verwahrer auf nahezu alle Vermögenswerte beratener Kunden ausweiten, einschließlich Kryptowährungen.
- •Die Zurückziehung ist verfahrenstechnischer Natur und bedeutet weder eine Übernahme der Regel in Kraft noch eine formelle Ablehnung.
- •Die SEC könnte den Vorschlag überarbeiten, eine neue Abstimmung ansetzen oder ihn offen lassen, solange er auf der Regulierungsagenda verbleibt.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat eine geplante Abstimmung zu einer Krypto-Verwahrungsregel zurückgezogen, die Maßnahme von ihrer kurzfristigen Agenda entfernt und den Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung über die Verwahrung digitaler Vermögenswerte offen gelassen.
Was bei der geplanten Abstimmung der SEC geschehen ist
Die Zurückziehung bedeutet, dass die SEC die angesetzte Abstimmung über die Verwahrungsregel nicht wie ursprünglich vorgesehen durchgeführt hat. Details zur Regulierungstätigkeit der Behörde werden auf der offiziellen Regulierungsseite der SEC nachverfolgt.
Die Maßnahme trägt die Aktenzeichen-Nummer S7-04-23; es handelt sich um das im Februar 2023 von der SEC vorgeschlagene Verfahren mit dem Titel „Safeguarding Advisory Client Assets“. Die Rücknahme einer Abstimmung ist ein verfahrenstechnischer Schritt und keine endgültige Entscheidung. Sie übernimmt keine Regel in Kraft, lehnt sie aber auch nicht formell ab; sie nimmt den Punkt lediglich aus dem aktuellen Abstimmungskalender der Kommission. Für Beobachter der Kryptomärkte ist der Schritt relevant, weil er den unmittelbaren Zeitplan für eine Regel zurücksetzt, die bestimmt hätte, wie digitale Vermögenswerte verwahrt und beaufsichtigt werden. Verwandte Regulierungsdokumente lassen sich über die Suche der SEC nach Regulierungsaktivitäten einsehen.
Warum die Krypto-Verwahrungsregel wichtig ist
Im regulatorischen Sinne bezeichnet Krypto-Verwahrung, wie digitale Vermögenswerte im Auftrag von Kunden verwahrt, geschützt und beaufsichtigt werden. Eine Verwahrungsregel legt die Standards fest, die Unternehmen erfüllen müssen, wenn sie die Kontrolle über diese Vermögenswerte übernehmen.
Der Vorschlag von 2023 würde auf dem seit 2009 geltenden Custody-Rahmen des Investment Advisers Act aufbauen, der von Anlageberatern verlangt, Kundengelder und -wertpapiere bei qualifizierten Verwahrern wie Banken und registrierten Broker-Dealern zu halten. Die vorgeschlagene Fassung würde die Anforderungen an qualifizierte Verwahrer auf nahezu alle Vermögenswerte beratener Kunden ausweiten, einschließlich Krypto, und stieß auf umfangreiche öffentliche Stellungnahmen zur Frage, ob Spezialisten für digitale Vermögenswerte Standards erfüllen können, die auf traditionelle Finanzinstitute zugeschnitten sind.
Jede SEC-Maßnahme zur Verwahrung kann die Compliance-Erwartungen an kryptobezogene Unternehmen, Verwahrer und die Anleger, die auf sie angewiesen sind, neu ausrichten. Deshalb kann selbst eine verschobene oder zurückgezogene Abstimmung die Compliance-Debatte offen halten, statt sie beizulegen.
Die SEC hat zuvor mehrere Maßnahmen zu digitalen Vermögenswerten vorangetrieben, und ihr früheres Paket an Krypto-Regelungsvorschlägen zeigt, dass die Verwahrung Teil einer breiter angelegten Regulierungsoffensive ist. Ein Verwahrungsstandard berührt nahezu jedes Unternehmen, das Token für Dritte hält.
Was die Zurückziehung als Nächstes bedeuten könnte
Eine zurückgezogene Abstimmung signalisiert, dass Zeitpunkt oder endgültige Form der Regel vorerst ungeklärt bleiben können. Die SEC könnte den Vorschlag überarbeiten, eine neue Abstimmung ansetzen oder die Angelegenheit bis zu einer weiteren Prüfung offen lassen.
Branchenbeobachter werden den Regulierungskalender der SEC – einschließlich der halbjährlichen Regulierungsagenda, in der die Behörde über den Stand laufender Regelvorhaben berichtet – voraussichtlich auf aktualisierte Signale, überarbeitete Texte oder einen neuen Abstimmungstermin hin beobachten. Solange die Behörde keine weiteren Hinweise gibt, bleiben die praktischen Auswirkungen der Zurückziehung für Marktteilnehmer ungewiss.
Zurückziehungen sind bei kryptobezogenen Anträgen nicht ungewöhnlich. Grayscale hatte zuletzt Anträge bei der SEC für drei geplante Altcoin-ETFs zurückgezogen, und Trumps Truth Social nahm separat einen Bitcoin-ETF-Antrag zurück – ein Beleg dafür, wie häufig sich der regulatorische Prozess verschiebt.
Mitte August 2026 steht die Verwahrungsregel weiterhin auf der Regulierungsagenda der SEC und ist nicht in Kraft; jeder nächste Schritt hängt davon ab, wann und ob die Behörde die Maßnahme erneut zur Abstimmung stellt.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und Digitale-Vermögenswert-Märkte bergen erhebliche Risiken. Treffen Sie Entscheidungen erst nach eigener Recherche.