SEC-Kommissarin Hester Peirce erklärt, dass Crypto-Vaults und Onchain-Kredite unter das Wertpapierrecht fallen könnten
Wichtige Erkenntnisse
- •Kommissarin Peirce erklärte, dass Crypto-Vaults und Onchain-Kreditstrategien je nach ihrem spezifischen Design und ihren operativen Merkmalen unter die Bundeswertpapiergesetze fallen können.
- •Vault-Strukturen mit aktiven Managemententscheidungen, wie der Auswahl von Yield-Strategien oder der Neuzuweisung von Vermögenswerten, ziehen eher eine Prüfung nach dem Wertpapierrecht nach sich als vollständig automatisierte unveränderliche Verträge.
- •Manager, die Kreditparameter wie Zinssätze, Loan-to-Value-Limits oder Liquidationsschwellen festlegen, können zudem Investment-Advisor-Verpflichtungen nach Bundesrecht unterliegen.
- •Peirce lud Branchenteilnehmer ein, Feedback dazu zu geben, ob bestehende SEC-Regeln angepasst werden sollten, um Vaults, Onchain-Kredite und verwandte DeFi-Innovationen besser zu berücksichtigen.
- •Die Erklärung signalisiert einen breiteren Wandel der SEC hin zu einem engagegesteuerten Rulemaking unter der aktuellen Regierung, der sich von dem auf Durchsetzung setzenden Ansatz der Vorjahre abhebt.

SEC-Kommissarin Hester Peirce erklärte, dass einige Crypto-Vaults und Onchain-Kreditstrategien unter die Bundeswertpapiergesetze fallen könnten, abhängig von ihrer Struktur und Funktionsweise. In einer am 22. Juli veröffentlichten Stellungnahme sagte Peirce, dass Blockchain-Technologie finanzielle Aktivitäten nicht automatisch der SEC-Aufsicht entzieht und dass jedes Produkt einer einzelfallbezogenen rechtlichen Prüfung bedarf.
Die Erklärung hat besonderes Gewicht angesichts von Peirces langjährigem Ruf als eine der kryptofreundlichsten Kommissarinnen der SEC, die von Branchenteilnehmern oft „Crypto Mom" genannt wird, weil sie sich für regulatorische Klarheit und innovationsfreundliche Ansätze einsetzt. Ihre Anerkennung, dass zentrale DeFi-Bausteine – automatisierte Vaults und Kreditprotokolle, die gemeinsam zig Milliarden Dollar an gebundenem Gesamtwert repräsentieren – eine Prüfung nach dem Wertpapierrecht nach sich ziehen könnten, signalisiert, dass selbst eine wohlgesinnte Kommissarin unvermeidliche regulatorische Schwellen für bestimmte Produktdesigns sieht.
Struktur bestimmt den regulatorischen Status
Nach Angaben von Peirce unterscheiden sich Crypto-Vaults stark in Design und Verwaltung. Einige basieren vollständig auf unveränderlichen Smart Contracts, während andere Einzelpersonen oder Gruppen Allocationentscheidungen überlassen.
Vault-Manager sollten prüfen, ob die Auswahl von Yield-Strategien, die Neuzuweisung von Vermögenswerten oder die Ernennung von Entscheidungsträgern ihre Aktivitäten unter die Bundeswertpapiergesetze bringt, sagte sie. Darüber hinaus könnten Vaults, die in Wertpapiere investieren, Fragen im Hinblick auf Investmentgesellschaften aufwerfen.
Peirce erklärte, dass einige Vaults Unit Investment Trusts ähneln könnten, da sie feste Portfolios mit eingeschränktem Management halten, während andere eher wie Management-Investmentgesellschaften oder separat verwaltete Konten funktionieren.
Sie wiederholte eine im vergangenen Jahr dargelegte Position: Die Verlagerung wertpapierbezogener Aktivitäten auf Blockchain-Netzwerke nimmt diese nicht aus den bestehenden Wertpapiergesetzen heraus.
Kreditstrategien können ebenfalls Fragen aufwerfen
Onchain-Kreditstrategien erfordern eine ähnliche rechtliche Analyse, sagte Peirce. Manager, die Zinssätze, unterstützte Vermögenswerte, Loan-to-Value-Limits oder Liquidationsschwellen festlegen, sollten prüfen, ob Wertpapiergesetze Anwendung finden.
Sie fügte hinzu, dass bestimmte Onchain-Kredite Merkmale mit Wertpapieren teilen könnten und dass Regulierungsbehörden Faktoren wie die Motivation der Teilnehmer und die Art der Kreditvergabe bewerten würden.
Personen, die Vaults oder Kreditstrategien verwalten, könnten ebenfalls Investment-Advisor-Verpflichtungen unterliegen, wobei jedoch jede Bewertung von den spezifischen Fakten des jeweiligen Produkts abhängt.
SEC lädt zu Branchen-Feedback ein
Peirce ermutigte Krypto-Entwickler und Marktteilnehmer, sich beim Design von Vaults oder bei der Durchführung von Onchain-Krediten direkt mit der SEC auszutauschen. Einige Projekte könnten außerhalb der Zuständigkeit der Behörde fallen, während andere Compliance-Gespräche erfordern könnten, sagte sie.
Sie lud zudem zu Feedback darüber ein, ob bestehende SEC-Regeln geändert werden sollten, um Vaults, Onchain-Kredite und damit verbundene Innovationen zu berücksichtigen, und stellte fest, dass der Kongress die Wertpapiergesetze so konzipiert hat, dass sie flexibel bleiben, wenn sich die Technologie weiterentwickelt.
Die Einladung spiegelt einen breiteren Wandel in der Haltung der SEC unter der aktuellen Regierung wider, die sich nach Jahren einer auf Durchsetzung ausgerichteten Krypto-Politik hin zu einem dialogorientierten Rulemaking bewegt hat. Ob dieses Engagement konkrete Ausnahmen oder maßgeschneiderte Regeln für DeFi-Produkte hervorbringt, bleibt eine offene Frage, die Vault-Entwickler und Kreditprotokoll-Teams aufmerksam verfolgen werden.
Gleichzeitig müsse jede regulatorische Analyse die vom Kongress gesetzten Grenzen der SEC-Befugnisse respektieren, sagte Peirce. Sie betonte auch den Schutz der Redefreiheit von Entwicklern bei der Bewertung blockchainbasierter Finanzprodukte.