SEC erteilt Franklin Templeton No-Action-Relief für blockchainbasierte Fondverwahrung
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Division of Investment Management der SEC erteilte am 12. August 2026 ein No-Action-Relief, das den registrierten Fonds von Franklin Templeton die Nutzung des OnChain U.S. Government Money Fund für Liquiditätsmanagement und die Besicherung von Wertpapierleihgeschäften gestattet.
- •Das Relief erlaubt es, blockchainbasierte Verwahrung und Eigentumsregister anstelle bestimmter physischer Sicherheitsanforderungen nach Section 17(f) des Investment Company Act und Rule 17f-2 zu verwenden.
- •Jeder investierende Fonds erhält ein separates Stellar-Blockchain-Wallet, dessen private Schlüssel von Franklin Templeton Investor Services LLC verwaltet werden, welche die administrative Kontrolle über Smart Contracts und Eigentumsregister behält.
- •Die SEC-Mitarbeiter legten Aufsichtsbedingungen fest, darunter Verwaltungsratsgenehmigung, jährliche Überprüfungen, mindestens drei unabhängige Wirtschaftsprüferprüfungen pro Geschäftsjahr und die verpflichtende Abstimmung etwaiger Abweichungen.
- •Das No-Action-Schreiben ist auf die spezifische Vereinbarung von Franklin Templeton beschränkt und modifiziert weder bestehende Gesetze noch gilt es automatisch für andere Unternehmen oder Blockchain-Plattformen.

Die Division of Investment Management der US-Börsenaufsicht (SEC) erteilte Franklin Templeton am 12. August 2026 ein No-Action-Relief, das den registrierten Fonds des Unternehmens ermöglicht, dessen OnChain U.S. Government Money Fund für Liquiditätsmanagement und Besicherung der Wertpapierleihe zu nutzen.
Der OnChain U.S. Government Money Fund, der 2021 auf der Stellar-Blockchain gestartet wurde, gehörte zu den ersten in den USA registrierten Investmentfonds, die Transaktionen und Eigentumsdaten auf einem öffentlichen Distributed Ledger verarbeiteten und erfassten. Das neue No-Action-Relief erweitert diese Infrastruktur von einem eigenständigen Produkt zu einem Instrument, das der breitere Fondskomplex von Franklin Templeton intern nutzen kann – eine bemerkenswerte Ausweitung blockchainbasierter Registerführung innerhalb einer regulierten Fondsfamilie.
Das Relief umfasst blockchainbasierte Verwahrung und Eigentumsregister und ersetzt bestimmte physische Sicherheitsanforderungen nach Section 17(f) des Investment Company Act sowie Rule 17f-2, Absätze (b), (e) und (f). Section 17(f) regelt, wie registrierte Investmentgesellschaften ihre Vermögenswerte schützen müssen, wobei traditionell physische Wertpapiere oder Bankverwahrungsvereinbarungen verlangt werden. Das Schreiben der SEC-Mitarbeiter bezieht sich ausschließlich auf Durchsetzungsfragen und ändert weder bestehendes Recht noch begründet es neue rechtliche Verpflichtungen. Es gilt zudem spezifisch für die von Franklin Templeton beschriebene Vereinbarung und erstreckt sich nicht automatisch auf andere Unternehmen oder Blockchain-Plattformen.
Blockchain-Verwahrungsrahmen
Im Rahmen der Vereinbarung halten die Fonds von Franklin OnChain-Fondsanteile über Franklin Templeton Investor Services LLC (FTIS), die als Transferagent fungiert und das offizielle Eigentumsregister führt. Das System verknüpft eine interne Buchungsdatenbank mit Blockchain-Einträgen, die Käufe, Rücknahmen, Dividenden, Nettoinventarwerte (NAV) und Handelstage abdecken. FTIS verbindet diese Einträge in Echtzeit, um die gesamthafte Wertpapierhalterdatei zu erstellen, und behält die Kontrolle über Blockchain-Berechtigungen, Smart Contracts und mit Eigentumsregistern verbundene Verwaltungsfunktionen.
Jeder investierende Fonds erhält ein separates Wallet auf der Stellar-Blockchain, dessen private Schlüssel von FTIS verwaltet werden. Die Wallet-Infrastruktur verwendet Multisignatur-Autorisierung, Multi-Party Computation, verteilte Unterzeichner und Offline-Wiederherstellungsverfahren. FTIS behält die administrative Befugnis, Fehler zu korrigieren, Wallets einzufrieren, Register zu migrieren oder Eigentumsdaten wiederherzustellen. Franklin Templeton hob Vorteile wie stündliche NAV-Meldungen, Intraday-Handelsmöglichkeiten und beschleunigte Abwicklung hervor.
Aufsichtsbedingungen
Die SEC-Mitarbeiter legten mehrere Bedingungen für die Fondsaufsicht fest:
- Jeder Fonds muss Kontrollen über autorisierte Anweisungen und Transaktionsprüfungen aufrechterhalten.
- FTIS muss Transaktionsbestätigungen bereitstellen und für jeden Fonds getrennte Register führen.
- Der Verwaltungsrat jedes Fonds muss die Vereinbarung genehmigen und jährlich überprüfen.
- FTIS muss in der Lage sein, Register und administrative Kontrollen auf einen Nachfolger zu übertragen.
- Unabhängige Wirtschaftsprüfer müssen die FTIS-Register mit den Fondsregistern abgleichen und mindestens drei Investitionsprüfungen pro Geschäftsjahr durchführen, davon mindestens zwei ohne Vorankündigung.
- Die Fonds müssen alle bei diesen Prüfungen festgestellten Abweichungen abstimmen.
Die SEC-Mitarbeiter stellten fest, dass das No-Action-Schreiben ausschließlich Durchsetzungsfragen behandelt und weder bestehende Gesetze modifiziert noch neue regulatorische Anforderungen begründet. Ob andere Fondskomplexe ähnliche Vereinbarungen anstreben, könnte von weiteren Mitarbeitergesprächen, der Rechtsetzung oder dem Ausgang umfassenderer SEC-Überprüfungen der Verwahrungsstandards für digitale Vermögenswerte abhängen.