SEC verschiebt Sitzung zu „Regulation Crypto“ – US-Regeln für digitale Vermögenswerte bleiben in der Schwebe
Wichtige Erkenntnisse
- •Die SEC sagte ihre für den 14. August angesetzte Sitzung zum geplanten Regulation-Crypto-Rahmenwerk wegen eines unvorhergesehenen Terminproblems ab und nannte keinen Ersatztermin.
- •Der Senat hat die Beratung des Clarity Act, der im Juli das Repräsentantenhaus passiert hatte, auf September vertagt, wodurch die SEC stärker unter Druck gerät, über ihre bestehenden Befugnisse Klarheit zu schaffen.
- •SEC-Vorsitzender Paul Atkins, der nach seiner Bestätigung durch den Senat im April 2025 zur Behörde zurückkehrte, hat einen kryptofreundlichen Ansatz skizziert, der Ausnahmen und Safe Harbors für Token-Angebote und Finanzierungen umfassen könnte.
- •Die Anfang 2025 unter Kommissarin Hester Peirce gebildete Crypto Task Force der SEC hat durch öffentliche Roundtables zu Verwahrung, Handel, Tokenisierung und dezentraler Finanzierung einen Großteil der Grundlagenarbeit geleistet.
- •Präsident Donald Trump unterzeichnete Mitte Juli ein Stablecoin-Gesetz – das erste größere Bundes-Kryptogesetz –, dem jede spätere Marktstruktur-Gesetzgebung folgen würde.

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hat eine aufmerksam beobachtete Sitzung zu ihrem geplanten Rahmenwerk „Regulation Crypto“ verschoben und damit zusätzliche Unsicherheit in das Bemühen der Behörde um klarere Regeln für digitale Vermögenswerte gebracht.
Die Kommission sagte die Sitzung für den 14. August mit Verweis auf ein unvorhergesehenes Terminproblem ab und gab keinen Ersatztermin bekannt, sodass der Zeitpunkt des Vorschlags unklar bleibt. Von der Sitzung war ein wichtiger Schritt hin zu einem maßgeschneiderten regulatorischen Rahmen für bestimmte über Anlageverträge angebotene Kryptowerte erwartet worden.
Die Verschiebung erfolgt in einer Phase, in der die Gesetzgeber auch bei umfassenderen Kryptowährungsgesetzen kaum vorankommen. Der Senat hat die Beratung des Clarity Act auf September vertagt, wodurch die SEC stärker unter Druck gerät, über ihre bestehenden Befugnisse regulatorische Klarheit zu schaffen.
Verzögerung für Regulation Crypto
Die Bezeichnung „Regulation“ folgt einer langen SEC-Tradition für Regelwerke, die Ausnahmen von der vollständigen Wertpapierregistrierung schaffen – etwa Regulation D für Privatplatzierungen und Regulation A+ für kleinere öffentliche Angebote. Die Übertragung dieses Formats auf Krypto zeigt, dass die Behörde einen maßgeschneiderten Weg für Token-Angebote anstrebt, statt sie in bestehende Strukturen zu zwingen.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins, der nach seiner Bestätigung durch den Senat im April 2025 zur Behörde zurückkehrte, nachdem er bereits von 2002 bis 2008 als Kommissar tätig gewesen war, hat einen kryptofreundlicheren Ansatz skizziert, der regulatorische Unsicherheit verringern und zugleich den Anlegerschutz bewahren soll. Das vorgeschlagene Rahmenwerk könnte Ausnahmen und Safe Harbors für bestimmte Token-Angebote und Finanzierungsaktivitäten umfassen.
Die Behörde arbeitet zudem an einer Innovationsausnahme, die Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte mehr Flexibilität verschaffen soll. Ein Großteil der Grundlagenarbeit stammt von der Anfang 2025 gegründeten, von Kommissarin Hester Peirce geleiteten Crypto Task Force der SEC, die eine Reihe öffentlicher Roundtables zu Verwahrung, Handel, Tokenisierung und dezentraler Finanzierung abgehalten hat. Das gesamte Vorhaben spiegelt den Wandel der SEC hin zu Regelungen wider, die speziell für Blockchain-basierte Märkte konzipiert sind, statt sich vor allem auf Durchsetzungsmaßnahmen zu stützen – eine Wende, die die Behörde in diesem Jahr unterstrich, indem sie mehrere prominente, unter der früheren Führung eingereichte Krypto-Verfahren einstellte.
Da die Sitzung verschoben wurde, müssen Krypto-Unternehmen und Anleger nun länger auf Details dazu warten, wie die vorgeschlagenen Ausnahmen funktionieren würden.
Senatsverzögerung beim Clarity Act erhöht den Druck
Der Schritt der SEC fällt zudem in einen kritischen Moment für die US-Kryptopolitik. Der Senat ging ohne Abschluss der Arbeiten am Clarity Act in die Augustpause. Der Gesetzentwurf soll klarere bundesweite Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen und die Aufsichtszuständigkeiten zwischen der SEC und der Commodity Futures Trading Commission aufteilen. Das Gesetz passierte im Juli das Repräsentantenhaus, bevor es im Senat ins Stocken geriet, wo die Führung des Bankenausschusses einen eigenen Diskussionsentwurf zur Marktstruktur in Umlauf brachte. Ein endgültiges Gesetz würde auf das Stablecoin-Gesetz folgen, das Präsident Donald Trump Mitte Juli unterzeichnet hatte und das das erste größere Bundes-Kryptogesetz ist.
Diese legislativen Verzögerungen erhöhen die Bedeutung der eigenen Regelsetzungsarbeit der SEC. Ohne einen neuen Sitzungstermin bleibt der Zeitplan für Regulation Crypto jedoch ungewiss.
Für Krypto-Startups, Token-Emittenten und Anleger bedeutet die Verschiebung, dass regulatorische Klarheit weiterhin ein fortlaufender Prozess ist. Die nächste SEC-Sitzung könnte daher ein wichtiges Signal für die Richtung der US-Politik für digitale Vermögenswerte sein.