SEC treibt Krypto-Verwahrungsregeln für Anlageberater voran
Wichtige Erkenntnisse
- •Die SEC hat die vorgeschlagenen „Amendments to the Custody Rules“ am 25. August zur Prüfung an die OIRA übermittelt.
- •Die Änderungen könnten sich darauf auswirken, wie Anlageberater und Fonds Kundenvermögen – einschließlich Krypto – verwahren.
- •Nach Angaben der SEC sollen die Überarbeitungen die Unsicherheit bei der Compliance im Bereich der Krypto-Verwahrung verringern.
- •Der Entwurf wurde noch nicht veröffentlicht und kann noch überarbeitet werden, bevor er an die SEC zurückgeht.
- •Die Überprüfung der Verwahrungsregeln ist Teil des breiteren Wandels der SEC von einer durchsetzungsorientierten Regulierung hin zur Regelsetzung bei digitalen Vermögenswerten.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) geht mit Plänen voran, die Verwahrungsregeln für Anlageberater und Investmentgesellschaften umfassend zu überarbeiten. Dies könnte den Instituten mehr Klarheit darüber verschaffen, wie sie Kryptowerte für Kunden halten können und dabei die Bundesvorschriften für Wertpapiere einhalten.
Der Regelentwurf wurde am 25. August an das Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA), eine Abteilung des Office of Management and Budget des Weißen Hauses, übermittelt. Dort wird er geprüft, bevor er an die SEC zurückkehren und möglicherweise zur öffentlichen Anhörung freigegeben werden kann.
Die SEC übermittelt „Amendments to the Custody Rules“ (Änderungen der Verwahrungsregeln) an die OIRA. Quelle: Reginfo.gov
Laut der Regulierungsagenda der SEC prüft die Behörde Änderungen bestehender Vorschriften oder die Einführung neuer Regeln auf Grundlage des Investment Advisers Act und des Investment Company Act. Die Änderungen würden sich darauf auswirken, wie Anlageberater und Fonds Kundenvermögen verwahren – einschließlich Krypto.
Die Behörde erklärte, die Überarbeitungen sollen die Unsicherheit darüber beseitigen, wie Unternehmen Krypto für Kunden verwahren können und dabei im Einklang mit ihren Regeln bleiben. Für Berater und Fonds ist die Verwahrung seit langem ein praktisches Compliance-Thema, da Vorschriften, die für traditionelle Wertpapiere geschrieben wurden, nicht immer nahtlos auf digitale Vermögenswerte übertragbar sind. Der Entwurf wurde noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und das Office of Management and Budget des Weißen Hauses kann vor der Rückgabe an die SEC Änderungen verlangen. Die Kommission würde anschließend darüber abstimmen, ob sie ihn zur öffentlichen Anhörung veröffentlicht.
Wie Bloomberg berichtete, ist der Regelentwurf Teil der breiteren Anstrengung der Behörde, die Agenda der Trump-Regierung zu digitalen Vermögenswerten voranzutreiben, während der Gesetzentwurf zur Marktstruktur (CLARITY) weiterhin im Senat blockiert ist. Nach der Rückkehr der Abgeordneten aus der Augustpause im September dürfte über den Entwurf ein Cloture-Antrag (Antrag auf Debatenschluss) zur Abstimmung kommen.
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SEC verlagert sich von der Krypto-Durchsetzung zur Regelsetzung
Seit Paul Atkins 2025 den Vorsitz übernommen hat, verfolgt die SEC einen kryptofreundlicheren Ansatz und verlagert ihren Schwerpunkt von Durchsetzungsmaßnahmen hin zur Erstellung klarerer Regeln für die Branche. Atkins hat erklärt, er wolle den bisherigen Ansatz der Behörde, die „Regulierung durch Durchsetzung“, beenden und durch formale Regelsetzung ersetzen.
Dieser Wandel zeigt sich auch in der Durchsetzung. Im Jahr 2025 legte die SEC mehrere Verfahren gegen große Kryptounternehmen nieder, darunter ihre Klage gegen Coinbase, während sie ihren Umgang mit digitalen Vermögenswerten neu ausrichtete. Für Marktteilnehmer ist die Überprüfung der Verwahrungsregeln ein weiteres Zeichen dafür, dass die Behörde versucht, die operativen Regeln für Krypto zu definieren, statt sich in erster Linie auf Einzelfallstreitigkeiten zu stützen.
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