Samsung erhöht Chipfertigungspreise um bis zu 15% angesichts stark steigender Nachfrage
Wichtige Erkenntnisse
- •Samsung Foundry erhöht für neue Kunden die Preise um bis zu 15% bei fortschrittlichen Fertigungsknoten.
- •Die Sparte erzielte kürzlich erstmals seit drei Jahren wieder einen monatlichen Gewinn nach einer langen Verlustphase.
- •Samsung hatte zuvor Rabatte angeboten, darunter für seinen 2nm-Prozess, um Marktanteile zu gewinnen.
- •TSMC hat Berichten zufolge ebenfalls die Preise für mehrere fortschrittliche Prozesse um 5% bis 10% angehoben.
- •Zu den Unternehmen, die die Nachfrage nach fortschrittlichen Chipkapazitäten erhöhen, zählen AMD, Google, Anthropic, Meta und BYD.

Samsung Foundry, die Auftragsfertigungssparte von Samsung Electronics, erhöht die Preise für die Chipfertigung für neue Kunden um bis zu 15% – ein bislang deutlichstes Zeichen dafür, wie stark der KI-Boom die Ökonomie der Halbleiter-Lieferkette verändert hat. Die Preiserhöhungen gelten für die fortschrittlichsten Prozesse der Sparte, darunter 4nm- und 5nm-Knoten sowie ausgewählte 8nm-Anwendungen für den Automobilsektor.
Der Schritt markiert einen Wendepunkt für ein Geschäft, das über einen längeren Zeitraum unter finanziellem Druck stand. Samsungs Foundry-Sparte erzielte kürzlich erstmals seit drei Jahren wieder einen monatlichen Gewinn und holte damit aus einer längeren Verlustphase auf, während die Nachfrage nach fortschrittlicher Halbleiterfertigung – vor allem durch KI-Workloads getrieben – die verfügbare Produktionskapazität überstieg.
Von Rabatten zu Preiserhöhungen
Die Entwicklung kehrt eine zuvor völlig andere Strategie um. Noch bis vor Kurzem bot Samsung wettbewerbsfähige Rabatte an, darunter Preisnachlässe auf seine hochmodernen 2nm-Prozesse, um Marktanteile vom dominierenden Anbieter der Auftrags-Chipfertigung zu gewinnen. Diese Strategie scheint nun vorbei zu sein – ein Zeichen dafür, wie schnell knappe Kapazitäten bei fortschrittlichen Knoten die Verhandlungsmacht von Chipkäufern zu Chipfertigern verschoben haben.
Samsung ist nicht die einzige Foundry, die ihre Dienstleistungen neu bepreist. TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company), der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips und Samsungs wichtigster Konkurrent bei fortschrittlichen Knoten, hat Berichten zufolge seine Preise um 5-10% über die Fertigungsprozesse 3nm, 5nm und 7nm angehoben. Da die beiden dominierenden Foundries der Branche gleichzeitig ihre Preise neu ansetzen, betrifft die Veränderung mehr als nur zwei Bilanzen: Chip-Designer ohne eigene Fertigung – also Unternehmen, die Chips entwickeln, aber auf externe Produktion angewiesen sind – hängen von dieser kleinen Gruppe von Zulieferern ab, sodass die Foundry-Preise die Kostenbasis für Halbleiter in Smartphones, Rechenzentren und Fahrzeugen bestimmen.
Auf der Nachfrageseite liest sich die Kundenliste wie ein Who's Who der Tech-Branche. Zu den Unternehmen, die Berichten zufolge das gestiegene Interesse an fortschrittlichen Halbleiterlösungen antreiben, zählen AMD, Google, Anthropic, Meta und BYD. Die Mischung selbst zeichnet die Konturen der Nachfrage im KI-Zeitalter: KI-Labore und Cloud-Plattformen, die Rechenzentrumsinfrastruktur ausbauen, Chip-Hersteller, die KI-Beschleuniger liefern, und Automobilhersteller, deren Fahrzeuge zunehmend auf fortschrittliche Halbleiter angewiesen sind.
Samsungs Foundry-Wende im Kontext
Bereits Anfang 2026 verfolgte Samsung bedeutende KI-Foundry-Verträge, darunter einen gemeldeten Deal mit Tesla für 2nm-Chips. Solche Erfolge sind nicht nur für den Umsatz wichtig, sondern auch für die Glaubwürdigkeit: Jeder große Kunde, der sich verpflichtet, bestätigt Samsungs Fertigungskompetenz und erleichtert es, den nächsten zu gewinnen.
Die offene Frage ist die Nachhaltigkeit. Die Nachfrage nach Foundry-Kapazitäten schwankte historisch zwischen Knappheit und Überangebot, und Samsungs Rückkehr zur monatlichen Profitabilität erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem KI-Kunden um seine fortschrittlichen Kapazitäten konkurrieren. Ob die Sparte über diesen Zyklus hinweg profitabel bleiben kann – und ob die neuen Preise bestehen, wenn Wettbewerber und Kunden reagieren – wird in den kommenden Quartalen der entscheidende Beobachtungspunkt sein.