NachrichtenAktienMerck-Aktie steigt um 10 %, nachdem Krebsimpfstoff-Studie historischen Meilenstein erreicht

Merck-Aktie steigt um 10 %, nachdem Krebsimpfstoff-Studie historischen Meilenstein erreicht

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Phase-3-Studie INTerpath-001 erreichte ihren primären Endpunkt des rezidivfreien Überlebens sowie ihren sekundären Endpunkt des fernmetastasenfreien Überlebens.
  • In der Studie wurde Intismeran autogene mit Keytruda bei 1.137 Hochrisiko-Melanom-Patienten geprüft, deren Tumoren vollständig entfernt worden waren.
  • Die Merck-Aktie stieg im Prämarkthandel um rund 10 % auf ein neues 52-Wochen-Hoch, während Moderna im Prämarkt um mehr als 90 % zulegte.
  • Die Unternehmen erklärten, es seien keine neuen Sicherheitssignale berichtet worden, und erwarten, dass regulatorische Gespräche in den nächsten Monaten beginnen.
  • Das Ergebnis ist der erste positive Spätphasen-Studienerfolg für einen mRNA-Krebsimpfstoff und der erste, der in dieser Patientengruppe bessere Ergebnisse als Keytruda allein zeigte.
Merck-Aktie steigt um 10 %, nachdem Krebsimpfstoff-Studie historischen Meilenstein erreicht

Merck und Moderna teilten mit, dass ihre Phase-3-Studie INTerpath-001 ihren primären Endpunkt des rezidivfreien Überlebens bei Melanom-Patienten erreicht hat, was die Merck-Aktie am Mittwoch im Prämarkthandel um rund 10 % ansteigen ließ.

Merck & Co., Inc. (MRK) erreichte im Prämarkthandel 143,52 US-Dollar – ein neues 52-Wochen-Hoch und über dem bisherigen Höchststand von 137,98 US-Dollar. Auch Moderna legte deutlich zu und stieg im Prämarkthandel um mehr als 90 % auf 118,61 US-Dollar.

In der Studie wurde Intismeran autogene, der personalisierte mRNA-Krebsimpfstoff von Merck und Moderna, in Kombination mit Keytruda geprüft. Die Untersuchung erreichte ihren primären Endpunkt des rezidivfreien Überlebens sowie ihren sekundären Endpunkt des fernmetastasenfreien Überlebens bei Patienten mit vollständig reseziertem Melanom im Stadium IIB-IV.

In die Phase-3-Studie wurden 1.137 Hochrisiko-Patienten aufgenommen, deren Melanom chirurgisch entfernt worden war. Die Teilnehmer erhielten über etwa ein Jahr hinweg bis zu neun Dosen Keytruda plus den personalisierten Impfstoff oder ausschließlich Keytruda. Die Unternehmen erklärten, es seien keine neuen Sicherheitssignale berichtet worden.

Das Ergebnis markiert den ersten positiven Spätphasen-Studienerfolg für einen mRNA-Krebsimpfstoff und zugleich die erste Studie, die zeigte, dass eine Behandlung in dieser Patientengruppe besser abschnitt als Keytruda allein. Damit ist die Datenauswertung nicht nur für die beiden Unternehmen von Bedeutung, sondern auch für eine neuere Kategorie von Krebsimpfstoffen, die bislang nur über eine begrenzte klinische Validierung in späten Studienphasen verfügte.

Die aktuellen Daten schließen an die im Januar veröffentlichten Phase-2b-Ergebnisse an, wonach die Kombination das Risiko eines Rezidivs oder Todes nach fünf Jahren im Vergleich zu Keytruda allein um 49 % senkte. Zusammen geben die früheren und späteren Studienergebnisse Anlegern und Aufsichtsbehörden einen klareren Einblick, wie das Behandlungsschema über die verschiedenen Studienphasen hinweg abschnitt – auch wenn die Unternehmen vor einer möglichen Kommerzialisierung noch die nächsten Entwicklungsschritte durchlaufen müssen.

Mercks Forschungschef Dean Li sagte gegenüber CNBC, dass die Unternehmen in den nächsten Monaten mit regulatorischen Gesprächen beginnen wollen. Moderna-CEO Stephane Bancel erklärte, es sei noch keine Entscheidung zum Preis getroffen worden, und fügte hinzu, dass die Daten erst „a couple days ago" verfügbar geworden seien. Bancel wies zudem darauf hin, dass Intismeran – anders als einige Zelltherapien – keine eigenen Zellen der Patienten verwendet, was die Skalierung des Herstellungsprozesses erleichtern und die Kosten möglicherweise senken könnte.

Analysten von J.P. Morgan erklärten, eine Markteinführung des Impfstoffs beim adjuvanten Melanom sei für Modernas Rückkehr in die Profitabilität wichtig. Barclays-Analysten schätzten, dass die Therapie bis 2035 rund 3 Milliarden US-Dollar Umsatz im Melanom-Bereich erwirtschaften könnte.

Die Kursbewegung erfolgte zudem nach einer Reihe positiver Analystenaktionen. Am 17. August stufte Daiwa MRK unter Verweis auf Fortschritte in der Pipeline von Neutral auf Outperform hoch, und Wells Fargo vergab am selben Tag die Einstufung Buy.

Myles Minter, Analyst bei William Blair, sagte, die Zwischenergebnisse versetzten beide Unternehmen in eine gute Position, eine regulatorische Zulassung anzustreben, und deuteten darauf hin, dass die Daten auch für laufende Studien bei anderen Krebsarten positiv zu lesen seien. Weitere Phase-3-Studien beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom rekrutieren noch, wodurch diese Programme ein weiterer Beobachtungspunkt für Anleger sind, während die Unternehmen über das Melanom hinaus expandieren.

Die breiteren Märkte veränderten sich am Mittwoch kaum: Der S&P 500 legte um 0,1 % zu und der Nasdaq gab leicht nach, sodass die Bewegung der Merck-Aktie allein auf unternehmensspezifische Nachrichten zurückzuführen war.