NachrichtenAktienRyanair warnt: Steigende Kerosinpreise könnten Konkurrenzairlines zum Sturz bringen

Ryanair warnt: Steigende Kerosinpreise könnten Konkurrenzairlines zum Sturz bringen

Autor: City AM Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ryanair senkte sein Passagierziel für dieses Jahr als Notmaßnahme gegen die durch den Iran-Krieg hochgetriebenen Kerosinpreise von 216 Millionen auf 214 Millionen.
  • Ryanair hat Festpreisverträge für 80 Prozent ihres Kraftstoffbedarfs im kommenden Jahr; die Flugkürzungen sollen die Winterverluste um 70 bis 100 Mio. Euro reduzieren.
  • Ryanair warnte, dass weniger gut abgesicherte Wettbewerber Schwierigkeiten haben könnten, ihre Kapazitäten aufrechtzuerhalten oder gar den kommenden Winter zu überstehen, falls die hohen Ölpreise anhalten.
  • Die Kosten für Ryanairs ungesicherten Kraftstoff haben sich mehr als verdoppelt auf 150 Dollar pro Barrel, was zu einem Anstieg der Betriebskosten um 11 Prozent und einem Rückgang des Vorsteuergewinns um 36 Prozent auf 593 Mio. Euro beitrug.
  • Tui verzeichnete einen Verlust von 17 Mio. Euro und Easyjet einen Gewinneinbruch von 200 Mio. Pfund im Juni-Quartal, beide nannten höhere Kraftstoffkosten und schwächere Reisenachfrage als Gründe.
Ryanair warnt: Steigende Kerosinpreise könnten Konkurrenzairlines zum Sturz bringen

Ryanair hat gewarnt, dass die Kerosinpreise im kommenden Sommer stark steigen könnten, was einige europäische Wettbewerber an den Rand des Zusammenbruchs bringen könnte.

Die Billigfluggesellschaft erklärte, sie habe Notmaßnahmen ergriffen, um sich gegen die durch den Iran-Krieg verursachten höheren Kerosinpreise zu schützen, und ihr Passagierziel für dieses Jahr von 216 Millionen auf 214 Millionen gesenkt.

Das in Dublin ansässige Unternehmen hat Festpreisverträge für 80 Prozent seines Kraftstoffbedarfs im kommenden Jahr abgesichert, sich jedoch entschlossen, einige Flüge zu streichen, um die Menge an Kraftstoff zu reduzieren, die zu Marktpreisen gekauft werden muss. Der reduzierte Flugplan wird Ryanairs Winterverluste um 70 bis 100 Mio. Euro dämpfen, während die Airline auf Kurs bleibt, ihr Sommerverkehrsaufkommen in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent auf 145 Millionen Passagiere zu steigern.

Kraftstoff ist in der Regel einer der größten einzelnen Betriebskostenposten für Airlines, und Hedging – das vorzeitige Festschreiben von Preisen – ist ein zentrales Instrument, mit dem Fluggesellschaften dieses Risiko steuern. Wie umfassend dieser Schutz ist, variiert in der Branche erheblich, weshalb derselbe Kraftstoffpreisschock die Wettbewerber sehr unterschiedlich treffen kann.

Ryanair wies darauf hin, dass einige europäische Wettbewerber stärker den durch die Schließung der Straße von Hormuz ausgelösten steigenden Kerosinpreisen ausgesetzt sind. Die Straße von Hormuz ist einer der wichtigsten Nadelöhre für Öltransporte weltweit, und Störungen dort haben in der Vergangenheit die globalen Rohölpreise in die Höhe getrieben.

„Wenn die hohen Ölpreise bis zum [nächsten Sommer] anhalten, glaubt Ryanair, dass die Kurzstreckentarife in Europa erheblich steigen werden, um die höheren Ölpreise widerzuspiegeln“, erklärte das Unternehmen.

„Einige weniger gut abgesicherte Wettbewerber werden Schwierigkeiten haben, ihre Kapazitäten aufrechtzuerhalten oder gar die kommende Wintersaison zu überstehen.“

Kraftstoffkosten verdoppeln sich

Im Juli gab Ryanair bekannt, dass sich die Kosten für die 20 Prozent ihres Kraftstoffbedarfs, die nicht durch Festpreisverträge abgedeckt sind, zu Beginn dieses Jahres mehr als verdoppelt hatten und 150 Dollar pro Barrel erreichten.

Die Auswirkungen zeigten sich in den Zahlen: Die Betriebskosten stiegen in den drei Monaten bis Juni um 11 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro, während der Vorsteuergewinn um 36 Prozent auf 593 Mio. Euro sank.

Die in Dublin und New York notierte Airline kündigte im Mai an, einige Tarife zu rabattieren, um angesichts der durch den Nahostkonflikt verursachten schwächeren Nachfrage das Verkehrsaufkommen zu steigern.

Ryanair ist bei Weitem nicht die einzige Airline, die unter dem Iran-Krieg leidet. Der Tourismuskonzern Tui verzeichnete in den sechs Monaten bis Juni einen Verlust von 17 Mio. Euro und nannte höhere Kraftstoffkosten und eine schwächere Reisenachfrage als Gründe. Easyjet erlitt in den drei Monaten bis Juni einen Gewinneinbruch von 200 Mio. Pfund, da die Kraftstoffkosten pro Passagier um 100 Mio. Pfund bzw. 13 Prozent in die Höhe schnellten. Wie die Fluggesellschaften in den kommenden Monaten reagieren – durch Hedging, Kapazitätskürzungen oder Tariferhöhungen – wird den Wettbewerb auf dem europäischen Kurzstreckenmarkt prägen.