Russland schließt neun Krypto-Börsen in Moskau wegen Vorwürfen von Betrug und Geldwäsche
Wichtige Erkenntnisse
- •Der FSB und das russische Innenministerium durchsuchten gemeinsam neun unregistrierte Kryptowährungs-Börsen in Moskau und nahmen über 20 Mitarbeiter fest.
- •Behörden werfen den Börsen vor, Geld von russischen Telefonbetrugs-Opfern in Kryptowährungen umgewandelt zu haben, bevor es auf Konten überwiesen wurde, die von ukrainischen Drahtziehern kontrolliert werden.
- •Das Innenministerium hat ein Strafverfahren wegen groß angelegten Betrugs eröffnet, das nach russischem Recht eine Höchststrafe von zehn Jahren vorsieht.
- •Russlands neues, vom Präsidenten unterzeichnetes Kryptowährungsgesetz tritt 2026 mit seinen Kernbestimmungen in Kraft, während das Land den Ausbau legaler Krypto-Kanäle mit einer strengeren Durchsetzung gegen unregistrierte Operationen verbindet.

Der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) hat neun unregistrierte Kryptowährungs-Börsen in Moskau durchsucht. Den Behörden zufolge steht der Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit Betrugerlösen, die mit ukrainischen Betrugscallcentern verknüpft werden.
Gemäß einer am Freitag veröffentlichten offiziellen Erklärung nahm der FSB mehr als 20 Mitarbeiter im Moscow International Business Center fest, allgemein als Moscow City bekannt. Die Operation wurde gemeinsam mit dem russischen Innenministerium durchgeführt und richtete sich gegen Kanäle, die mutmaßlich zur Überweisung illegaler Gelder ins Ausland mittels Kryptowährung genutzt wurden.
Der FSB erklärte, die Börsen hätten Geld, das russischen Opfern von Telefonbetrug gestohlen worden war, in Kryptowährungen umgewandelt, bevor es auf Konten überwiesen wurde, die laut der Behörde von ukrainischen Drahtziehern kontrolliert werden. Behörden zufolge sammelten Kuriere im Alter von 18 bis 25 Jahren Bargeld bei den Opfern ein und lieferten es bei den Börsen zur Umwandlung in digitale Vermögenswerte ab. Der FSB wies zudem darauf hin, dass junge Menschen aus verschiedenen russischen Regionen trotz eingeschränkter finanzieller Bildung zur Arbeit in den Börsen angeworben wurden.
Telefonbetrug ist in Russland zu einem weit verbreiteten kriminellen Problem geworden. Behörden berichteten zuvor von jährlichen Verlusten in Milliardenrubelhöhe im Zusammenhang mit Betrugsmaschen, die häufig ältere Menschen ins Visier nehmen. Die Nutzung von Kryptowährungen zur Überweisung von Erlösen ins Ausland hat die Rückgewinnungsbemühungen erschwert, da Überweisungen digitaler Vermögenswerte die traditionelle Banküberwachung und grenzüberschreitende Kontrollen umgehen können.
Das Innenministerium hat ein Strafverfahren wegen groß angelegten Betrugs eröffnet, der nach russischem Recht mit einer Höchststrafe von 10 Jahren Haft geahndet wird. Der FSB erklärte, dass die Bemühungen zur Identifizierung von Opfern und zur Prüfung möglicher Entschädigungen andauern.
Der FSB ist die wichtigste russische Bundesbehörde für Sicherheit und Nachrichtenwesen und zuständig für Spionageabwehr, innere Sicherheit und Terrorismusbekämpfung. Die Razzien erfolgen vor dem Hintergrund der fortlaufenden Entwicklung des russischen Regulierungsrahmens für digitale Vermögenswerte. Kernbestimmungen eines neuen, vom russischen Präsidenten unterzeichneten Kryptowährungsgesetzes sollen 2026 in Kraft treten. Im Jahr 2024 legalisierte Russland zudem das Krypto-Mining und erlaubte die Nutzung digitaler Vermögenswerte für grenzüberschreitende Abwicklungen – ein doppelter Ansatz, der legale Krypto-Kanäle ausbaut und gleichzeitig das Vorgehen gegen unregistrierte Operationen verschärft.
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