Putin unterzeichnet Russlands erstes umfassendes Kryptowährungsgesetz: Legaler Handelsrahmen geschaffen, Zahlungen bleiben verboten
Wichtige Erkenntnisse
- •Nur in einem staatlichen Register registrierte Börsen dürfen legal operieren, wobei bestehende Betreiber bis zum 1. Juli 2027 eine Registrierung abschließen und ein Mindestkapital von 15 Millionen Rubel vorhalten müssen.
- •Nicht-akkreditierte Investoren dürfen nur die liquidesten Kryptowährungen über lizenzierte Vermittler mit einem jährlichen Limit von 300.000 Rubel pro Vermittler erwerben, während qualifizierte Investoren keiner Kaufbeschränkung unterliegen.
- •Die Gesetzgebung garantiert Gerichtsschutz für Kryptowährungsbesitzer, unabhängig davon, ob sie ihre digitalen Assets zuvor deklariert haben.
- •Das Gesetz erlaubt Kryptowährungsabwicklungen unter Außenhandelsverträgen zwischen russischen Ansässigen und Nicht-Ansässigen – eine Ausnahme, die wahrscheinlich die Aufmerksamkeit westlicher Aufsichtsbehörden auf sich ziehen wird, da Russland zunehmend auf Krypto im grenzüberschreitenden Handel amid Sanktionen setzt.
- •Die meisten Bestimmungen des Gesetzes treten am 1. September in Kraft und entsprechen dem Zeitplan für Russlands Initiative zum digitalen Rubel, die Banken bis zum gleichen Datum unterstützen müssen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat das erste umfassende Gesetz zur Regulierung digitaler Währungen in Russland unterzeichnet. Es legt Regeln für die Ausgabe, Verwahrung, Erfassung und den Handel von Kryptowährungen fest, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtet.
Die am Dienstag unterzeichnete Gesetzgebung unterwirft Krypto-Börsen, digitale Depots, Broker und Clearingstellen einem einheitlichen regulatorischen Rahmen. Sie fällt jedoch kurz eines freien Marktes zurück: Das Verbot, Kryptowährungen und digitale Rechte als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen zu verwenden, bleibt in Kraft, und Werbung, die für Krypto-Zahlungen wirbt, ist untersagt.
Russland hatte Kryptowährungs-Mining im Jahr 2024 legalisiert durch ein separates, von Putin unterzeichnetes Gesetz. Das neue Gesetz schließt die regulatorische Lücke im Bereich Handel und Verwahrung, die die Mining-Regeln offengelassen hatten. Der Rahmen entstand nach jahrelangen Debatten innerhalb der russischen Regierung: Die Bank of Russia hatte zuvor ein umfassendes Krypto-Verbot befürwortet, während das Finanzministerium sich für eine Regulierung einsetzte – ein Spannungsverhältnis, das das neue Gesetz zugunsten eines lizenzierten Zugangs unter Aufsicht der Zentralbank auflöst.
Börsenregistrierung und Kapitalanforderungen
Nur Organisationen, die in einem besonderen staatlichen Register eingetragen sind, dürfen Krypto-Börsen betreiben. Bestehende Betreiber erhalten eine Übergangsfrist zur Registrierung bis zum 1. Juli 2027.
Registrierte Börsen müssen über ein Mindesteigenkapital von 15 Millionen Rubel (ca. 187.000 US-Dollar) verfügen und einer Selbstregulierungsorganisation im Finanzmarkt beitreten. Die Aktivität eines Unternehmens gilt als reguläre Börsentätigkeit, sobald das monatliche Handelsvolumen 3,5 Millionen Rubel überschreitet.
Banken und Zweigstellen ausländischer Kreditgeber sind verpflichtet, Überweisungen abzulehnen, die sie als über nicht registrierte Anbieter abgewickelt vermuten.
Schutz von Privatanlegern
Der Zugang für Privatanleger ist begrenzt und an Bedingungen geknüpft. Nicht-akkreditierte Investoren dürfen die liquidesten Kryptowährungen – eine noch bekanntzugebende Liste – über lizenzierte Vermittler mit einem jährlichen Limit von 300.000 Rubel pro Vermittler erwerben. Sowohl Privat- als auch qualifizierte Investoren müssen einen Wissenstest bestehen. Qualifizierte Investoren unterliegen keinem Kauflimit.
Das Gesetz garantiert zudem Gerichtsschutz für Kryptowährungsbesitzer, unabhängig davon, ob sie ihre Assets zuvor deklariert haben.
Inkrafttreten und Abstimmung mit dem digitalen Rubel
Die meisten Bestimmungen des Gesetzes treten am 1. September in Kraft. Der Rahmen stimmt mit Russlands Initiative zum digitalen Rubel überein, die Banken laut dem Zentralbankgouverneur bis zum gleichen Stichtag am 1. September unterstützen müssen. Wie Decrypt berichtete, als das Gesetz kurz vor der Verabschiedung stand, spiegelt die bewusste Lücke zwischen dem Kaufrecht für Kryptowährungen und dem gleichzeitigen Ausgabeverbot Moskaus Absicht wider: ein regulierter Zugangsweg statt einer Parallelwährung.
Außenhandel und Sanktionsauswirkungen
Die Ausnahmeregelungen des Gesetzes haben außerhalb Russlands besondere Bedeutung. Abwicklungen unter Außenhandelsverträgen zwischen ansässigen und nicht ansässigen Personen sind ebenso erlaubt wie Transaktionen mit gemünzten Coins und Zahlungen innerhalb von Plattformen für digitale Assets.
Diese Ausnahme wird wahrscheinlich die Aufmerksamkeit westlicher Aufsichtsbehörden auf sich ziehen. Russland hat sich im grenzüberschreitenden Handel zunehmend auf Kryptowährungen verlassen, da der Sanktionsdruck nach der Invasion der Ukraine zugenommen hat, was den Zugang zum internationalen Zahlungsverkehrssystem SWIFT für große russische Banken unterbrochen hatte.
Die Gesetzgebung gewährt russischen Kryptowährungsbesitzern etwas, das ihnen bisher fehlte: Rechtsstellung und Zugang zu lizenzierten Handelsplattformen. Gleichzeitig liefert sie dem Staat das, was er anstrebte: eine von der Zentralbank beaufsichtigte Pipeline, die er überwachen kann.