NachrichtenKryptoRusslands Kryptogesetz nimmt Gestalt an, doch 69% sehen keinen klaren Nutzen

Russlands Kryptogesetz nimmt Gestalt an, doch 69% sehen keinen klaren Nutzen

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Rambler&Co-Umfrage ergab, dass 69% der Befragten keinen persönlichen Nutzen der Krypto-Legalisierung benennen konnten.
  • Die Umfrage zeigte, dass 54% der Befragten fast nichts darüber wussten, wie Kryptowährungen funktionieren, und nur 6% sich als erfahrene Nutzer bezeichneten.
  • Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Russlands föderales Digitalwährungsgesetz am 4. August; die wichtigsten Bestimmungen sollen am 1. September in Kraft treten.
  • Russland verbietet weiterhin Kryptowährungszahlungen für gewöhnliche Waren und Dienstleistungen im Inland, erlaubt aber unter anderem Außenhandelsverträge, Mining-Belohnungen und Blockchain-Gebühren.
  • Die Bank von Russland veröffentlichte am 27. Juli Entwürfe für Regeln zum organisierten Kryptowährungshandel, und bestehende Kryptounternehmen erhalten eine Übergangsfrist, bevor lizenzierte Kanäle am 1. Juli 2027 verpflichtend werden.
Russlands Kryptogesetz nimmt Gestalt an, doch 69% sehen keinen klaren Nutzen

Russland hat einen regulierten Kryptomarkt geschaffen, doch die meisten befragten Bürger sehen weiterhin keinen praktischen Grund zur Teilnahme. Eine Rambler&Co-Umfrage ergab, dass 69% nach der Legalisierung keinen persönlichen Nutzen benennen konnten. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen Russlands neuen Finanzregeln und der alltäglichen Nachfrage der Verbraucher, auch wenn der rechtliche Rahmen von der Ankündigung in die Umsetzung übergeht.

Begrenztes Wissen schwächt das öffentliche Interesse

Die Umfrage ergab, dass 54% der Befragten fast nichts darüber wussten, wie Kryptowährungen funktionieren. Weitere 23% gaben an, dass fragmentierte und widersprüchliche Informationen ihr Verständnis digitaler Vermögenswerte einschränkten. Nur 6% bezeichneten sich als erfahrene Nutzer mit direkter Kenntnis des Marktes.

Gleichzeitig sagten 52%, dass sie Krypto nicht nutzen und nicht einschätzen könnten, wie sich eine Legalisierung auf sie auswirken würde. Dennoch erklärten 22%, dass sie eine formale Regulierung bevorzugten, statt den Markt außerhalb der amtlichen Aufsicht zu belassen. Weitere 20% unterstützten Russlands Schritt hin zu klareren Regeln und anerkannten Finanzdienstleistungen.

Nur 8% nannten Auslandskäufe als Anwendungsfall, während 6% die Diversifizierung von Ersparnissen und 4% Unternehmensüberweisungen angaben. Rambler&Co befragte vom 23. Juli bis zum 30. Juli mehr als 2.000 Internetnutzer auf seinen Websites. Der Verlag veröffentlichte keine demografische Gewichtung und keine Fehlermarge, was weitergehende nationale Schlussfolgerungen einschränkt.

Inländische Kryptozahlungen bleiben verboten

Präsident Wladimir Putin unterzeichnete das föderale Digitalwährungsgesetz am 4. August. Der Rahmen regelt Handel, Verwahrung, digitale Verwahrstellen und ausgewählte Abwicklungen im Zusammenhang mit dem Außenhandel. Russland verbietet weiterhin Kryptowährungszahlungen für gewöhnliche Waren und Dienstleistungen innerhalb des Landes.

Die wichtigsten Bestimmungen treten am 1. September in Kraft. Bestehende Kryptounternehmen erhalten eine Übergangsfrist, bevor lizenzierte Kanäle am 1. Juli 2027 verpflichtend werden. Das Gesetz erkennt Kryptowährungen außerdem als Vermögen innerhalb von Russlands reguliertem Finanzsystem an.

Zu den erlaubten Verwendungen zählen Außenhandelsverträge, Mining-Belohnungen, Blockchain-Gebühren und Transaktionen mit anderen digitalen Vermögenswerten. Für Unternehmen scheinen sich damit klarere Vorteile zu ergeben als für gewöhnliche Verbraucher. Das Verbot inländischer Zahlungen begrenzt zudem alltägliche Verwendungen wie Gehälter, Haushaltsrechnungen und Einzelhandelskäufe, was erklärt, warum die Legalisierung bislang nicht zu einer breiten öffentlichen Nutzung geführt hat.

Klare Regeln dürften die Nachfrage im September prägen

Die Befragten maßen Schutz, verlässlichen Informationen und klar definierten Verantwortlichkeiten den größten Wert bei. Rund 38% wollten ehrliche Hinweise ohne Versprechen schneller Gewinne oder garantierter Renditen. Weitere 36% wollten klare Gesetze, die Einschränkungen, rechtliche Pflichten und Verantwortlichkeiten erläutern.

Lizenzierte Plattformen waren für 16% der Befragten wichtig, während 10% einfachere Dienste und stärkere Unterstützung für Anfänger wollten. Diese Präferenzen stehen im Einklang mit Russlands Plan für beaufsichtigte Börsen, Vermögensbuchhaltung und digitale Verwahrstellen. Die Bank von Russland veröffentlichte am 27. Juli erste Entwürfe für Regeln zum organisierten Kryptowährungshandel und gab dem Markt damit vor dem Starttermin im September einen klareren politischen Rahmen.

Die vorgeschlagenen Kapitalanforderungen für digitale Verwahrstellen liegen zwischen 50 Millionen und 250 Millionen Rubel. Auch Banken und die Moskauer Börse bereiten regulierte Kryptoprodukte vor. Dennoch wird Russland praktische Dienste, ein stärkeres öffentliches Verständnis und vertrauenswürdige Plattformen benötigen, bevor die Nutzung zunehmen kann.