Russland lässt BTC und ETH als Unternehmenssicherheit unter neuen Kryptoregeln zu – XRP bleibt außen vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Russlands Rahmen für digitale Assets tritt am 1. September 2026 in Kraft und erlaubt registrierten Unternehmen, BTC und ETH als Kreditsicherheit zu verwenden, während Krypto als Zahlungsmittel verboten bleibt.
- •Privatanleger können nur Bitcoin, Ethereum und Tether kaufen, begrenzt auf 300.000 Rubel (ca. 3.632 US-Dollar) pro Jahr, sofern sie nicht per Test einen fortgeschrittenen Status erlangen.
- •Assets wie XRP und SOL wurden von der Einzelhandels-Whitelist ausgeschlossen, weil die Zentralbank zur protección nicht qualifizierter Anleger vor Kursschwankungen starke Liquidität priorisierte.
- •Die Sberbank hat offiziell eine Bewertung von USDT als Abwicklungsschicht beantragt, und nur Unternehmen in einem besonderen Register dürfen Transaktionen mit digitalen Assets durchführen.
- •Eine für 2027 geplante Gesetzgebung könnte die Liste der für russische Privatanleger verfügbaren Kryptowährungen erweitern.

Russlands neuer Regulierungsrahmen führt digitale Assets als Kreditsicherheiten für Unternehmen ein, hält die meisten Altcoins jedoch für die breite Öffentlichkeit außer Reichweite. Die auf Krypto fokussierten Regeln, die am 1. September 2026 in Kraft treten, ziehen eine klare Grenze zwischen digitalen Assets als Zahlungsmittel und solchen, die als Wertpapiere behandelt werden. Der Schritt ist Teil einer breiteren Entwicklung, in der Moskau sein Verhältnis zu digitalen Assets formalisiert – nach der Legalisierung des industriellen Krypto-Minings Ende 2024 und einem Gesetz von 2024, das experimentelle Krypto-Abwicklungen im grenzüberschreitenden Handel erlaubt. Diese Schritte werden weithin als Reaktion auf sanktionsbedingte Einschränkungen bei traditionellen internationalen Zahlungen gelesen.
Unter dem Rahmen sind reguläre Privatanleger auf den Kauf von Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) oder Tether (USDT) beschränkt, mit einer jährlichen Kaufgrenze von 300.000 Rubel (3.632 US-Dollar). Alle Privatanleger unterliegen besonderen Tests, die ihre Handelslimits bestimmen, mit der Möglichkeit, einen fortgeschrittenen Status zu erlangen, der technisch alle großen Kryptowährungen freischaltet. Dies spiegelt die in russischen Wertpapiermärkten etablierte Unterscheidung zwischen qualifizierten und nicht qualifizierten Anlegern wider, bei der Kompetenztests bereits den Zugang zu komplexen Instrumenten regeln.
Warum die meisten russischen Unternehmen besser fahren
Für Unternehmen sieht die Lage anders aus: Nur Firmen, die in ein besonderes Register eingetragen sind, dürfen Transaktionen mit digitalen Assets durchführen. Anfang August unterzeichnete Russlands Präsident Wladimir Putin ein zentrales Gesetz, das den Umlauf von Kryptowährungen und digitalen Rechten umfassend regelt und zugleich an einem Verbot von Krypto als Zahlungsmittel festhält.
Es gibt einige wichtige Ausnahmen: Abwicklungen unter Außenhandelsverträgen sind erlaubt, die frühere Legalisierung von Einkünften aus dem Krypto-Mining bleibt bestehen, und Wertpapierabwicklungen sowie digitale Rechte bleiben zulässig. Ein Schwerpunkt des Rahmens liegt auf Stablecoins – die Sberbank, eines der größten Bankinstitute der Region, hat offiziell eine Bewertung von USDT als Abwicklungsschicht beantragt. Die Zulassung von BTC und ETH als Unternehmenssicherheiten gibt russischen Unternehmen zudem eine neue Möglichkeit, Liquidität aus Kryptobeständen zu schöpfen, ohne sie verkaufen zu müssen – ein Mechanismus, den auch Banken in anderen Rechtsräumen zu erkunden begonnen haben.
XRP für VIPs, Ausgabeprobleme für alle übrigen
Russlands Zentralbank erklärte, die Qualitätskontrollmaßnahme diene dazu, "nicht qualifizierte Anleger vor starken und unvorhersehbaren Schwankungen der Kryptopreise zu schützen", und nannte starke Liquidität als wichtigsten Faktor der Entscheidung. Deshalb wurden Large-Cap-Assets wie XRP und SOL im Pilotmodus zurückgestellt, während Kreditgeber wie die Sberbank ein erhebliches Defizit riskieren, falls ein Kreditnehmer ausfällt. Der Umgang signalisiert zudem, welche Assets russische Regulierer als systemisch liquide genug für die Kreditbesicherung erachten – ein Maßstab, den andere Zentralbanken mit ähnlichen Plänen beobachten könnten.
Wie auf X (Twitter) festgestellt wurde:
This is the moment crypto stops being a speculative asset and starts being infrastructure. Russias largest bank, handling roughly a third of the countrys banking assets, is preparing to accept Bitcoin, Ethereum, and USDT as loan collateral once new digital asset rules take… — BullBrezza | Macro & Crypto (@BullBrezza) August 30, 2026
Das Ausgeben von USDT bleibt jedoch rechtlich unzulässig. XRP-Halter in Russland stehen vor einer ähnlichen Herausforderung, sofern sie nicht den speziellen Bewertungstest bestehen. Andernfalls gilt unabhängig davon, ob Krypto über einen Vermittler, eine Kryptobörse oder einen Manager gekauft wird, weiterhin die jährliche Grenze von 300.000 Rubel.
Während gehebeltes XRP-Trading an der Moskauer Börse (MOEX) verfügbar ist, bleiben die Handelsvolumina mit dem Gegenwert von wenigen Tausend US-Dollar pro Tag bescheiden. Die Liquidität im Spotmarkt ist dünn, da in Amerika entwickelte Kryptowährungen nicht bevorzugt werden. Derweil könnte eine für 2027 geplante Gesetzgebung die Liste der für russische Privatanleger verfügbaren Kryptowährungen erweitern – die klarste kurzfristige Variable für Halter von Assets, die derzeit nicht auf der Einzelhandels-Whitelist stehen.
Quelle: DailyCoin