Bunkerumsätze im Hafen Rotterdam sinken im ersten Halbjahr 2026 um 25,1 % inmitten regulatorischer Veränderungen
Wichtige Erkenntnisse
- •Rotterdams gesamte Bunkerumsätze sanken im ersten Halbjahr 2026 im Jahresvergleich um 25,1 %, wobei die Mengen an konventionellem fossilem Schweröl um 28,3 % zurückgingen.
- •Very Low Sulphur Fuel Oil verzeichnete mit -46 % den stärksten Rückgang unter den konventionellen Kraftstoffen, während die Verkäufe alternativer Kraftstoffe um 28 % stiegen.
- •Die Umsetzung der EU-RED-III-Richtlinie in den Niederlanden hat die Kosten für konventionelle Bunkerkraftstoffe im Vergleich zu konkurrierenden Nicht-EU-Häfen erhöht.
- •Das EU-Emissionshandelssystem und die FuelEU-Maritime-Verordnung haben die regulatorische Kostenbelastung für Schiffe, die in EU-Häfen bunkern, weiter erhöht.
- •Rotterdam führte im zweiten Quartal 2026 die erste Bio-Ethanol-Bunkerung durch, was die wachsende Bedeutung alternativer Schiffskraftstoffe verdeutlicht.

Die Bunkerumsätze im Hafen von Rotterdam sanken im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25,1 %, wie aus Daten des Hafens Rotterdam hervorgeht. Rotterdam ist der größte Hafen Europas nach Frachtumschlag und gehörte historisch zu den wichtigsten Bunkerversorgungszentren der Welt, was das Ausmaß des Rückgangs für den globalen Schiffskraftstoffmarkt bemerkenswert macht.
Der Rückgang war bei konventionellem fossilem Schweröl am stärksten ausgeprägt, das im Jahresvergleich um 28,3 % fiel. Innerhalb dieser Kategorie verzeichnete Very Low Sulphur Fuel Oil (VLSFO) mit -46 % den stärksten Rückgang, gefolgt von Ultra Low Sulphur Fuel Oil (ULSFO) mit -31 % und High Sulphur Fuel Oil (HSFO) mit -24 %.
Im Gegensatz dazu stiegen die Verkäufe von alternativen Kraftstoffen um 28 %. Die Nachfrage nach Bio-LNG wuchs besonders stark. Im zweiten Quartal 2026 wurde im Hafen die erste Bunkerung mit Bio-Ethanol durchgeführt – ein Schritt, der das Potenzial alternativer Kraftstoffe zur Reduzierung von CO₂-Emissionen in der Schifffahrt unterstreicht.
Verlagerung der Bunkerumsätze auf konkurrierende Häfen
Obwohl Rotterdam nach wie vor einer der bedeutendsten Bunkenhäfen der Welt ist, kam es in den letzten Monaten zu einer sichtbaren Verlagerung der Bunkerumsätze auf andere Standorte. Die gebunkerten Mengen lagen sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal 2026 deutlich unter dem Niveau der entsprechenden Vorjahreszeiträume.
Als wesentlicher Treiber wird die Umsetzung der RED-III-Richtlinie der Europäischen Union in den Niederlanden genannt. Die Renewable Energy Directive III ist Teil des umfassenderen Klimagesetzgebungspakets der EU, das darauf abzielt, den Anteil erneuerbarer Energien in verschiedenen Sektoren, einschließlich des Verkehrs, zu erhöhen. Im Rahmen der Richtlinie unterliegen Kraftstofflieferanten zusätzlichen Nachhaltigkeitsverpflichtungen, was die Kosten für konventionelle Bunkerkraftstoffe im Verhältnis zu konkurrierenden Häfen in der Region in die Höhe getrieben hat.
Diese Kostendifferenz erhöht den Druck, der bereits durch andere EU-Schiffsvorschriften entstanden ist. Die Einbeziehung der Schifffahrt in das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS), das ab 2024 schrittweise eingeführt wurde, und die FuelEU-Maritime-Verordnung, die ab 2025 gilt, haben gemeinsam die regulatorische Kostenbelastung für konventionelle fossile Bunkerkraftstoffe bei Schiffen, die EU-Häfen anlaufen, erhöht. Benachbarte Nicht-EU-Bunkerdrehkreuze unterliegen nicht denselben Verpflichtungen, was die Preislücke vergrößert.
Darüber hinaus haben sich Bunkerumsätze infolge operativer und regulatorischer Veränderungen auf Häfen außerhalb der ARA-Region (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen-Brügge) verlagert. Schwankungen bei den Bunkerpreisen, eine allgemeine Unsicherheit am Energiemarkt und sich verändernde Dynamiken globaler Handelsrouten haben die Wahl der Bunkerstandorte und die Einkaufsmengen zusätzlich beeinflusst.
Quelle: Hafen Rotterdam