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Niederländische Maritime Verbände fordern Regierungsmaßnahmen zum Schutz des Bunkerhubs Rotterdam

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Niederländische Maritime Verbände veröffentlichten ein Positionspapier, in dem sie davor warnten, dass die Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie durch die Niederlande die Schiffskraftstoffkosten im Vergleich zu Nachbarländern erhöht hat.
  • Rotterdams konventionelle und Biokraftstoff-Bunkerverkäufe fielen um 25,7 % im Jahresvergleich auf 1,75 Millionen Tonnen im 2. Quartal 2026.
  • Der belgische Hafen Antwerpen-Brügge meldete im gleichen Zeitraum einen Anstieg der konventionellen Schiffskraftstoff- und Biokraftstoffverkäufe um 5,5 % im Jahresvergleich.
  • Die Branchenverbände warnten, dass regulatorische Divergenzen das Risiko einer CO2-Verlagerung bergen, da Schiffe an konkurrierenden Häfen mit konventionellen Kraftstoffen tanken statt klimafreundlichere Optionen in Rotterdam zu wählen.
  • Die Verbände appellierten an die niederländische Regierung, sich mit den Nachbarländern abzustimmen, um einen ausgewogeneren regulatorischen Rahmen für Schiffskraftstoffe zu schaffen.
Niederländische Maritime Verbände fordern Regierungsmaßnahmen zum Schutz des Bunkerhubs Rotterdam

Niederländische Maritime Verbände haben die Regierung aufgefordert, für ein ebenes regulatorisches Spielfeld bei Schiffskraftstoffen zu sorgen, und davor gewarnt, dass die Niederlande Bunkergeschäfte an Nachbarländer verlieren könnten, wenn die aktuelle Politik unverändert bleibt. Rotterdam ist der größte Hafen Europas und zählt zu den größten Bunkerhubs der Welt, wodurch die Wettbewerbsdynamik seines Schiffskraftstoffmarktes sowohl für den niederländischen Maritimen Sektor als auch für die europäischen Schifffahrtslieferketten insgesamt von Bedeutung ist.

In einem Positionspapier, das letzte Woche veröffentlicht wurde, warnten niederländische Maritime Akteure, dass unterschiedliche Umsetzungen der Vorschriften für erneuerbare Kraftstoffe in europäischen Ländern Schiffe dazu veranlassen, außerhalb der Niederlande zu bunkern. Das Papier wurde von Deltalinqs, dem Königlichen Niederländischen Reeder-Verband, VOTOB und NOVE, dem niederländischen Verband unabhängiger Kraftstofflieferanten, mitverfasst.

Die Verbände argumentierten, dass die Umsetzung der überarbeiteten Richtlinie für erneuerbare Energien (RED III) durch das Land die Kosten für Schiffskraftstoffe in die Höhe getrieben hat, indem Bunkerlieferanten verpflichtet werden, erneuerbare Kraftstoffe beizumischen oder Emissionsminderungszertifikate zu erwerben, während gleichzeitig die Verwendung von gebrauchten Speiseölen als Rohstoff eingeschränkt wird. Bunkerentscheidungen sind äußerst preissensibel, da Schiffe in der Regel frei wählen können, wo sie entlang ihrer Handelsrouten tanken, was bedeutet, dass selbst geringe Kostendifferenzen zwischen Häfen Mengen umleiten können.

Laut Ship & Bunker sanken die konventionellen und Biokraftstoffverkäufe in Rotterdam um 25,7 % im Jahresvergleich auf 1,75 Millionen Tonnen im 2. Quartal 2026.

Das Papier stellt den niederländischen Ansatz dem Belgiens und Deutschlands gegenüber und argumentiert, dass die daraus resultierende Preislücke die Bunkernachfrage auf Nachbarhäfen verlagert. Der belgische Hafen Antwerpen-Brügge meldete einen Anstieg der konventionellen Schiffskraftstoff- und Biokraftstoffverkäufe um 5,5 % im Jahresvergleich im 2. Quartal 2026.

Die Verbände warnten zudem, dass der Trend das Risiko einer CO2-Verlagerung birgt, da Schiffe vermehrt konventionelle Kraftstoffe an anderen Orten bunkern statt klimafreundlichere Kraftstoffe in Rotterdam zu wählen. Diese Besorgnis entsteht vor dem Hintergrund der umfassenderen regulatorischen Bemühungen der EU zur Reduzierung von Schifffahrtsemissionen, zu denen die schrittweise Einbeziehung der Maritimen Industrie in das EU-Emissionshandelssystem und die FuelEU-Maritime-Verordnung gehören, die 2025 in Kraft getreten ist und beide den Sektor beschleunigt zu saubereren Kraftstoffen überleiten sollen.

Sie appellierten an die niederländische Regierung, mit den Nachbarländern zusammenzuarbeiten, um einen ausgewogeneren regulatorischen Rahmen zu schaffen und Maßnahmen einzuführen, die einer weiteren Erosion des Bunkergeschäfts entgegenwirken und gleichzeitig Investitionen in künftige Schiffskraftstoff-Infrastruktur sichern.

Deltalinqs ist der Wirtschaftsverband, der die im Hafen von Rotterdam tätigen Unternehmen vertritt.