NachrichtenMakroJeder Dritte weltweit sieht die USA als größte Bedrohung, warnt der Präsident der Rockefeller Foundation

Jeder Dritte weltweit sieht die USA als größte Bedrohung, warnt der Präsident der Rockefeller Foundation

Autor: Fortune Crypto·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Eine Umfrage der Rockefeller Foundation mit 35.000 Respondenten in 34 Ländern ergab, dass jeder dritte Mensch weltweit die Vereinigten Staaten als größte Bedrohung betrachtet – noch vor Russland und China.
  • •Die Vereinigten Staaten haben zwischen 2024 und 2025 ihr Außenhilfe-Budget um 38 Milliarden Dollar gekürzt – denselben Betrag, den sie für einen Krieg der eigenen Wahl ausgaben, der 18 US-Soldaten und Tausende Zivilisten tötete.
  • •Analysen im Auftrag der Rockefeller Foundation prognostizieren, dass bis 2030 9,4 Millionen gefährdete Menschen aufgrund der US-Kürzungen bei Ernährungssicherheit und Krankheitsprogrammen sterben werden, während Forscher der Boston University bereits mehr als 700.000 Todesfälle schätzen.
  • •Eine Umfrage vom Juni 2026 ergab, dass 72 Prozent der Amerikaner glauben, Außenhilfe mache das Land sicherer, und 81 Prozent sie lieber reformieren als abschaffen würden.
  • •Der Kommentar schlägt vor, traditionelle gebergetriebene Hilfe durch investitionsbasierte Programme wie Mission 300 zu ersetzen, das fast 100 Millionen Menschen in Afrika Strom gebracht hat und pro investiertem Dollar 15 Dollar an neuen Investitionen anzieht.
Jeder Dritte weltweit sieht die USA als größte Bedrohung, warnt der Präsident der Rockefeller Foundation

Der Präsident der Rockefeller Foundation warnt, dass die Vereinigten Staaten ihre globale Stellung verlieren, und verweist auf neue Umfragedaten, wonach jeder dritte Mensch weltweit Amerika als größte Bedrohung unter Russland, China und den USA betrachtet. In einem Kommentar für Fortune argumentiert der Stiftungschef – der zuvor die U.S. Agency for International Development leitete –, dass die Rückgewinnung dieser Stellung einen Abschied von der traditionellen, gebergetriebenen Entwicklungshilfe zugunsten eines modernen, investitionsbasierten Engagements erfordert.

Globale Umfrage: USA vor Russland und China als wahrgenommene Bedrohung

Die Rockefeller Foundation, eine Philanthropie, die an die Orientierung an Daten glaubt, unterstützt seit Langem Umfragen, die messen, wie Menschen weltweit zu globalen Ereignissen stehen. Doch die Ergebnisse von ihrer jüngsten Umfrage gaben dem Autor Anlass zum Innehalten. In der Befragung sollten 35.000 Respondenten in 34 Ländern einordnen, welches Land die größte Bedrohung darstellt – Russland, China oder die Vereinigten Staaten. In der Hälfte der untersuchten Länder war die USA der Spitzenreiter. Insgesamt betrachtete jeder dritte Mensch weltweit die Vereinigten Staaten als Bedrohung – mehr als jene, die China wählten. Eine so breite Stichprobe lässt sich nur schwer als Anekdote abtun, weshalb der Autor den Befund als strategisches Signal und nicht als vorübergehende Schlagzeile behandelt.

Diese Zahlen bedeuten, so der Autor, dass ein Drittel der Welt nun ein Land fürchtet, das sich während des Großteils seiner Existenz – mit Beweisen auf seiner Seite – als „letzte beste Hoffnung der Erde“ betrachtet hat.

Der Kommentar erinnert an die Zeit des Autors an der Spitze der U.S. Agency for International Development, einschließlich Fahrten in Dörfer in abgelegenen Regionen Westafrikas, Indiens und Indonesiens. Beim Betreten einer Schule mitten im Nirgendwo hing dort John F. Kennedys Porträt über der Tafel. Menschen auf der ganzen Welt, so der Beitrag, bewunderten die Vereinigten Staaten und Führungspersönlichkeiten wie Kennedy, weil das Land seine Innen- und Außenpolitik bewusst als Mittel zur universellen Menschenwürde gestaltet hatte.

Die heutigen Daten zeigten, dass diese Stellung schwindet, argumentiert der Autor. Die Aufgabe besteht darin, die amerikanische Außenpolitik auf den Werten des Landes neu zu begründen, jedoch auf eine Weise, die der veränderten Welt gerecht wird. Die traditionellen, gebergetriebenen Hilfsprogramme, die einst Amerikas moralische Autorität aufbauten, genügen nicht mehr. Eine erneute Verpflichtung zur universellen Menschenwürde durch modernere, politisch tragfähige Investitionen, so der Beitrag, würde die Vereinigten Staaten sicherer machen.

Eine auf Würde gegründete Stellung – von der Staatsgründung bis zum Kalten Krieg

Die Vereinigten Staaten wurden auf dem Prinzip der universellen Menschenwürde gegründet – Leben, Freiheit und das Streben nach Glück –, eine Idee, die durch die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung in die nationale Identität verwoben wurde, so der Kommentar. Abraham Lincoln rahmte den Bürgerkrieg global, als er das amerikanische Experiment eine Hoffnung für den Planeten nannte. Nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg baute das Land eine Reihe von Institutionen auf, allen voran die UNO, um die Würde als bestimmendes Ideal der freien Welt zu verankern.

Während des gesamten Kalten Krieges besaßen die USA – trotz schwerer militärischer Fehlschläge – etwas, das die Sowjetunion nie hatte: die Herzen und Köpfe der Menschen, die den Traum teilten, den Amerika verkörperte. Deshalb hat das Bild Amerikas als „shining city on a hill“ – ein Ideal, an dem sich andere orientieren – eine so beständige Wirkung. Nahezu jeder Präsident und Präsidentschaftskandidat seit Reagan hat es beschworen, mit Trump als markanter Ausnahme.

Amerika, schreibt der Autor, war eine militärische und moralische Supermacht – was es so sicher machte wie nie zuvor. Die sogenannte „Pax Americana“ wurde nicht nur durch militärische Macht aufrechterhalten, sondern durch eine unsichtbare Bindung zu Menschen weltweit, die sich instinktiv mit Amerikas Einsatz für die Menschenwürde verbunden fühlten. Dieses Engagement war mehr als Rhetorik: Die Vereinigten Staaten bauten Europa durch den Marshallplan wieder auf, leistetenshilfe während des Kalten Krieges und finanzierten lebensrettende Seuchenprävention wie GAVI und PEPFAR. Diese Anstrengungen halfen gefährdeten Menschen und stärkten Amerikas globale Verhandlungsposition in allem – von Atomwaffen über die Dominanz des Dollars bis zu Handelsabkommen.

Die Ergebnisse, so der Autor, waren greifbar: Das einzige Mal in der Geschichte, dass die NATO Artikel 5 ausrief, galt der Verteidigung der Vereinigten Staaten, keines anderen Landes, und Verbündete unterstützten jeden amerikanischen Krieg – bis zum aktuellen. Historiker haben gezeigt, wie Amerikas besondere Form der Führung zugleich das kollektive Weltwohl und die eigenen nationalen Interessen förderte.

Führung durch Angst statt durch Vorbild

In den letzten Jahren, so der Autor, habe Amerika zu oft Führung durch Angst statt durch Vorbild gewählt. Die Vereinigten Staaten haben 38 Milliarden Dollar für einen Krieg der eigenen Wahl ausgegeben, der 18 US-Soldaten und Tausende Zivilisten getötet, eine andauernde globale Energiekrise ausgelöst und die verbliebene moralische Autorität vergeudet hat. Das ist derselbe Betrag – 38 Milliarden Dollar –, den Amerika zwischen 2024 und 2025 aus seinem weltweiten Außenhilfe-Budget gekürzt hat.

Im Effekt, so der Kommentar, seien 38 Milliarden Dollar armen und kranken Menschen weltweit genommen worden, die auf US-Hilfe angewiesen sind, und für einen unpopulären, scheinbar endlosen Krieg ausgegeben worden, der die Preise in Amerika und weltweit in die Höhe treibt.

Die Folgen sind bereits sichtbar

Analysen im Auftrag der Rockefeller Foundation projizieren, dass 9,4 Millionen gefährdete Menschen zwischen jetzt und 2030 sterben werden, weil die USA ihre Unterstützung für Ernährungssicherheit während Hungersnöten und Programme gegen Kinderkrankheiten zurückfahren. Der Horizont 2030 ist dabei wichtig: Er macht diese Schätzungen zu einer überprüfbaren Messgröße, die künftige Finanzentscheidungen bestätigen oder korrigieren können. Forscher der Boston University schätzen, dass bereits mehr als 700.000 Menschen gestorben sind, weil diese Programme abgebaut wurden. Im Kakuma-Flüchtlingslager in Kenia nahe der somalischen Grenze erhielten 150.000 Menschen abrupt keine Nahrung mehr, die sie zum Überleben brauchten, nachdem die USA ihre Finanzierung des Welternährungsprogramms eingestellt hatten. Vor diesem Hintergrund, so der Kommentar, sei es keine Überraschung, dass Befragte Amerika als Bedrohung sehen.

Die meisten Amerikaner unterstützen Außenhilfe – mit Reform

Die Amerikaner selbst ziehen eine andere Schlussfolgerung. Eine Umfrage vom Juni 2026 ergab, dass 72 Prozent der Amerikaner glauben, Außenhilfe mache das Land sicherer – was das Argument untermauert, dass Führung durch Angst statt durch Respekt den nationalen Sicherheitsinteressen der USA nicht dient. Die Befragten stimmten auch überein, dass das System besser funktionieren muss: 81 Prozent – darunter 80 Prozent der Trump-Anhänger – würden es vorziehen, Außenhilfe zu reformieren und Sicherheitsvorkehrungen zu stärken, anstatt sie abzuschaffen.

Das bedeutet, so der Autor, dass die Vereinigten Staaten nicht einfach die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Institutionen wiederaufbauen können. Es braucht einen neuen, modernen Ansatz – einen, der grundlegende Themen wie Stromzugang priorisiert, neue Technologien wie KI-Chatbots nutzt und auf ein breiteres Spektrum von Akteuren setzt als nur die traditionellen reichen Länder.

Drei Säulen: Energie, KI und geteilte Verantwortung

Erstens können Energieinvestitionen Fortschritte bei vielen humanitären Herausforderungen bringen. Durch Mission 300 haben die Rockefeller Foundation und ihre Partner fast 100 Millionen Menschen in Afrika mit Strom versorgt. Zugang zu Energie ermöglicht es Mädchen, nachts zur Schule zu gehen, hilft Gesundheitszentren bei besseren Diagnosen und lässt kleine Unternehmen von Frauen ihren Umsatz steigern. Mission 300 ist kein klassisches Hilfsprogramm, sondern ein Investitionsprogramm: Pro investiertem Dollar fließen 15 Dollar an neuen Begleitinvestitionen. Dieser Übergang von Hilfe zu Investitionen, so der Beitrag, sei der Grund, warum weltliche Elektrifizierungsbemühungen zunehmend darauf abzielen, dass Stromzugang zu Beschäftigung und Wirtschaftswachstum führt – ein Kreislauf, der Empfänger und Gebern zugutekommt.

Zweitens kann neue Technologie, einschließlich KI, Gemeinschaften helfen, in der modernen Wirtschaft zu konkurrieren – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Die Gates Foundation stellte einen Anstieg der diagnostischen Genauigkeit um 16 Prozent in den Penda-Kliniken in Nairobi fest, nachdem Klinikern ein KI-„Zweitmeinungs“-Werkzeug zur Verfügung gestellt worden war. KI und Datenanalyse haben zudem enormes Potenzial, Hungersnöte zu erkennen, bevor sie ausbrechen – etwas, das sich humanitäre Organisationen seit Langem wünschen.

Schließlich muss der neue Ansatz die Stärken vieler verschiedener Sektoren nutzen. Empfängerländer übernehmen heute selbst mehr Verantwortung: Das „Accra Reset“ ist ein ehrgeiziges, von afrikanischen Ländern geführtes Vorhaben, um von Hilfe zu ländergetriebenen Investitionen in ihre Gesundheitssysteme überzugehen. Der Kommentar fordert zudem die Expertise und Ressourcen des Privatsektors, die Glaubwürdigkeit und Reichweite des öffentlichen Sektors und den First-Mover-Vorteil von Stiftungen. Auch Technologieunternehmen und die Zivilgesellschaft müssten am Tisch sitzen, um KI so zu gest, dass sie allen zugutekommt, während Philanthropie bedeutsames Risikokapital bereitstellen kann. Für Leser, die verfolgen, ob diese Ideen über den Kommentar hinausreichen, liefert der Beitrag eigene Messlatten: ob Mission 300 seine Reichweite über die rund 100 Millionen Menschen mit Stromanschluss hinaus ausdehnt, ob das Accra Reset Länderführung in finanzierte Investitionen in Gesundheitssysteme umwandelt und wie sich die Projektion von 9,4 Millionen Todesfällen mit künftigen Finanzentscheidungen entwickelt.

„Amerika kann hier wieder führend sein“

Die Daten seien eindeutig, so das Fazit des Autors: Die Amerikaner wollen mehr tun. Sie wollen, dass ihr Land für universelle Menschenwürde steht – nicht allein aus Mitgefühl, sondern weil sie den langjährigen Zusammenhang zwischen Amerikas moralischer Autorität und seiner Sicherheit, Sicherheit und seinem Wohlstand verstehen. Sie wollen es nur besser machen. „Wir haben Ideen bereit, um genau das zu tun – Amerika kann hier wieder führend sein“, heißt es im Kommentar.

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