US-Reispreise steigen seit Beginn des Iran-Kriegs um über 47%, berichtet Hedgeye
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Reispreise sind laut Hedgeye seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 um mehr als 47% gestiegen.
- •Störungen in der Straße von Hormus haben die maritimen Transportkosten und Versicherungsprämien für Frachten in der Region erhöht.
- •Die Düngemittelpreise sind um etwa 40% gestiegen und erhöhen die Produktionskosten für Reis und andere Kulturen, da Stickstoffdünger stark von Erdgas abhängt.
- •Indien, der weltweit größte Reisexporteur, meldete in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 geringere Lieferungen; besonders betroffen waren die Basmati-Exporte in die Golfmärkte.
- •Mehrere Waffenstillstandsversuche waren bis Ende August 2026 gescheitert, wodurch der Druck auf die Lieferketten und das Risiko weiterer Reispreisschübe bestehen bleibt.

Die US-Reispreise sind seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 um mehr als 47% gestiegen, wie Hedgeye berichtet. Das ist nicht nur ein sprunghafter Anstieg in einem Rohstoffchart — es sind die Kosten für die Versorgung von Milliarden Menschen, die in Echtzeit nach oben schnellen.
Der Konflikt, der die USA und Israel auf der einen Seite gegen Iran und seine Verbündeten auf der anderen Seite stellt, hat genau das bewirkt, wovor Militärexperten gewarnt hatten: die Straße von Hormus, einen der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt, weitgehend zu blockieren. Wenn sich die globalen Schifffahrtswege stauen, steigen die Preise für alles, was auf dem Seeweg transportiert wird — und Reis bildet dabei keine Ausnahme.
Wie ein Krieg im Nahen Osten den Reispreis erhöht
Die Straße von Hormus wickelt einen großen Anteil des globalen Öl- und LNG-Handels ab. Wenn militärische Angriffe und Vergeltungsmaßnahmen die Passage riskanter machen, steigen die Transportkosten sprunghaft an und die Versicherungsprämien für Schiffe in dem Gebiet schießen in die Höhe. Die Folgewirkungen ziehen sich durch jede Lieferkette, die mit Seefracht verbunden ist.
Die Düngemittelpreise sind inmitten dieser Störungen um rund 40% gestiegen. Wird Dünger 40% teurer, müssen Landwirte entweder ihre Marge aufzehren oder die Kosten weitergeben — und die meisten können sich das nicht leisten. Der Zusammenhang mit Energie ist dabei zentral: Stickstoffdünger wird überwiegend aus Erdgas hergestellt, sodass die Inputkosten der Landwirtschaft an dieselben Golf-Energieflüsse gebunden sind, die der Konflikt gestört hat.
Indien, der weltweit größte Reisexporteur, hat in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufige Lieferungen verzeichnet. Besonders betroffen sind die Basmati-Ausfuhren in die Golfstaaten, was geografisch naheliegt: Diese Lieferungen verlaufen direkt durch die Konfliktzone. Geringere indische Exporte verknappen das globale Angebot genau in dem Moment, in dem die Nachfrage nicht zurückgegangen ist.
Diese Verknappung wird durch die Struktur des Reismarktes selbst verstärkt. Nur etwa ein Zehntel der weltweiten Reisernte überschreitet jemals eine Grenze — der meiste Reis wird im selben Land angebaut und konsumiert — daher ist das Exportangebot knapp, und schon geringe Veränderungen der Verfügbarkeit können die Preise deutlich bewegen.
Die Lebensmittelinflation steigt weiter
Reis ernährt rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Ein Preisanstieg von 47% bei einem Grundnahrungsmittel ist für Rohstoffhändler kein abstrakter Datenpunkt zum Analysieren; es ist eine sich in Zeitlupe entfaltende Ernährungskrise.
Die Lebensmittelinflation in den betroffenen Regionen steigt seit Beginn des Konflikts stetig an, und Länder in Süd- und Südostasien, die stark von Reisimporten abhängen, spüren die Auswirkungen am stärksten.
Frühere Reisschocks zeigen, wie staatliche Politik das Problem verschärfen kann. Im Jahr 2008 trieben Exportbeschränkungen großer Produzenten, darunter Indien und Vietnam, die Reispreise auf Rekordstände und lösten Lebensmittelproteste in Dutzenden Ländern aus. Auch Indiens Exportbeschränkungen von 2023 trugen dazu bei, die globalen Preise auf Mehrjahreshochs zu treiben. Ob importabhängige Regierungen nun mit Lageraufbau reagieren und ob Exporteure neue Beschränkungen verhängen, gehört zu den wichtigsten Variablen für die kommenden Monate.
Mehrere Waffenstillstandsversuche sind bis Ende August 2026 gescheitert, und der Konflikt zeigt keine Anzeichen einer Abkühlung. Das bedeutet, dass die Lieferkettenstörungen, die diese Preissteigerungen antreiben, kein vorübergehender Schock sind — sie werden zu einem strukturellen Merkmal der aktuellen Weltwirtschaft.
Was das für die Rohstoffmärkte bedeutet
Für die Agrarrohstoffmärkte hat der Iran-Krieg einen geopolitischen Risikozuschlag eingeführt, wie es ihn seit den frühen Tagen des Russland-Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 nicht mehr gab. Dieser Krieg ließ die Preise für Weizen und Düngemittel stark steigen; dieser wirkt sich in ähnlicher Weise auf Reis aus. Die USA gehören selbst zu den fünf größten Reisexporteuren der Welt und verschiffen typischerweise etwa die Hälfte ihrer Ernte ins Ausland, weshalb die Inlandspreise eng mit den globalen Angebotsbedingungen verknüpft sind.
Der Anstieg der Düngemittelkosten um rund 40% betrifft nicht nur Reis — er hebt weltweit die Produktionskostenschwelle für nahezu jede Kulturpflanze an.
Laut dem Bericht hängt der weitere Verlauf der Reispreise nahezu vollständig vom Verlauf des Kriegs ab. Jeder gescheiterte Waffenstillstandsversuch verlängert die Phase höherer Versandkosten, steigender Versicherungsprämien und eingeschränkter indischer Exporte. Und jeder Monat, in dem die Düngemittelpreise um 40% erhöht bleiben, verschlechtert die Wirtschaftlichkeit des Reisanbaus für Produzenten weltweit.