NachrichtenKryptoRevolut erhält bedingte OCC-Zulassung für eine US-Nationalbank-Charter mit Ziel einer Markteinführung 2027

Revolut erhält bedingte OCC-Zulassung für eine US-Nationalbank-Charter mit Ziel einer Markteinführung 2027

Autor: CoinLineup·

Wichtige Erkenntnisse

  • Revolut gab am 3. September 2026 bekannt, dass es rund sechs Monate nach Antragstellung im März 2026 die bedingte OCC-Zulassung für eine US-Nationalbank-Charter erhalten hat.
  • Die Bank kann erst starten, wenn Revolut die Zustimmung der FDIC, die Freigabe der Federal Reserve und die endgültige Autorisierung des OCC erhalten hat.
  • Revolut plant den Start der US-Bank im ersten Halbjahr 2027 mit Sitz in Stamford, Connecticut, rund 95 Millionen US-Dollar Kapital und etwa 160 Mitarbeitenden.
  • Nach Genehmigung soll die Bank Kredite, Kreditkarten, FDIC-versicherte Einlagen sowie Zugang zu Stablecoins und Kryptowährungen anbieten.
  • Revolut betreut weltweit mehr als 80 Millionen Kunden; eine US-Charter würde direkten Zugang zu Zahlungsinfrastrukturen wie Fedwire und ACH bieten und die Abhängigkeit von Partnerbanken verringern.
Revolut erhält bedingte OCC-Zulassung für eine US-Nationalbank-Charter mit Ziel einer Markteinführung 2027

Revolut hat die bedingte Zulassung des US-amerikanischen Office of the Comptroller of the Currency (OCC) für eine Nationalbank-Charter erhalten – ein bedeutender regulatorischer Schritt auf dem Weg zur Gründung einer vollwertigen amerikanischen Bank im Jahr 2027. Die Zulassung ist noch nicht endgültig, bringt das Fintech-Unternehmen aber näher daran, Kredite, Einlagen und Krypto-Zugang in den Vereinigten Staaten anzubieten.

Was die bedingte OCC-Zulassung bedeutet

Am 3. September 2026 gab Revolut bekannt, dass es laut dem offiziellen Newsroom des Unternehmens die bedingte Zulassung des OCC für eine Nationalbank-Charter erhalten hat. Das OCC ist die Bundesbehörde, die für die Zulassung und Regulierung von Nationalbanken zuständig ist.

Eine bedingte Zulassung ist im Grunde ein „Ja, aber“ des Regulators. Sie signalisiert, dass das OCC bereit ist, die Charter zu erteilen, sobald Revolut eine Reihe verbleibender Auflagen erfüllt. Sie ist noch keine Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs.

Eine Nationalbank-Charter ist eine einzelne bundesweite Lizenz, die es ermöglicht, im gesamten Land als Bank zu operieren. Revolut hat diesen Weg gewählt, weil ein Unternehmen dadurch unter einem einheitlichen Regelwerk landesweit tätig sein kann, statt von Bundesstaat zu Bundesstaat Lizenzen einzuholen.

Revolut erklärte, dass vor dem Start der Bank noch die Zustimmungen der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und der Federal Reserve sowie die endgültige Freigabe durch das OCC erforderlich sind. In der Praxis stellt die Ankündigung einen wichtigen Meilenstein dar, aber noch keine fertige Bank.

Die Erfolgsbilanz der Fintech-Branche bei Nationalbank-Charters ist gemischt, was als Kontext für die Einordnung dieses Meilensteins hilfreich ist. Varo Bank war 2020 das erste US-Konsum-Fintech, das nach einem mehrjährigen Prozess mit mehreren zurückgezogenen und erneut eingereichten Anträgen eine vollständige Nationalbank-Charter erhielt. Andere Fintechs wie SoFi und Square (heute Block) sicherten sich ihre Charter schließlich über Industriekreditunternehmen (Industrial Loan Company, ILC) oder andere Wege nach langwierigen regulatorischen Prüfungen. Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, dass Revolut die bedingte Zulassung relativ schnell erreichte – rund sechs Monate nach der Einreichung des Antrags.

Revolut-Mitgründer Nik Storonsky bezeichnete die Entscheidung als wichtigen ersten Schritt. US-CEO Cetin Duransoy erklärte, der Meilenstein halte das Unternehmen auf Kurs für einen Start im Jahr 2027.

Revolut betreut derzeit mehr als 80 Millionen Kundinnen und Kunden weltweit – eine Größenordnung, die den Ehrgeiz hinter dem US-Bankenvorhaben unterstreicht.

Warum Revolut auf einen Start 2027 abzielt

Revolut erklärte, dass die geplante Bank weiterhin auf Kurs für einen Start im Jahr 2027 sei. Laut Reuters liegt das Zielfenster basierend auf den Plänen des Unternehmens im ersten Halbjahr 2027.

Die Zeitspanne zwischen Zulassung und Start erklärt sich durch die erhebliche Arbeit, die noch aussteht. Revolut muss die Zustimmung von FDIC und Federal Reserve einholen, seine Systeme aufbauen und die abschließenden Auflagen des OCC erfüllen.

Reuters berichtete, dass Revolut die Bank in Stamford, Connecticut, ansiedeln, rund 95 Millionen US-Dollar an Kapital einbringen und mit etwa 160 Mitarbeitenden starten will. Diese Zahlen zeigen, wie viel Grundlagenarbeit zwischen einer Charter und einer funktionierenden Bank liegt.

Revolut machte den Antrag erstmals am 5. März 2026 öffentlich und reichte ihn beim OCC und der FDIC unter dem Namen Revolut Bank US, N.A. ein, wie das Unternehmen damals mitteilte. Das Unternehmen beschrieb die Charter als Möglichkeit, unter einem einzigen bundesweiten Rahmenwerk zu operieren und direkten Anschluss an Zahlungsinfrastrukturen wie Fedwire und ACH zu erhalten – die Systeme, mit denen Banken Geld bewegen.

Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Gewinn in Revoluts Expansionsstrategie. Das Unternehmen ist in Europa schnell gewachsen, wo es kürzlich mit dem Rollout eines Euro-Stablecoins in der EU begann und seinen eurogedeckten Token EURR einführte. Eine US-Charter würde derselben Ambition den Zugang zum größten Finanzmarkt der Welt eröffnen. Der direkte Zugang zu Fedwire und ACH würde zudem Revoluts Abhängigkeit von Partnerbanken verringern – ein Modell, das heute die meisten US-Fintechs nutzen und das regulatorisch unter Druck gerät, wenn Partnerbanken ausfallen oder sich aus dem Sektor zurückziehen.

Mögliche Auswirkungen für Krypto- und Fintech-Nutzer in den USA

Für Krypto-Besitzer ist eine Bank-Charter relevant, weil sie Vertrauen signalisiert. Eine regulierte Nationalbank muss strenge Bundesstandards erfüllen, was es Nutzern erleichtern könnte, Geld und digitale Vermögenswerte in einer einzigen App zu halten.

Revolut erklärte, dass die Bank nach Erhalt sämtlicher Genehmigungen Kredite, Kreditkarten, FDIC-versicherte Einlagen sowie Zugang zu Stablecoins und Kryptowährungen anbieten würde. Die FDIC-Versicherung bedeutet, dass Einlagen bis zu gesetzlichen Grenzen vom Staat geschützt sind – anders als die meisten Krypto-Guthaben.

Die Vorstellung eines Fintechs, das Banking und Krypto verbindet, passt in einen breiteren Trend der Annäherung von traditionellem Finanzwesen und digitalen Vermögenswerten – ähnlich wie der britische Broker Hargreaves Lansdown kürzlich den Handel mit Bitcoin- und Ether-ETNs eröffnete.

Etwas Vorsicht ist angebracht. Laut unbestätigten Berichten von Reuters könnte die US-Bank selbst einen Stablecoin einführen, doch Revoluts offizielle Ankündigung versprach lediglich den Kundenzugang zu Stablecoins und Kryptowährungen, nicht einen eigenen US-Token.

Für gewöhnliche Nutzer ist das praktische Fazit einfach: Heute ändert sich nichts, und es sind noch keine US-Produkte live. Die nächsten zu beobachtenden Meilensteine sind die FDIC-Genehmigung der Einlagenversicherung, die Zustimmung zur Federal-Reserve-Mitgliedschaft und die endgültige Charter-Entscheidung des OCC. Wer etwas Krypto hält oder neugierig auf die Kombination von Banking und digitalen Vermögenswerten ist, für den ist Revoluts Charter ein Meilenstein zum Beobachten – kein Produkt, das man derzeit nutzen kann.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine finanzielle oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und Digitale-Vermögenswerte-Märkte bergen erhebliche Risiken. Führen Sie vor Entscheidungen immer Ihre eigene Recherche durch.