NachrichtenKryptoRevolut hat trotz mehrerer Lösegeldforderungen keinen direkten Kontakt erhalten

Revolut hat trotz mehrerer Lösegeldforderungen keinen direkten Kontakt erhalten

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Revolut erklärte, dass das Unternehmen von keiner Person oder Gruppe, die die Verantwortung für das Datenleck bei Kundendaten beansprucht, direkt kontaktiert wurde und keine direkte Lösegeldforderung erhalten hat.
  • Eine Gruppe namens IAmNotAVillain forderte innerhalb von 24 Stunden öffentlich 6.000 Monero im Wert von rund 3 Millionen US-Dollar und drohte, die gestohlenen Kundendatensätze an andere kriminelle Gruppen zu verkaufen.
  • Mehrere Akteure haben eine Beteiligung behauptet, darunter Berichten zufolge eine Gruppe namens Revolut Smilik, die 10.000 Bitcoin forderte. Dadurch bleibt unklar, wer die Kontrolle über die gestohlenen Daten hat.
  • Die Nationale Direktion für die Bekämpfung der Mafia und des Terrorismus Italiens hat sich den Ermittlungen angeschlossen. Die Staatsanwaltschaft in Reggio Calabria untersucht den unbefugten Zugriff über ein behördliches E-Mail-Konto, das mutmaßlich zum Beschaffen von Kundendaten verwendet wurde.
  • Die italienische Datenschutzbehörde hat Banken aufgefordert, die Sicherheit ihrer Zugangssysteme dringend zu überprüfen, und untersucht, ob weitere Banken oder Finanzinstitute beteiligt gewesen sein könnten.
Revolut hat trotz mehrerer Lösegeldforderungen keinen direkten Kontakt erhalten

Revolut erklärte am Donnerstag, dass das Unternehmen von niemandem, der die Verantwortung für ein Datenleck bei Kundendaten beansprucht, direkt kontaktiert worden sei – trotz mehrerer öffentlicher Lösegeldforderungen.

Eine Gruppe namens „IAmNotAVillain“ forderte innerhalb von 24 Stunden öffentlich 6.000 Monero (XMR) im Wert von rund 3 Millionen US-Dollar von dem Fintech-Unternehmen. Sie drohte, die Kundendatensätze an andere kriminelle Gruppen zu verkaufen, wie die Financial Times am Mittwoch berichtete.

„Revolut hat von den Personen oder der Gruppe, die diese Behauptungen aufstellen, keinen direkten Kontakt oder eine direkte Forderung erhalten“, erklärte ein Sprecher von Revolut gegenüber Cointelegraph.

Das öffentliche Ultimatum ist die jüngste Entwicklung in einem Datenleck, das Revolut erst vergangene Woche offengelegt hatte. Italienische Behörden weiten nun ihre Ermittlungen dazu aus, wie ein behördliches E-Mail-Konto mutmaßlich dazu verwendet wurde, Kundendaten zu beschaffen.

Ein Datenleck, mehrere Lösegeldforderungen

Die Aussage von Revolut, keinen direkten Kontakt erhalten zu haben, verstärkt die Unsicherheit darüber, wer hinter der öffentlichen Lösegeldforderung steht. „IAmNotAVillain“ ist nicht der einzige Name, der mit Verantwortungsbekundungen für den Vorfall in Verbindung gebracht wird. Die Website der Gruppe, iamnotavillain.xyz, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei einer Überprüfung durch Cointelegraph nicht erreichbar.

Eine frühere Gruppe namens „Revolut Smilik“ forderte Berichten zufolge 10.000 Bitcoin (BTC) im damaligen Wert von rund 780 Millionen US-Dollar – deutlich mehr als die aktuelle Monero-Forderung von IAmNotAVillain in Höhe von 3 Millionen US-Dollar.

IAmNotAVillain wies die konkurrierende Behauptung in einer Mitteilung auf der eigenen Website zurück und behauptete, ein ehemaliger Verbündeter habe nur eine kleine Datenprobe erhalten, bevor er die Verantwortung für das Datenleck übernommen habe. Die Website warnte andere zudem davor, mit dem konkurrierenden Anspruchsteller Geschäfte zu machen.

Der auf Cybersicherheit spezialisierte Account Dark Web Informer wies außerdem auf eine weitere Website, revoloot.lol, hin, die mit einem separaten Akteur in Verbindung gebracht wird, der die Verantwortung übernommen hat. Dies erschwert zusätzlich die Bemühungen festzustellen, wer die Kontrolle über die gestohlenen Kundendaten hat. Auch diese Website war bei einer Überprüfung durch Cointelegraph nicht erreichbar.

Italienische Behörden weiten Ermittlungen zum Revolut-Datenleck aus

Auch die Nationale Direktion für die Bekämpfung der Mafia und des Terrorismus Italiens ist inzwischen beteiligt, da der mutmaßliche Angriff eine staatliche Stelle betrifft, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Mittwoch berichtete.

Die Staatsanwaltschaft in Reggio Calabria hat Ermittlungen wegen des unbefugten Zugriffs auf ein Computersystem von öffentlichem Interesse eingeleitet. Die Ermittler versuchen festzustellen, ob das institutionelle E-Mail-Konto gehackt oder geklont wurde.

Die italienische Datenschutzbehörde hat Banken unabhängig davon aufgefordert, die Sicherheit ihrer Zugangssysteme dringend zu überprüfen. Außerdem untersucht sie, ob weitere Banken oder Finanzinstitute beteiligt gewesen sein könnten.