Revolut-Angreifer sollen 10.000 BTC Lösegeld fordern
Wichtige Erkenntnisse
- •Revolut bestätigte die begrenzte Offenlegung von Kundeninformationen, erklärte jedoch, dass seine Systeme und Kundengelder nicht betroffen seien.
- •Zu den potenziell offengelegten Daten gehörten Identitätsangaben, Kontoauszüge, IBANs, Abhebungsaufzeichnungen und Bitcoin-bezogene Transaktionshistorien.
- •Coin Bureau berichtete über eine angebliche Lösegeldforderung von 10.000 BTC, doch Revolut und die Strafverfolgungsbehörden hatten die Behauptung nicht bestätigt.
- •Beiträge in sozialen Medien, die eine Veröffentlichung von Kundendaten behaupten, bestätigen weder die Quelle noch die Echtheit des Materials unabhängig.
- •Die offengelegten Informationen könnten gezieltes Phishing oder Identitätsbetrug unterstützen. Unerwartete kontobezogene Anfragen sollten daher über die offizielle Revolut-App überprüft werden.

Revolut bestätigt begrenzte Offenlegung von Kundendaten
Revolut hat bestätigt, dass eine begrenzte Menge sensibler Kundeninformationen offengelegt wurde, nachdem eine unbefugte Drittpartei ein E-Mail-Konto auf einer legitimen Domain einer Regierungsbehörde genutzt hatte, um betrügerische Anfragen nach Kundendaten zu senden. Das Unternehmen erklärte, die betroffene Gruppe sei „sehr begrenzt“ gewesen, die Kunden seien benachrichtigt worden und weder seine Systeme noch Kundengelder seien betroffen gewesen, wie aus einem Reuters-Bericht hervorgeht.
Zu den potenziell offengelegten Informationen gehörten Namen, Geburtsdaten, Post- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Reisepässe und Führerscheine. Eine von The Block gemeldete Kundenmitteilung führte außerdem Kontoauszüge, IBANs, Abhebungsaufzeichnungen und Transaktionshistorien einschließlich Bitcoin-Transaktionen auf.
Die Offenlegung der Transaktionshistorie zusammen mit echten Identitäten könnte nachfolgende Phishing-Versuche überzeugender machen. Ein Krimineller, der den Namen, die Kontaktdaten und die bisherige Bitcoin-Aktivität eines Kunden kennt, könnte eine Nachricht gezielt so formulieren, dass sie glaubwürdiger wirkt als ein allgemeiner Betrugsversuch. Ein früherer Coindoo-Bericht untersuchte dieses Risiko.
Die Erklärung des Unternehmens unterscheidet zwischen der gemeldeten Offenlegung von Kundeninformationen und einem Zugriff auf Revolut-Systeme oder Kundengelder. Das bedeutet, dass die in der verfügbaren Berichterstattung beschriebene unmittelbare Sorge in einem möglichen Missbrauch persönlicher und kontobezogener Daten liegt, nicht in einem bestätigten Diebstahl von Geldern. Die Behauptungen über ein Lösegeld und weitere mögliche Offenlegungen müssen daher getrennt von Revoluts Bestätigung der Datenoffenlegung bewertet werden.
Coin Bureau berichtet über eine angebliche Forderung von 10.000 BTC
Coin Bureau erklärte in einem Beitrag auf X, dass die Gruppe hinter dem Revolut-Vorfall 10.000 BTC fordere und mit der Veröffentlichung gestohlener Kundendaten drohe. Der Beitrag enthielt ein Bild, das als geschwärztes KYC-Material beschrieben wurde und mit Felix Römer in Verbindung stehen soll, den der Beitrag als CEO von Gamdom und Skinscom bezeichnete.
Weder Revolut noch die Strafverfolgungsbehörden hatten die angebliche Lösegeldforderung oder die Herkunft des in dem Beitrag gezeigten Materials zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich bestätigt. Im Beitrag von Coin Bureau hieß es:
🚨BREAKING: Revolut attackers demand 10,000 BTC ransom, threatening to leak stolen customer data. The threat actors who allegedly tricked Revolut into handing over sensitive customer data by posing as a government are now publishing information belonging to high-profile clients.… pic.twitter.com/5IIaCHHOYT — Coin Bureau (@coinbureau) September 14, 2026
Der Beitrag ist auch über den X-Account von Coin Bureau verfügbar.
Beiträge behaupten, dass Kundendatensätze veröffentlicht wurden
International Cyber Digest veröffentlichte auf X, dass die Angreifer begonnen hätten, sensible Kundeninformationen zu veröffentlichen, und mit weiteren Veröffentlichungen drohten. Der Beitrag enthielt Screenshots, die angeblich Kundenmaterial zeigten. Die Screenshots belegen jedoch nicht unabhängig deren Quelle oder die Echtheit der Datensätze.
Auf diesen Beitrag folgte eine ähnliche Behauptung von Evan Luthra, der ein Bild teilte, das angeblich geschwärztes Kundenmaterial zeigte, und erklärte, die Gruppe habe eine Zahlung gefordert. Luthra schrieb:
🚨THINGS ARE GETTING UGLY FOR REVOLUT!!! The group targeting the company has started leaking alleged customer data tied to high-profile clients. Now they’re demanding payment and threatening to dump more private messages, customer records and internal information. They’re also… pic.twitter.com/xyfkedn3bg — Evan Luthra (@EvanLuthra) September 13, 2026
Der Beitrag ist auch über den X-Beitrag von International Cyber Digest und den X-Account von Evan Luthra verfügbar.
Die angeblichen Veröffentlichungen könnten dazu dienen, der Zahlungsforderung Nachdruck zu verleihen, indem sie zeigen, dass die Gruppe Zugriff auf sensible Datensätze hat. Die Veröffentlichung von Material, das angeblich echten Kunden gehört, könnte weiteren Schaden verursachen, ohne den Angreifern Zugriff auf Kundengelder zu geben. Sollte das Material echt sein, könnten weitere Veröffentlichungen mehr Menschen Betrugsversuchen aussetzen.
Es gibt keine bestätigten Belege dafür, dass die Gruppe die Revolut-Daten verkauft hat oder dies plant. Kriminelle könnten jedoch versuchen, Kundendatensätze für Phishing und Identitätsbetrug zu nutzen oder zu verbreiten. Identitätsdokumente, Kontodaten und frühere Bitcoin-Aktivitäten könnten verwendet werden, um einen gezielten Kontakt mit einem bestimmten Kunden zu formulieren.
Risiko gezielter nachfolgender Betrugsversuche
Revolut hat bestätigt, dass sensible Kundeninformationen offengelegt wurden, während die angebliche Lösegeldforderung und die öffentliche Veröffentlichung bestimmter Datensätze weiterhin unbestätigt sind. Für potenziell betroffene Nutzer besteht das praktische Risiko in einer stärker personalisierten Form des Betrugs: einer Nachricht oder einem Anruf, bei dem echte persönliche oder transaktionsbezogene Details verwendet werden, um einen legitimen Eindruck zu erwecken.
Jede unerwartete Anfrage zu einem Revolut-Konto oder zu Bitcoin-Aktivitäten sollte über die offizielle Revolut-App überprüft werden und nicht über einen vom Absender bereitgestellten Link oder eine Telefonnummer. Der ursprüngliche Bericht wurde von Coindoo veröffentlicht.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Cybersicherheitsberatung dar.