NachrichtenMakroKeine großen US-Datenveröffentlichungen, doch diese Woche bringt einen wichtigen Härtetest für den US-Verbraucher

Keine großen US-Datenveröffentlichungen, doch diese Woche bringt einen wichtigen Härtetest für den US-Verbraucher

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld und der Einkaufsmanagerindex der Philadelphia Fed sind die wichtigsten US-Datenpunkte in einem ansonsten dünnen Datenkalender.
  • Home Depot, Target, Lowe's, TJX und Walmart werden zwischen dem 18. und 20. August ihre Quartalszahlen veröffentlichen.
  • Von Walmart wird der klarste Einblick in die gesamten Konsumausgaben der Haushalte erwartet, aufgrund seiner Größe und seines hohen Lebensmittelanteils am Umsatz.
  • Die Ergebnisse von Target werden genau auf Anzeichen für diskretionäre Ausgaben von Verbrauchern der Mittelschicht hin beobachtet.
  • Kommentare der Händler zu Preisen, Lagerbeständen, Kosten und Lieferketten könnten die Inflationsdebatte und die Erwartungen an die Fed-Sitzung im September beeinflussen.
Keine großen US-Datenveröffentlichungen, doch diese Woche bringt einen wichtigen Härtetest für den US-Verbraucher

In der kommenden Woche stehen in den Vereinigten Staaten keine großen Wirtschaftsdaten an – es sei denn, man rechnet den Einkaufsmanagerindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia und den wöchentlichen Bericht über die Erstanträge auf Arbeitslosengeld dazu. Diese beiden Veröffentlichungen mögen zweitrangig sein, enthalten aber durchaus aussagekräftige Signale: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld sind der aktuellste regelmäßige Hinweis auf die Lage am US-Arbeitsmarkt, während der Index der Philadelphia Fed monatlich ein regionales Stimmungsbild für das Verarbeitende Gewerbe liefert. Dennoch wird dem Geschehen in den USA – insbesondere an der Wall Street – viel Aufmerksamkeit gelten.

Nachdem die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne in der ersten Augusthälfte für Entlastung gesorgt haben, ist nun der Zug der großen Handelskonzerne. Ihre Ergebnisse dürften aufschlussreiche Einblicke in die allgemeine Verfassung des US-Verbrauchers liefern, wobei dem diskretionären Konsum und einer möglichen Ermüdung infolge der Inflation besondere Aufmerksamkeit gilt. Die Bedeutung geht dabei über die Zahlen einzelner Unternehmen hinaus: Der private Konsum macht rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus, sodass die Angaben der Händler zur Nachfrage zwischen den offiziellen Datenveröffentlichungen einer der umfassendsten Konjunkturindikatoren sind.

Dies sind die wichtigsten Termine:

    1. August (Dienstag): Home Depot
    1. August (Mittwoch): Target, Lowe's, TJX
    1. August (Donnerstag): Walmart

Wie üblich wird Walmart der wichtigste Beobachtungspunkt für Verbraucherverhaltensmuster sein und zugleich anzeigen, wie es der US-Verbraucher derzeit schlägt. Als umsatzstärkster Einzelhändler der USA mit einem hohen Lebensmittelanteil am Umsatz sind die Zahlen des Konzerns zugleich ein Abbild der alltäglichen Ausgaben der Haushalte. Daneben wird auch Target im Fokus stehen, um den diskretionären Konsum und die Frage einzuschätzen, wie Verbraucher der Mittelschicht ihre Ausgaben und Budgets austarieren – das Sortiment von Target ist stärker auf Nichtlebensmittel und diskretionäre Kategorien ausgerichtet als das von Walmart. Die übrigen Unternehmen weiten den Blickwinkel: Home Depot und Lowe's vertreten die Seite der Konsumnachfrage, die mit Heimwerkerbedarf, größeren Anschaffungen und dem Wohnungsmarkt verbunden ist, während TJX aus dem Off-Price-Segment des Handels berichtet.

Über das Konsumverhalten hinaus werden auch die Angaben der großen Händler zu Lieferkettenunterbrechungen und -kosten sowie zum Bestandsmanagement genau unter die Lupe genommen. All das wird in die Inflationsdebatte einfließen, weshalb dies genau zu beobachten ist – und Kommentare des Managements zu Preisen, Kosten und Lagerbeständen können vorausschauende Einblicke liefern, die die monatlichen Veröffentlichungen offizieller Stellen ihrer Natur nach nicht bieten.

Insgesamt müssen diese Quartalszahlen jedoch gemeinsam mit den „harten“ US-Wirtschaftsdaten der Vorwoche betrachtet werden – das heißt mit den Zahlen zum CPI, PPI und zu den Einzelhandelsumsätzen.

Die Quartalszahlen selbst dürften im Allgemeinen zwar nicht allzu wirkmächtig sein, doch nach den schwächeren Einzelhandelsumsätzen der Vorwoche wird es wichtig sein zu sehen, ob es sich dabei um mehr als nur ein kleines vorübergehendes Stocken des US-Verbrauchers handelt. Dies wiederum wird auch die Richtung im Vorfeld der nächsten Fed-Sitzung im September mitbestimmen.